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Filmreihe vom 22. bis 27.3.2018 „Verschränkte Blicke: Israel und Palästina“

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Essayistische Filme zum Israel-Palästina-Problem

Filmstill: Forgivness Mechilot (Forgiveness) engl. OF, Udi Aloni, ISR/USA 2006,

„Verschränkte Blicke: Israel und Palästina“

Einführung und Diskussionen dieses speziell für Oberstufen-Klassen geeigneten Programms erfolgt durch Dr. Peter Grabher, der die Filme in seiner Doktorarbeit „Hier und anderswo. Palästina-Israel im essayistischen Film“ analysiert hat. Ergänzend wird der Hollywood-Film Exodus gezeigt, der in geschönter Weise von dem gleichnamigen jüdischen Flüchtlingsschiff erzählt. Der unrühmliche Epilog dazu fand in Hamburg statt, wie die Gedenktafel bei den St. Pauli Landungsbrücken erläutert: „Im Sommer 1947 versuchten über 4500 Jüdische Holocaust Überlebende von Frankreich aus mit dem Haganah-Schiff "Exodus" in das damalige Britische Mandatsgebiet Palästina zu gelangen. In internationalen Gewässern vor der Küste von Haifa wurde das Schiff von Britischen Kriegsschiffen gerammt und nach schweren Kämpfen an Bord in den Hafen von Haifa geschleppt. Die Briten brachten die Flüchtlinge gewaltsam auf drei Schiffe und schickten sie nach Frankreich zurück. Dort weigerten sie sich, von Bord zu gehen. Auf Befehl der Britischen Regierung fuhren die Schiffe weiter nach Hamburg, von wo die Menschen gegen ihren Willen zwischen dem 8. und 10. September 1947 von der Britischen Besatzungsmacht in zwei Lager bei Lübeck interniert wurden. 'Exodus 1947' weckte die Welt auf und war ein Anstoß zur U.N. Abstimmung die zur Gründung des Staates Israel führte.“

Ort

Kino Metropolis, Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg

Der Eintritt ist frei.

Do 22.3. 17 Uhr

Einführung: Thomas Tode
Blicke aus Europa I

Avodah / Arbeit (PAL/HU/GB 1934/35, 43') von Helmar Lerski wirbt für die jüdische Einwanderung nach Palästina, den Aufbau des Landes und die Suche nach Wasser. Gedreht im plastischen Stil der sowjetischen Film-Avantgarde von einem der besten Kameramänner der Weimarer Republik. Bei der Auswertung hielt sich die World Zionist Organisation zurück, vielleicht da der Film auch das arabische Leben „unerhört schön zeigte“ und damit die Koexistenz von Juden und Arabern in Palästina denkbar machte.

Description d’un combat / Beschreibung eines Kampfes (F/IL 1960, 57', 35mm, DF) von Chris Marker. Feinsinniger und farbenprächtiger Essayfilm über den noch jungen Staat Israel – entworfen als Zeitreise zu Utopien und Wundern, Kibbuz und Einwanderer-Schiffen. Der von Kafka entlehnte Titel spielt auf den Kampf zweier Menschen an, der sich als Kampf eines Einzelnen mit sich selbst herausstellt. Der Berlinale 1961 war der Film den Goldenen Bären wert.

 

Fr. 23.3. 17-21.30 Uhr

Einführung: Peter Grabher (Wien) und Thomas Tode
Verschränkte Blicke Israel-Palästina I

Mechilot (Forgiveness) engl. OF, Udi Aloni, ISR/USA 2006, 97’
Der junge New Yorker Jude David beschließt, nach Israel auszuwandern. Nachdem er als Soldat ein palästinensisches Mädchen erschossen hat, muss er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Sie wurde in den Gemäuern eines arabischen Dorfes errichtet, in dem es 1948 zu einem Massaker an den Einwohnern gekommen war. In dieser „Trauma-Zone“ suchen ihn die Geister seiner persönlichen und die der kollektiven Geschichte heim. Hier spaltet sich die Erzählung in zwei mögliche Verläufe: Verhängnis oder Rettung.

The Time that Remains  engl. OF, Elia Suleiman, GB/I/F/B 2009, 109'
Keine Heldengeschichte, keine Familiensaga, sondern ein Film über das Gedächtnis, eine Chronik des Absurden. Der in Paris lebende Regisseur Elia besucht seine greise Mutter in Nazareth. Gleichzeitig reist er zurück in der Zeit. Im 1. arabisch-israelischen Krieg überlebt der Vater wie durch ein Wunder ein Exekutionskommando. Die Suleimans werden zu Bürgern eines neuen Staates gemacht. Der Regisseur inszeniert seine eigene Kindheit, Jugend und Erwachsenenzeit, in Zeichen der Niederlage: 1970 als aufmüpfiger Schüler, 1980 als politischer Aktivist, der Weggang ins Ausland, und heute kehrt er als 50jähriger zurück in ein Land, in dem seit 1948 im Grunde immer noch derselbe Krieg andauert.

