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12. September - 17. Dezember 2019 Kulturwochen Mittlerer Osten

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Kulturwochen Mittlerer Osten 2019

Kulturwochen Mittlerer Osten

Diktatoren sind gefallen, neue auf den Plan getreten, Revolutionen erstickt, Kriege geführt. Der Mittlere Osten hat in den vergangenen Jahren entsetzliche Katastrophen und gewaltige Umbrüche erlebt. Wie geht es weiter? Wo sind Chancen für Frieden und Demokratie erkennbar? Junge Leute in allen mittelöstlichen Gesellschaften denken über ihre Zukunft nach und wollen sie gestalten. Kritische Stimmen lassen sich nicht mundtot machen. Wie antworten sie auf eine stark traditionell und patriarchalisch geprägte Kultur und Erziehung, handfeste politische Interessen und festgefügte Ideologien? Mittlerer Osten – wie wird deine Zukunft aussehen? Wir hören zu und denken nach mit Menschen, die von dort kommen, lauschen neuen Tönen und kommen ins Gespräch.

Hanna Lehming | Mittelost-Referat der Nordkirche

Abut Can | Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg

 

Donnerstag, 12. Dezember 2019             19 Uhr

METROPOLIS-Kino, Kleine Theaterstrasse 10, 20354 Hamburg
Capernaum - Stadt der Hoffnung
Nadine Labaki, Libanon 2018, 126 min.

Zain (Zain Al Rafeea) ist gerade einmal zwölf Jahre alt. Zumindest wird er auf dieses Alter geschätzt. Der Junge hat keine Papiere und die Familie weiß auch nicht mehr genau, wann er geboren wurde. Nun steht er vor Gericht und verklagt seine Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben, obwohl sie sich nicht um ihn kümmern können. Ein Kind klagt seine Eltern an und mit ihnen eine ganze Gesellschaft, die Armut, Not und Elend zulässt.

In visuell eindrucksvollen Bildern erzählt CAPERNAUM – Stadt der Hoffnung von den abenteuerlichen Lebensumständen jener, die von einem besseren Leben träumen, aber in unserer Welt keine Chance haben. Ein Film von großer Empathie und Mitmenschlichkeit, der bei den Filmfestival in Cannes mit stehenden Ovationen minutenlang gefeiert wurde.

Eintritt: Euro 5,-

In Kooperation mit dem Metropolis-Kino.

 

Dienstag, 17. Dezember 2019                   19 Uhr
METROPOLIS-Kino, Kleine Theaterstrasse 10, 20354 Hamburg
WAJIB, Palästina/Israel 2017, Regie: Annemarie Jacir, OF m. dt. Untertiteln

Schon vor einigen Jahren hat der Architekt Shadi (Saleh Bakri) seiner Heimatstadt Nazareth und damit auch seiner gesamten Familie den Rücken gekehrt, um sich in Rom ein neues Leben aufzubauen. Nun kommt er zurück, denn die Hochzeit seiner Schwester Amal (Maria Zreik) steht kurz bevor. Und wie es die palästinensische Tradition vorsieht, müssen Shadi und sein Vater Abu (Mohammad Bakri) die Hochzeitseinladungen persönlich übergeben.

Mohammad und Saleh Bakri sind auch im wirklichen Leben Vater und Sohn. In einem alten Volvo tuckern sie die Hügel von Nazareth rauf und runter und besuchen die Gäste. Dabei brechen alte Wunden wieder auf und ihre völlig unterschiedlichen Lebensweisen sorgen für neue Spannungen.

Eintritt: Euro 5,-

In Kooperation mit dem Metropolis-Kino.

