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Filmreihe 27.Mai bis 15. August 2019 „Wir leben in einer neuen Zeit“ – Neues zu Bauhaus und Film

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„Wir leben in einer neuen Zeit“ – Neues zu Bauhaus und Film

Veranstaltungszeiten siehe Vorführtermine
Metropolis Kino, Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg

Es gelten die Eintrittspreise des Metropolis Kinos.

Vor 100 Jahren, im Sommer 1919, begann mit der Gründung des Bauhauses in Weimar die Geschichte der wohl berühmtesten Kunsthochschule überhaupt. Das Bauhaus verband die traditionell getrennten Bereiche Bildende Künste (Malerei, Skulptur), Angewandte Künste (Kunsthandwerk) und Darstellende Künste (Theater, Buhne) und unterrichtete sie in handwerklich orientierten „Werkstätten“. Dazu traten neuere Disziplinen wie Fotografie und Film.
Die Schule hatte sich die Aufhebung der künstlerischen Spezialisierung auf die Fahnen geschrieben. Der Blick über die Grenzen von Fächern und Einzelmedien hinaus sollte inspirierte, neuartige Werke ermöglichen und durch die Überlagerung unter-schiedlicher Künste zu Innovation führen. Diese Erweiterung des Filmbegriffs ist noch heute ein wichtiges Erbe unserer Gegenwart. Das Bauhaus hatte bereits in den 1920er Jahren diese vielfaltigen Zugänge zum bewegten Bild angedacht und weiter vermehrt.

Durch so eine systematische Ausweitung des Film-Verständnisses wurde nicht nur die Praxis bereichert, sondern auch die Diskussion über die Potentiale und Eigengesetzlichkeit des Filmmediums befruchtet.
Hundert Jahre später haben die hybriden Zwischenformen ungemein zugenommen, etwa Essayfilm, Fotofilm, Film im Theater, Gedichtfilm, Scherenschnittfilm, Schriftfilm usw.

Das Bauhaus wollte aber keinesfalls l’art pour l’art produzieren, sondern – als Teil einer breiteren Reformbewegung der Weimarer Republik – in eine Massengesellschaft eingreifen. Dies zeigen insbesondere die Filme mit sozialen Beobachtungen und zur Reformarchitektur. An die politische Haltung des historischen Bauhauses, seine strikte Ablehnung nationalistischer, militaristischer und autoritärer Vergangenheit, sollte immer wieder erinnert werden.

Unsere Filmauswahl berücksichtigt daher insbesondere Filme mit politischen Dimensionen. Dazu gehört auch die Problematisierung der symbiotischen Arbeitsgemeinschaften, in denen Bauhäuslerinnen als Lebensgefährtinnen ihrer Männer an zentralen Werken der deutschen Filmavantgarde mitwirkten. In den Vor- und Abspannen und auch in der Filmgeschichte hat man ihnen die Anerkennung ihrer gestalterischen Mitwirkung bisher größtenteils verwehrt, doch wird dies immer weniger akzeptiert.
Frauen wurden also auch im Bauhaus diskriminiert und – trotz einer offiziellen Politik der „absoluten Gleichberechtigung“ (Gropius) – meist in sogenannte „weibliche Fächer“ wie die Weberei abgedrängt. Dennoch finden sich erstaunlich viele Filme dieser Generation selbständiger Frauen.

Wozu beschäftigen wir uns mit der Geschichte des Bauhaus-Films? Um Kenntnisse zu erlangen, wie sich eine Film- und Mediengeschichte ohne die Unterbrechung durch Nazi-Diktatur und Krieg, möglicherweise hatte weiterentwickeln können. Aber auch, um unsere Gegenwart zu hinterfragen, den Mythos vom Koloss Bauhaus und seiner PR-Industrie. Indem wir die Bauhaus-Filme nicht allein als Äußerungen von Filmautorinnen und
-Autoren untersuchen, sondern unser Augenmerk auf die strukturellen Veränderungen legen, die sich in den Filmen aus dem Umfeld des Bauhauses ankündigen, die neue Bilder und neue Sehweisen erst möglich gemacht haben.

In 16 exemplarischen Zuspitzungen wollen wir zeigen, wie der Film am Bauhaus verstanden wurde. Wenn nicht anders angegeben führt Thomas Tode in die Filmabende ein.

Vorführterminen 

Mo., 27. Mai 2019, 17 Uhr
Das Staatliche Bauhaus – Kult der Vernunft

Mi., 29. Mai 2019, 21.15 Uhr
Bauhaus-Blicke: Großstadtleben und Naturstrukturen

Mo., 03. Juni 2019,
17 Uhr

Bauhaus-Tanzkörper I: Nachprüfbare geometrische Formen
Einführung Thomas Tode und Jakob Klenke
19 Uhr
Bauhaus-Tanzkörper II: Rekonstruktion eines Filmabends am Bauhaus

Mo., 24. Juni 2019, 17 Uhr
Bauhaus und Politik I: Verdrängt in Weimar und Dessau, NS-Zeit und DDR

Di., 26. Juni 2019, 21.15 Uhr
Bauhaus und Politik II: Von Berlin nach Palästina – ein Bauhäusler-Schicksal?

Mo., 08. Juli 2019,
17 Uhr

Filmende Frauen vom Bauhaus I: Ré Soupault, Lore Leudesdorff und Elde Steeg
19 Uhr
Filmende Frauen vom Bauhaus II: Ellen Auerbach, Ella Bergmann-Michel und Ivana Tomljenovic

Mo., 15. Juli 2019,
17 Uhr

Heroen der Architektur als PR-Manager I: Walter Gropius
19 Uhr
Heroen der Architektur als PR-Manager II: Max Bill
Gast: Angela Thomas (Witwe von Max Bill)

Mo., 22. Juli 2019,

17 Uhr
Heroen der Architektur als PR-Manager III: Otl Aicher und die HfG Ulm

19 Uhr
Utopien, Funktionalismus und die gemäßigte Moderne à la Fritz Schumacher

Mo., 05. August 2019,
17 Uhr
Ikonische Architektur I: Mies van der Rohe
19 Uhr Ikonische Architektur II: Konstruktivismus

Do., 15. August 2019,
17 Uhr

In der Nachfolge des Bauhauses: Abstraktes und Dadaistisches
19 Uhr
Bauhaus to go – Bauhausideen und was von ihnen übrig blieb
 

Veranstalter: Kinemathek Hamburg (Martin Aust) und Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg
(Dr. Sabine Bamberger-Stemmann), gefördert durch die Hamburgische Architektenkammer (Ullrich Schwarz).
Kuratiert von Thomas Tode.

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