 

Sa. 24.3. 17-21.30 Uhr

Einführung: Peter Grabher (Wien) und Thomas Tode
Verschränkte Blicke Israel-Palästina II

Local Angel   OmU, Udi Aloni ISR/USA 2002, 69'
Der Engel der Geschichte: Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe. Der in New York lebende Filmemacher Udi Aloni kehrt nach der 2. Intifada und nach 9/11 nach Jerusalem zurück, um einen Dialog mit seiner Mutter Schulamith aufzunehmen, einer bekannten Politikerin und Friedensaktivistin. Sie erörtern kontrovers mögliche Optionen zwischen Ein- oder Zweistaatenlösung. Der Film kreist explizit um die gefährliche politische Theologie von Jerusalem. Aloni spricht mit israelischen und palästinensischen Freunden über die vielfältigen Aufladungen des Ortes und deren Gebrauch in der israelischen Politik, von National-Religiösen bis zu Links-Zionisten. Er setzt dem die Texte von Autoren der deutsch-jüdischen Diaspora entgegen. Die Reise gipfelt in der Begegnung mit dem PLO-Chef Arafat, bei der Aloni um Verzeihung bittet.

Private Investigation DF Ula Tabari, PAL/D/F 2002, 90'Geschichte eine Entfremdung: auf der Suche nach der unmöglichen Identität der „palästinensischen Israelis“ bzw. der „israelischen Araber“. Der Film geht aus von einem Foto der Filmemacherin aus ihrer Kindheit, als sie am Unabhängigkeitstag die israelische Nationalhymne singt. Die in Nazareth geborene, heute in Paris lebende Ula Tabari unternimmt eine Recherche nach einer staatlichen Politik, die einer Minderheit eine Identität unterschiebt, die nicht ihre eigene ist. Sie spricht mit ihrer Mutter über die Auswirkungen der Kriege auf die Familie und über die Erinnerungen an die „Nakba“ (arab.: Katastrophe). Sie fragt auch, wie palästinensische Geschichte in israelischen Schulen vorkommt. Der Film ist Tabaris persönliche „Unabhängigkeitserklärung“.

Mo. 26.3. 17 Uhr

Einführung: Peter Grabher (Wien) und Thomas Tode
Blicke aus Europa II

Ich kam nach Palästina OF, Robert Krieg / Monika Nolte, D 1998, 90'
Der Film porträtiert jene besondere Gruppe von deutschen und osteuropäischen Einwanderern der 1930er Jahre, die im neuen Staat aus ihren Träumen ernüchtert erwachten und sich entgegen ihrer Regierung politisch zu engagieren begannen. Diese vereinzelten Randfiguren von einst sind heute ins Zentrum der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit gerückt und für die jüngere, politisch kritische Generation Israels von vitaler Bedeutung. Auch die Erzählung von Amos Oz hält dafür, dass ein Leben ohne Traum nicht lebenswert sei - aber es kommt auf die Qualität des Traumes an (Marie-Luise Bott).

Di. 27.3. 19 Uhr

Einführung: Thomas Tode

Exodus DF Otto Preminger, USA 1960, 208'
Zypern, 1947: Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges kommen Juden aus aller Welt, darunter viele Holocaust-Überlebende, in die britische Kolonie, um von dort nach Palästina überzusetzen. Die Briten, die das Mandat für Palästina übernommen haben, verweigern ihnen jedoch die Ausreise und so landen die rund 300.000 Flüchtlinge in Internierungslagern. Die amerikanische Krankenschwester Kitty Fremont (Eva Marie Saint) arbeitet als Freiwillige in einem der Lager, wo sie den radikalen, jüdischen Untergrundkämpfer Ari Ben Gannan (Paul Newman) kennenlernt. Dieser will zusammen mit mehreren hundert anderen Flüchtlingen aus dem Camp entkommen und an Bord der "Exodus" gelangen, die sie ins gelobte Land bringen soll. Als die britische Besatzungsmacht das Ablegen des Schiffes verhindert, treten die Juden in den Hungerstreik ... Vorfilm: Wochenschau (1947, 2') über den gewaltsamen Abtransport der Exodus-Passagiere in einem vergitterten Zug von Hamburg nach Lübeck.

Verantwortlich: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann
Ansprechpartnerin bei Rückfragen
Landeszentrale für politische Bildung
Annika Samesch, Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (040) 428 23-4808
E-Mail: annika.samesch@bsb.hamburg.de

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