 VERGANGENE TERMINE

Donnerstag, 12. September 2019                          19 Uhr
Tschaikowsky-Saal ( U-Messehallen ) | Tschaikowskyplatz 2 | 20355 Hamburg
„Beats statt Steine“ - Musik als Protest in der arabischen Jugend
Arian Fariborz, freier Journalist, Redakteur und Moderator, Köln

Mit dem Mikrofon oder Megafon in der Hand, mit Tablas oder Gitarren: Musik als Ventil für politischen Protest ist eine grenzenlose Jugendprotestkultur – ob in Algiers, Kairo oder Ramallah. Auf dem Höhepunkt der Arabellion kreierten junge Künstler im Mittleren Osten Soundtracks zur Mobilisierung von zivilem Widerstand. Musik war Ausdruck von Protest in Algerien, wo Hip-Hop-Musiker mit ihren Songs gegen eine fünfte Amtszeit des greisen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika ein Millionenpublikum erreichten und den friedlichen Aufstand gegen das politische System, die grassierende Korruption und Vetternwirtschaft und die Perspektivlosigkeit der Jugend orchestrierten. Der Vortrag bringt zahlreiche Musikbeispiele aus der arabischen Welt und lädt zur Diskussion ein.

Moderation: Hanna Lehming, Referentin für den Mittleren Osten

 

Freitag, 20. September 2019                     19 Uhr
Patriotische Gesellschaft Hamburg, Reimarus-Saal, Trostbrücke 4-6, 20457 Hamburg
Noch Chancen für Demokratie? - Die Türkei nach den Wahlen in Istanbul
Dr. Canan Kaftancıoğlu, Politikerin, Istanbul/Türkei

Canan Kaftancıoğlu ist Chefin der Republikanischen Volkspartei CHP, der Oppositionspartei in Istanbul. Sie gilt als die „Architektin“ des Erdrutschsieges von Ekrem Imamoğlu bei der Bürgermeisterwahl im Juni 2019. „Der Mann, der Erdoğan triezt“, titelte der SPIEGEL. Kurz nach dessen Wahlsieg wurde Canan Kaftancıoğlu wegen angeblicher Präsidentenbeleidigung angeklagt und vor Gericht zitiert. Die Gerichtsmedizinerin hat sich in ihrer Doktorarbeit auf Folterfälle in den 1990er Jahren spezialisiert. Wie steht es heute um die bürgerlichen und politischen Freiheiten in der Türkei, um Menschenrechte, Pressefreiheit und Demokratie?

Im Gespräch mit Erhan Erdoğan, Plattform demokratische Türkei.
Eda And und Engin Çelik begleiten die Veranstaltung musikalisch mit anatolischen Klängen.

Vortrag auf Türkisch mit deutscher Simultan-Übersetzung.

In Kooperation mit der Patriotischen Gesellschaft Hamburg.

 

Freitag, 27. September 2019                     19 Uhr
Tschaikowsky-Saal ( U-Messehallen ) | Tschaikowskyplatz 2 | 20355 Hamburg
Fremde Freunde: Irans Zivilgesellschaft im Umbruch und ihr Verhältnis zu Israel
Saba Farzan, Publizistin, Berlin

Die Perser und das jüdische Volk verbindet ein ewiges Band durch die biblische Purimerzählung. Die iranische Zivilgesellschaft und Israel verbindet eine fremde Freundschaft, welche im Nahen Osten unvergleichlich ist. Überschattet wird diese Verbindung durch die iranische Diktatur - das einzige Regime auf der Welt mit einer antisemitischen und antizionistischen Staatsdoktrin. Wie lässt sich diese Menschenverachtung überwinden? Wie können aus Iranern und Israelis Partner werden?

Saba Farzan, in Berlin lebende Autorin und Gründerin der Denkfabrik Foreign Policy Circle, wird diese Fragen analysieren und mit einem israelischen Gesprächspartner diskutieren. Sie geht dabei auch auf ihre eigene Familiengeschichte ein.

Moderation: Hanna Lehming, Referentin für den Mittleren Osten

 

Dienstag, 15. Oktober 2019                      19 Uhr
Tschaikowsky-Saal (U-Messehallen) | Tschaikowskyplatz 2 | 20355 Hamburg
„Saras Stunde“ – Frauenschicksale in Saudi-Arabien
Najem Wali, Schriftsteller, Berlin, im Gespräch mit Marc Röhlig, Hamburg

Sara, eine junge saudi-arabische Frau, steht am Krankenbett ihres Onkels. Scheich Yussuf al-Ahmad ist der Chef der „Behörde für die Verbreitung der Tugendhaftigkeit und der Verhinderung von Lastern“, ein Salafist, der zum Heiligen Krieg aufruft und junge Bräute an Dschihadisten vermittelt. Er hat Saras Leben zerstört – nun ist sie aus der Verbannung in London zurück und sinnt auf Rache. Der exil-irakische Schriftsteller Najem Wali liest aus seinem neusten Roman „Saras Stunde“.

