Jubiläum auf dem Kiez

400 Jahre Reeperbahn

Die Reeperbahn feiert in diesem Jahr ihr 400-jähriges Jubiläum. Geplant ist ein vielfältiges Programm mit Lesungen, historischen Vorträgen und thematischen Rundgängen. Im Mittelpunkt steht das Thema Verdrängung, das die Geschichte und den Charakter der Reeperbahn bis heute prägt.

Schwarz-Weiß Foto von verschiedenen Gebäuden mit Leuchtreklamen auf der Reeperbahn
Nachtleben auf der Reeperbahn IMAGO / United Archives Sven Simon Archive

400 Jahre Reeperbahn

Das Museum für Hamburgische Geschichte veranstaltet im Rahmen des 400-jährigen Jubiläums verschiedene Führungen: Diese führen durch Neustadt sowie St. Pauli und beschäftigen sich mit der Geschichte der Reeperbahn von 1626 bis in die Gegenwart.

Im Kellersalon des Sankt Pauli Office wurde außerdem ergänzend zum "Museum ohne Mauern" im Stadtteil eine Bibliothek eröffnet. In dieser sind nicht nur Fachliteratur, Bildbände und historische Texte, sondern auch historische Artefakte mit St. Pauli Bezug zu finden.

Ein Highlight des Reeperbahn-Jubiläums ist die diesjährige Hamburger Tauziehmeisterschaft. Am 29. Mai findet das Event auf dem Heiligengeistfeld statt. Teilnehmen können auch Gruppen wie Firmen, Vereine oder Freundeskreise. Die Startgelder werden an die gemeinnützige Organisation Hamburg Leuchtfeuer gespendet.

Geschichte der Reeperbahn

Eine Postkarte mit historischer Ansicht der Reeperbahn, alte Häuser, viele kleine Menschen sowie Straßenbahnen sind zu sehen.
Historische Ansicht der Reeperbahn IMAGO / H. Tschanz-Hofmann

Ursprünglich ist die Reeperbahn im 17. Jahrhundert als unscheinbarer, aber wichtiger Handwerksort entstanden. Der Name "Reeperbahn" ist auf das alte Handwerk der Reepschläger zurückzuführen, das für die Herstellung von Schiffsseilen verantwortlich war.

Parallel zum Handwerk der Reepschläger wuchs die Infrastruktur des Viertels: Langsam entstanden Wirtshäuser, Herbergen und kleinere Läden. Schon im 18. und 19. Jahrhundert etablierte sich im Viertel eine Mischung aus Arbeiterleben, Hafenflair und Vergnügungsbetrieben.

Ab 1900 erlebte die Gegend einen rasanten Aufschwung. Zahlreiche Vergnügungsorte, Kneipen, Theater und Bordelle entstanden und wandelten die Reeperbahn zu der weltbekannten Vergnügungs- und Kulturmeile, die sie heute ist.

Besondere Verbindung zu den Beatles

Am 17. August 1960 beginnt die Karriere einer der weltweit bekanntesten Bands in Hamburg – den Beatles. An diesem Abend betreten die Fab Four zum ersten Mal die Bühne des "Indra" in der großen Freiheit auf der Reeperbahn. Bruno Koschmider, eine Hamburger Kiezgröße der damaligen Zeit, war auf der Suche nach englischen Musikgruppen für seine Nachtclubs und hatte sich an seinen Liverpooler Geschäftspartner Allan Williams gewandt, der ihm die Beatles vermittelte. 

Von da an ging es nur noch bergauf. Weitere Hintergründe zu den Beatles in Hamburg: Eine Hamburger Musikkarriere

Weitere Informationen: Geschichte der Reeperbahn

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