6. UmweltPartner-Dialog Getestet und für gut befunden

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Zum sechsten Mal fand am 20. November der UmweltPartner-Dialog der Umwelt-Partnerschaft Hamburg statt. Rund 80 aktive UmweltPartnerinnen und UmweltPartner waren der Einladung gefolgt und erfuhren unter dem Motto „Clever bilanziert – Ressourceneffizienz für PROFIs“ Wissenswertes und Praktisches rund um Material- und Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie.

Getestet und für gut befunden

Umweltschutz als Innovationstreiber

Gastgeber waren die H&R Ölwerke Schindler GmbH, die beweisen, dass Ressourceneffizienz und Umweltschutz bestens zu einem klassischen Unternehmen passen und Umweltschutz auch als Innovationstreiber wirken kann. Dies zeigt auch ein neuartiges Produkt der H&R Ölwerke Schindler: Weichmacher für Autoreifen aus Pflanzenöl. Das Produkt wird bereits erfolgreich am Markt vertrieben, das Unternehmen baut damit seine Position als Weltmarktführer weiter aus. Jürgen Trimbach, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Ölwerke Schindler, erläuterte auf der Veranstaltung, welche Vorteile der pflanzliche Weichmacher gegenüber dem konventionellen aus Mineralöl hat. Die Produktentwicklung wurde unterstützt durch das Programm für Innovationen im Umweltbereich (PROFI-Umwelt) der Stadt Hamburg.

Während des Werksrundgangs wurde deutlich, an welchem Scheideweg eine Spezialitätenraffinerie wie Schindler aktuell steht: Einerseits werden dort im Jahr bis zu eine Million Tonnen so genannte atmosphärische Rückstände aus der Rohöl-Verarbeitung zu rund 350 Produkten veredelt. Dazu gehört schwarzer, zähflüssiger Bitumen, Hauptprodukt des Straßenbaus, ebenso wie das klare Öl P70, Grundlage medizinischer Produkte, aber auch Basis vieler beliebter Kosmetika. Andererseits hat das Traditionsunternehmen konsequent die „Bio-Direction“ eingeschlagen, wie H&R-Geschäftsführer Martin Ahmann in seinem Grußwort betonte. Am Standort steht die derzeit weltgrößte Elektrolyseanlage zur Herstellung von Wasserstoff für den Produktionsprozess, aber auch für die Speicherung von Strom in Lastspitzen, um Schwankungen im Stromnetz, wie sie durch Energie aus regenerativen Quellen entstehen, auszugleichen.  Auch dieses Projekt wurde durch Mittel der BUKEA im Rahmen des EU-geförderten Programms „Energiewende in Unternehmen“ unterstützt.

Die langfristige Entwicklung des Unternehmens sei auf Produkte aus Biomasse wie den Weichmacher und aus synthetischen Inhaltsstoffen ausgerichtet. „Das ist die Zukunft“, zeigte sich auch Jürgen Trimbach überzeugt.

„Die Ölwerke Schindler haben die Leitlinie der Bioökonomie wörtlich genommen“, richtete sich Jens Kerstan, Hamburger Senator für Umwelt und Energie, in seinem Grußwort direkt an den Gastgeber. Eine Wirtschaft, die auf nachwachsenden Rohstoffen basiere, trage die Antworten auf aktuelle Herausforderungen bereits in sich. „Als kreislaufbasierte Bioökonomie bietet sie uns eine Alternative zum linearen Wirtschaftsmodell“, betonte der Senator.

Jürgen Trimbach betonte, dass es heute nicht reiche, einfach ein umweltfreundliches, energie- und ressourceneffizientes Produkt zu kreieren. „Die Produkte müssen auch verbesserte Leistungen mitbringen.“ So haben die Ölwerke Schindler ihren Weichmacher nicht nur einem extrem harten Realitätstest unterzogen: er wurde Go-Kart-Rennreifen beigemischt und auf der Rennstrecke getestet. Das Unternehmen hat auch begleitend eine CO2-Bilanz erstellt. Das Ergebnis der Fahrtests: „Trocken- und Nassgriff sind besser als beim herkömmlichen Weichmacher und der Spritverbrauch geht durch einen verringerten Rollwiderstand um bis zu 5 Prozent zurück“, erläuterte Entwicklungsleiter Trimbach. Auch die weitere Betrachtung der Ökobilanz kann sich sehen lassen. Die Ölpflanzen verbrauchen zwar Fläche und Wasser. Der Nachteil wird jedoch durch die Aufnahme und Bindung von CO2 mehr als ausgeglichen. Insgesamt werden 60 Prozent weniger Kohlendioxid emittiert als bei herkömmlichen Weichmachern.

Verkaufsargument Ressourceneffizienz

Aljoscha Lampa, Entwicklungsingenieur beim UmweltPartner Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH, unterstrich in der Podiumsdiskussion diesen Aspekt der Lieferkettenverpflichtung: „Unsere Kunden wollen wissen, wie viel CO2 und wie viel Energie neue Prozess- und Maschinenkonzepte einsparen. Auch in China und Indien.“ Bessere Verkaufsargumente habe, wer Maschinen anböte, die ressourceneffizient arbeiten und dies mit einer Ökobilanz belegen können. Harburg-Freudenberger ist Weltmarktführer für  Reifenvulkanisiermaschinen, in denen PKW-Reifenrohlinge durch Druck und Temperatur in gebrauchsfertige Reifen überführt werden. Ebenfalls mit Hilfe der Projektförderung durch PROFI-Umwelt hat das Traditionsunternehmen einen entscheidenden Schritt getan, um sich von einem klassischen Maschinenbauer, mit Fertigung nach Kundenwunsch, in einen Systemanbieter von kosten- und energieintensiven Heizungssystemen für Reifenvulkanisiermaschinen zu transformieren.

Mehrwert durch Ökobilanzen

Dr. Andrea Gassmann, Abteilungsleiterin Kreislaufmanagement der Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Spezialistin für Stoffstrommanagement, verdeutlichte den anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmern ebenfalls, dass eine Ökobilanz alles andere als nur Aufwand ist. „Die Ökobilanz ist eine analytische Methode zur Abschätzung potenzieller Umweltwirkungen von Systemen“, erläuterte sie. Die dafür erhobenen Daten der Stoff- und Energieströme sind wertvoll auch in anderen betrieblichen Zusammenhängen und bilden wichtige Entscheidungsgrundlagen. Und die Kosten der Ökobilanz können im Rahmen von PROFI-Umwelt gefördert werden.

Über PROFI-Umwelt werden Zuschüsse von bis zu einer halben Million Euro für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben gezahlt, berichtete Martin Jung, Abteilungsleiter Innovation und Geschäftsentwicklung bei der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB). Der zentrale Messwert für Fördermöglichkeiten sei die Reduktion von Kohlendioxid, die förderfähige Summe liege grundsätzlich bei 25 Prozent des gesamten Vorhabens.

Jürgen Trimbach unterstrich: „Die Frage unserer Kunden ist heute nicht mehr, ob wir eine solche Bilanz erstellen könnten, sondern ob wir sie gemacht haben und die Werte vorlegen können.“

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