Im Gespräch mit Marc Röhlig, Hamburg. Der Journalist hat gerade Schicksale junger Frauen aus Saudi-Arabien und ihre Flucht nach Europa recherchiert. Im Gespräch mit Najem Wali geht es um den Golfstaat, die Situation von Frauen und die Macht der Mullahs. Literarische Fiktion trifft politische Realität!

Ali Shibly, Hamburg, begleitet die Gespräche musikalisch mit der Oud.

Eintritt: Euro 7,-

Mittwoch, 23. Oktober 2019                    19 Uhr

Zentrum Mission und Ökumene, Agathe-Lasch-Weg 16, 22605 Hamburg
Als Seelsorger in Afghanistan
Pastor Gerson Seiß, Neumünster

Zum dritten Mal war Pastor Gerson Seiß als Militärseelsorger im Auslandseinsatz in Afghanistan, dieses Jahr in Masar-i-Scharif. Bereits 2004 und 2007 war er für einige Monate als Seelsorger in Kabul. Seiß berichtet von einem fremden Land und von seinen Eindrücken. Worin besteht der Auftrag der etwa 1.000 deutschen Soldatinnen und Soldaten? Warum sind sie in der islamischen Republik, die seit vielen Jahren vom Terror der Taliban erschüttert wird? Konnte die internationale Militärpräsenz bislang etwas bewirken? Und was macht die Kirche im Feldlager?

Moderation: Hanna Lehming, Referentin für den Mittleren Osten

 

Donnerstag, 7. November                         19 Uhr

Uni Hamburg, Hauptgebäude | Hörsaal M (ESA M) | Edmund-Siemers-Allee 1 | 20146 Hamburg
Was sprach Zarathustra? - Wurzeln iranischer Religiosität
Dr. Bijan Gheiby, Medienwissenschaftler und Iranist, Göttingen

Der Zoroastrismus entstand im 7.-6. Jh. v. Chr. in Persien. Trotz ihrer universalen ethischen Lehre blieb die Religion ihrem Entstehungsort und dem persischen Volk treu. Bekannt war sie aber auch in Griechenland, unter den Juden und im Frühchristentum. Nach der islamischen Eroberung Persiens erstarrte die Religion Zarathustras im Formalismus und im Ritualismus. Erst mit der Aufklärung erwachte in Europa ein Interesse für die Lehre Zarathustras. Seit der Islamischen Revolution im Irans 1979 ist dort wieder ein neues Interesse an der Religion Zarathustras spürbar. Birgt die alte Religion vielleicht auch die Frage der persischen Identität?

Moderation: Hanna Lehming, Referentin für den Mittleren Osten

In Kooperation mit dem Institut für Religions-, Missions- und Ökumenewissenschaften der Universität Hamburg.

Mittwoch, 13. November 2019                19 Uhr
Tschaikowsky-Saal ( U-Messehallen ) | Tschaikowskyplatz 2 | 20355 Hamburg
Abschied vom multikulturellen Orient? – Der Status von Minderheiten im Mittleren Osten

Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker, Göttingen

Der Mittlere Osten gilt als die Wiege der Zivilisation. Die altorientalischen Reiche der Sumerer, Ägypter, Babylonier, Assyrer, Hethiter und Perser formten die Region zu einem einzigartigen Kulturraum. Bereits Jahrtausende alt ist die Geschichte von Assyrern und Aramäern, Juden, Kopten, Zoroastriern, Mandäern und Chaldäern. Noch heute ist der Orient die Heimat unterschiedlichster Völker und Religionen. Doch Kriege und Bürgerkriege, religiöser Extremismus und Völkermord führen zunehmend zum Verschwinden der Minderheiten. Hat das Zusammenleben der Kulturen im Mittleren Osten noch eine Chance?

