Welche Rolle übernimmst Du an Bord, bzw. welche Rollen können auf der Elbe 1 übernommen werden?
Die Rolle, die man hier ausübt, entspricht immer den Tätigkeiten, die hier anfallen. Also manchmal ist man als Decksmann hier tätig, wenn man mal Fahrten hat. Aber das, was wir heute mehr praktizieren, also am heutigen Tage, ist hauptsächlich, dass man Reparaturen, Instandhaltungsarbeiten durchführt, Da fängt das dann an. Von der Elektrik über entsprechende Malerarbeiten, die man auch machen muss, und und und. Also alles, was das Schiff bedarf, wird hier von den Kollegen und Kolleginnen gemacht.
Und hast Du mit dem Bereich schon vorher konkrete Berührungspunkte gehabt?
Nein. Ich bin da so reingerutscht. Ich war Polizeibeamter, hatte aber das Glück, dass mein Vater bei der Wasserschutzpolizei war. Insofern hatte ich von frühester Jugend schon so so bisschen Beziehung zu den Booten, die wir hier weiter unterhalten.
Seid wann bist Du hier Teil der Crew?
Seit 1993. Ich bin also sogenanntes Gründungsmitglied im Verein, also im ersten Jahr in den Verein eingetreten und seitdem im Verein.
Bezogen auf die Arbeit: Was macht denn für dich hier das Ehrenamt aus?
Es ist zum Einen natürlich die Arbeit, die so Spaß macht, weil man hier, ich sag mal, basteln kann. Andererseits aber auch die Kameradschaft, die hier an Bord herrscht. Also es ist immer ein geselliges Beieinander. Wenn man nachher Mittagspause macht, sitzt man zusammen, trinkt Kaffee, isst ein Stück. Das ist dann eine gewisse Abwechslung. Also wenn man Pensionär ist und ein relativ eingeschränkten Bekanntenkreis hat, der durchs Berufsleben entfallen ist, dann ist das eine ganz angenehme Sache, dass man sich mit Leuten aus dem früheren Berufsleben, aber auch mit anderen Leuten aus anderen Berufen hier mal austauschen kann.
Und wieso hast Du dich gerade für dieses Schiff entschieden?
Dieses Schiff ist so ein bisschen merkwürdig zu uns gekommen. Also wir haben ja ursprünglich die Elbe 27 gehabt, also das kleine Schiff. Wie gesagt, ich bin schon als kleiner Junge auf diesem Schiff mitgefahren, als mein Vater damals im Berufsleben war. Als wir dann 1993 die Elbe 27 als Museumsschiff übernommen haben, bin ich eingetreten. Ich bin dann irgendwann Vorsitzender dieses Vereins geworden und in dieser Funktion habe ich dann bzw. haben wir dann mit bewirken können, dass wir dieses Boot überhaupt bekamen (…). Seitdem ist die Elbe 1 zweite Heimat geworden.
Jetzt ist das Thema der Übernahme ja auch präsent. Die Arbeiten sollen im Idealfall ja auch noch in 50 Jahren erledigt werden. Warum sollte sich auch der Nachwuchs für dieses Ehrenamt engagieren?
Für den Nachwuchs ist es ganz interessant, weil die heutigen Schiffe sind ja ganz anders konzipiert. Es ist viel mehr Technik, viel mehr Elektronik damit verbunden. Hier bei uns lernt man noch richtig das Arbeiten an Bord mit altem Handwerkszeug. Das ist eine schöne Schulung auch für jüngere Leute, die also auch dann diese Techniken dann wieder beherrschen können und auch an die neue Generation weitergegeben werden kann, damit sie wissen, wie sie handeln müssen, wenn die Elektronik dann auch mal hier ausfällt, die man mit handwerklichen Fähigkeiten lösen muss.
Und noch einmal ganz allgemein: Was macht das Arbeiten hier für dich persönlich so besonders?
Mittlerweile haben wir viele andere Berufe auch, die aus der Seefahrt stammen, wo man die Erfahrungen anderer Leute auch aufnehmen kann, sie dann umsetzen kann. Und es macht einfach Spaß, dann noch ein bisschen etwas zu lernen. Und ich sag ja, die Unterhaltung zwischen verschiedensten Typen, die hier fungieren, in einer lockeren angenehmen Atmosphäre, das ist schon ganz prima.
Danke dir für das Gespräch!
Du möchtest dich ehrenamtlich auf der ehemaligen WS-Barkasse Elbe 1 engagieren? Hier bekommst du weitere Infos: Ehemalige WS-Barkasse Elbe 1