Trinkwasserverordnung Regelungen bezüglich Legionellen

Am 13. Dezember 2012 ist die 2. Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverordnung in Kraft getreten. Die neue Verordnung enthält wesentliche Änderungen bezüglich der Anzeige- und Meldepflichten und der Untersuchung auf Legionellen.

Wassertropfen

Informationen zur Trinkwasserverordnung von 2011

Übersicht über die wichtigsten Änderungen bezüglich der Untersuchung auf Legionellen:

  • Eine Anzeige von „Großanlagen“ ist nicht mehr erforderlich,
  • dem zuständigen Gesundheitsamt sind nur noch Untersuchungsergebnisse unverzüglich mitzuteilen, bei denen der „technische Maßnahmewert“ überschritten wurde und
  • untersuchungspflichtige Großanlagen, aus denen im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit Trinkwasser abgegeben wird (zum Beispiel bei Vermietung), sind alle 3 Jahre auf Legionellen zu untersuchen.
  • Die Erstuntersuchung hat bis zum 31.12.2013 zu erfolgen.

Untersuchungspflicht auf Legionellen

Für Legionellen ist 2011 ein „technischer Maßnahmewert“ von 100 Legionellen pro 100 ml eingeführt worden. Der Unternehmer und sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage ist dafür verantwortlich, dass dieser Wert eingehalten wird. Hierzu ist es erforderlich, dass die Anlagen zur Trinkwassererwärmung nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik errichtet und betrieben werden.

Eine Untersuchungspflicht besteht bei Großanlagen zur Trinkwassererwärmung.

Großanlagen sind nach Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) Anlagen mit

  • einem Speicher-Trinkwassererwärmer oder zentralem Durchfluss-Trinkwassererwärmer mit einem Inhalt von jeweils mehr als 400 Litern oder
  • einem Inhalt von mehr als 3 Litern in mindestens einer Rohrleitung zwischen Abgang des Trinkwassererwärmers und Entnahmestelle (nicht berücksichtigt wird der Inhalt einer Zirkulationsleitung)

Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern zählen nicht zu den Großanlagen zur Trinkwassererwärmung und sind damit grundsätzlich nicht untersuchungspflichtig.

Für untersuchungspflichtige Anlagen, die Trinkwasser ausschließlich im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit (zum Beispiel im Rahmen einer Vermietung) abgeben, ist eine Untersuchung erstmalig bis zum 31.12.2013 und dann alle drei Jahre vorzunehmen. Bei untersuchungspflichtigen Anlagen, die Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen Tätigkeit abgeben, hat die Untersuchung jährlich zu erfolgen.

Überschreitung des Massnahmewertes

Wird der technische Maßnahmewert für Legionellen überschritten, ist das zuständige Bezirksamt unverzüglich hierüber zu informieren. Der entsprechende Untersuchungsbefund ist beizufügen. Bei einer Überschreitung hat der Unternehmer und sonstige Inhaber außerdem

  • unverzüglich Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen durchzuführen oder durchführen zu lassen; diese Untersuchungen müssen eine Ortsbesichtigung sowie eine Prüfung der Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik einschließen,
  • eine Gefährdungsanalyse zu erstellen oder erstellen zu lassen und
  • die Maßnahmen durchzuführen oder durchführen zu lassen, die nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zum Schutz der Gesundheit der Verbraucher erforderlich sind.

Zu den Maßnahmen nach dem ersten Spiegelstrich haben der Unternehmer und der sonstige Inhaber Aufzeichnungen zu führen oder führen zu lassen. Über das Ergebnis der Gefährdungsanalyse und sich möglicherweise daraus ergebende Einschränkungen der Verwendung des Trinkwassers haben der Unternehmer und der sonstige Inhaber der Wasserversorgungsanlage unverzüglich die betroffenen Verbraucher zu informieren. Ebenso muss der Unternehmer und der sonstige Inhaber der Wasserversorgungsanlage das Gesundheitsamt über die geplanten und durchgeführten Maßnahmen informieren.

Weitere Informationen

Das Umweltbundesamt hat eine Empfehlung für die Durchführung einer Gefährdungsanalyse (PDF-Datei) gemäß Trinkwasserverordnung veröffentlicht. Diese Empfehlung gibt wichtige Hinweise für den Fall einer Überschreitung des technischen Maßnahmewertes für Legionellen. Zur Durchführung der systemischen Untersuchung (PDF-Datei), wie sie in der Trinkwasserverordnung gefordert wird, hat das Umweltbundesamt ebenfalls eine Empfehlung herausgegeben. In dieser Empfehlung werden unter anderem wichtige Hinweise zur Festlegung von Probenahmestellen und zur Probennahme gegeben.

Kontakt

Ulrich Janßen

Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz
Billstraße 80a
20539 Hamburg
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Informationen von Hamburg Wasser

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