Moderation: Hanna Lehming, Referentin für den Mittleren Osten

 

Sonntag, 17. November 2019                   19 Uhr
Gemeindehaus der Christuskirche Hamburg-Eimsbüttel, Bei der Christuskirche 2 (U-Christuskirche)
Von Damaskus bis Dithmarschen: Konzert der Mittelholsteinischen WELT Kapelle

Acht Musiker unterschiedlicher Kulturkreise mixen Eignes mit Sounds des Nahen und Mittleren Ostens, der Nahen Westküste, des Mittleren Holstein sowie allem, was geographisch und stilistisch dazwischen liegt. Dabei erklingt auch viel eigene Musik, alle Arrangements machen die Musiker selbst! Einzigartig!

Mit Ali Al-Shawi – Tabla | Ameer Hussein Fares - Kanoun/Tabla | Anette Berchtold – Klarinette | Christian Gayed – Kontrabass | Hakim Emam - Oud, Gesang | Jaafar Daoud – Ney | Manfred Jaspers - Violine, Gesang | Matthias Kempendorf - Bouzouki, Concertina, Mandoline, Gesang

Eintritt: Euro 8,-

In Kooperation mit der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Hamburg-Eimsbüttel.

Donnerstag, 28. November 2019                           19 Uhr
Hauptkirche St. Petri, Innenstadt, Mönckebergstraße, 20095 Hamburg
Friedensgebet mit orientalisch-orthodoxen Kirchen
Gemeinsam mit den orientalisch-orthodoxen Kirchen in Hamburg beten wir um Frieden für die Menschen im Mittleren Osten. Das Gebet in der Tradition der orientalischen-orthodoxen Kirchen gilt allen Menschen, die in dieser Region leben: Christen, Muslime, Eziden, Alawiten, Juden, Drusen, Kurden, Aleviten sowie Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften und Völker. Es singt der Mädchenchor der Syrisch-Orthodoxen Kirche. Wir hören armenische, syrisch-orthodoxe, koptische und äthiopische Gesänge und Liturgien und erleben das getanzte Gotteslob eritreischer Christen.

Anschließend ist Gelegenheit zu Begegnung und Austausch mit den Mitgliedern orientalischer Kirchen in Hamburg. Herzliche Einladung!

LEITUNG: Pastorin Hanna Lehming, Hauptpastor Dr. Jens-Martin Kruse

In Kooperation mit der Hauptkirche St. Petri Hamburg.

 

Montag, 2. Dezember 2019                       19 Uhr
METROPOLIS-Kino, Kleine Theaterstrasse 10, 20354 Hamburg
Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats
Dokumentarfilm, OF m. dt. U., Deutschland/Syrien/Libanon 2017, Talal Derki, 99 min.

Koranstudium statt Matheunterricht, Kampftraining statt Fußballtraining, militärische Disziplin statt jugendlicher Rebellion – das ist der Alltag für Ayman (12) und Osama (13). Die beiden Brüder wachsen in Syrien auf und sollen islamische Gotteskrieger werden - jedenfalls nach dem Willen ihres Vaters. Der größte Traum des al-Nusra-Rebellenführers Abu Osama ist die Errichtung eines Kalifats.

Regisseur Talal Derki kehrt für OF FATHERS AND SONS in sein Heimatland Syrien zurück. Es gelingt ihm, über einen Zeitraum von zwei Jahren den Alltag einer radikal-islamistischen Familie zu begleiten. Der mehrfach ausgezeichnete Film zeigt einzigartige und emotionale Einblicke in eine sonst hermetisch abgeriegelte Welt.

Eintritt: Euro 5,-

In Kooperation mit dem Metropolis-Kino.

 

Pastorin Hanna Lehming,

Zentrum für Mission und Ökumene
Referat Mittlerer Osten
Agathe-Lasch-Weg 16 | 22605 Hamburg
Telefon 040 881 81 - 224 | 170 46 855 12
h.lehming@nordkirche-weltweit.de
www.kulturwochenmittlererosten.de

 

Abut Can
Landeszentrale für politische Bildung
Behörde für Schule und Berufsbildung
Dammtorstraße 14, 20354 Hamburg
Tel: 42823-4812 Fax: 42823-4813
abut.can@bsb.hamburg.de

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