Deichstraße Hamburg

Historische Häuser aus alter Zeit

In der Deichstraße entlang dem Nikolaifleet bilden Häuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert das letzte Ensemble alt- hamburgischer Bauweise. Vor dem Großen Brand 1842 prägten solche Häuser weite Teile der Hamburger Innenstadt.

Die Deichstraße vom Nikolaifleet aus bei Nacht mit beleuchteten Fenstern und der Elbphilharmonie im Hintergrund
IMAGO / Panthermedia

Charakteristikum: Althamburgische Bürgerhäuser

Schon beim Betreten der Deichstraße aus Richtung des Hamburger Hafens verändert sich schlagartig die Atmosphäre. Von dem coolen Flair moderner Bürogebäude aus der unmittelbaren Nachbarschaft ist nichts mehr zu spüren. Cafés und Restaurants wie Das Kontor, das Ti Breizh und der Kartoffelkeller oder kleine Boutiquen entlang der Fußgängerzone laden zum Verweilen ein und erinnern an das alte Hamburg. Charakterisierend für die Deichstraße sind die direkt am Nikolaifleet errichteten althamburgischen Bürgerhäuser, die heutzutage zu den letzten Zeugnissen einer längst vergangen Zeit gehören. Diese mehrgeschossigen Fachwerkhäuser mit barocker Front vereinten Kontor-, Wohn- und Lagerhaus unter einem Dach und besaßen einen Land- und einen Wasserzugang. Vom Fleet aus wurden die dort wohnenden Kaufmänner mit Waren beliefert. Kleine schmale Gassen seitlich entlang der Häuser ermöglichten den Zugang zur Wasserseite. Das Nikolaifleet verbindet heute wie damals die Binnenalster mit der Norderelbe und bis zum Jahr 1842 führte es ins politische und wirtschaftliche Zentrum Hamburgs – dem Alsterhafen an der Trostbrocke.  

Ausbruch des Großen Brandes in der Deichstraße

Weite Teile der Hamburger Innenstadt sahen im 17. Jahrhundert aus wie die heutige Deichstraße. Doch ein vom 5. bis zum 8. Mai 1842 dauerndes Großereignis veränderte die Ansicht der heutigen Altstadt grundlegend: der Große Brand! Ausgebrochen ist das Feuer gegen ein Uhr nachts in der Deichstraße. Innerhalb kürzester Zeit dehnten sich die Flammen so schnell aus, dass die "Wittkittel", wie die Feuerwehrmänner wegen ihrer weißen Kleidung damals genannt wurden, nicht dagegen ankamen. Das alte Rathaus an der Trostbrücke und auch andere Gebäude im Gefahrengebiet wurden vorsorglich gesprengt, um das Feuer aufzuhalten – jedoch ohne Erfolg. Erst dreieinhalb Tage später konnten die Flammen in der heutigen Straße Brandsende unter Kontrolle gebracht werden. Wie genau es zu dem Feuer kam, konnte nie geklärt werden.

Häuser vor dem Abriss bewahrt

Neben dem Großen Brand hinterließ auch der Zweite Weltkrieg massiven Spuren in der Entwicklung der Innenstadt. Als dann in den siebziger Jahren viele große Verkehrsprojekte umgesetzt wurden, sollten auch die alten Fachwerkhäuser in der Deichstraße weichen. Doch in 1972 rettete ein Volksentscheid die Häuser und mit Hilfe der Spendenaktion "Rettet die Deichstraße" konnten sie außerdem restauriert werden. So stehen die althamburgischen Bürgerhäuser auch heute noch und sind eine Erinnerung an die Zeit vor 1842. Auf einem schwimmenden Ponton können die im Gegensatz zur pompösen Front eher schlicht gehaltenen Rückseiten der Fachwerkhäuser betrachtet werden. Im umliegenden Areal lassen sich zudem Das Schiff, die Fleetinsel, das Mahnmal St. Nikolai, die Hauptkirche St. Katharinen und die Speicherstadt finden.

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Andres Lehmann, www.andreslehmann.de
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