Behörde für Umwelt und Energie

3. UmweltPartner-Dialog Knappheit als Chance

Material- und Rohstoffeffizienz standen am 10. November 2015 im Mittelpunkt des dritten UmweltPartner-Dialogs bei Lufthansa Technik am Flughafen Fuhlsbüttel. Die Gastgeber konnten hierzu zahlreiche spannende Einblicke bieten.

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Knappheit als Chance

Materialeffizienz und ein möglichst schonender Umgang mit den weltweit verfügbaren Rohstoffen erlangen auf globaler wie regionaler Ebene zunehmende Bedeutung. Allerdings, so Senator Jens Kerstan in seinem Grußwort zur Eröffnung der dritten Dialogveranstaltung der UmweltPartnerschaft, sei es bislang weltweit noch nicht gelungen, das Wachstum von Wohlstand von einem ebenso zunehmenden globalen Rohstoffbedarf abzukoppeln.

Genau dies, betonte Senator Kerstan, sei aber dringend notwendig und letztlich auch machbar: durch intelligentes Produktdesign, eine effektive Kreislaufwirtschaft, moderne Produktionsmethoden und mehr. „Der Begriff „erneuerbare Rohstoffe“ sollte ebenso in aller Munde sein wie der Begriff „erneuerbare Energien“ und daran wollen wir arbeiten“, betonte Jens Kerstan.

Der Senator wies auch darauf hin, dass es für dieses Thema kaum einen besseren Gastgeber als Lufthansa Technik geben könne. Ein wichtiges Tätigkeitsfeld des Unternehmen sei etwas, was viele Produzenten nicht mehr vorsehen und viele Konsumenten nicht mehr kennen: die Reparatur. "Ihr Unternehmen zeigt", so der Senator, "dass reparieren nicht überholt ist. Im Gegenteil, Sie stehen damit an vorderster Front: technologisch, ökonomisch und nicht zuletzt ökologisch." 

Reparieren statt wegwerfen als Kerngeschäft

Materialeffizienz war für den Gastgeber der Veranstaltung, schon immer ein wichtiger Erfolgsfaktor: als Reparaturbetrieb ist die Verlängerung von Lebenszyklen und die Optimierung einzelner Komponenten oder komplexer Systeme das zentrale Geschäftsfeld des Unternehmens.

Dessen Vorstandsvorsitzender Dr. Johannes Bußmann zeigte in seinem Grußwort anhand eines einfaches Beispiels die ökonomische Bedeutung von „Reparieren statt Ersetzen“ auf, wonach in der Luftfahrt ein Ersatzteil im Schnitt acht bis zehn mal höhere Kosten verursacht als die Instandsetzung der entsprechenden Komponente. Bußmann betonte ebenso die Bedeutung einer umfassenden Umweltstrategie für das Unternehmen, die neben den ökologischen auch wichtige Wettbewerbsvorteile mit sich bringt: Eine große Zahl der Kunden erwartet, dass auch ökologisch nach hohen Standards gearbeitet wird.  

Systematische Innovationsstrategie für den Wettbewerb

Materialeffizienz einerseits und möglichst Kerosin sparende Technik andererseits sind für die Kunden des Unternehmens, rund 700 Airlines weltweit, die entscheidenden Leistungen der Lufthansa Technik. Diese permanent durch verbesserte Produkte und Prozesse zu optimieren, ist eine der wichtigsten Herausforderungen, denen das Unternehmen mit einer „Innovationsroadmap“ begegnet: In dem mit rund 200 Mio. Euro ausgestatteten Innovationsprogramm werden systematisch neue Reparaturverfahren, Materialien und Technologien erforscht und entwickelt, wie Dr. Helge Sachs, Leiter Innovationsmanagement und Entwicklung, präsentierte.

Ein wichtiger Teil der Innovationsstrategie, so Dr. Sachs, sei die konsequente Weiterentwicklung des Ansatzes einer vorausschauenden Instandhaltung, um zu vermeiden, dass Schäden gar nicht erst entstehen.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen auch kontinuierlich an innovativen Reparatur- und Fertigungsprozessen. Gute Beispiele dafür sind die Entwicklung von Reparaturverfahren für die Instandhaltung der im Flugzeugbau immer stärker eingesetzten Verbundwerkstoffe oder der Einsatz dreidimensionaler Druckverfahren für einzelne Komponenten.

Effizienzsteigernde Leistungen und umweltfreundliche Betriebsabläufe gehören zusammen

Dass die Entwicklung hocheffizienter Produkte und Technologien und eine möglichst Ressourcen schonende Betriebsführung zusammen gehören, zeigte im Anschluss Ralf Wunderlich, Leiter Umweltmanagement: So wurden in den letzten Jahren am Standort Hamburg erheblich in die Gebäudetechnik investiert, ein Blockheizkraftwerk errichtet und verschiedene Verfahren energetisch optimiert. Die Verwendung von aufbereitetem Abwasser in Produktionskreisläufen oder eine Verwertungsquote von 60 % der anfallenden Abfälle zeigen, dass der Gastgeber des 3. UmweltPartner-Dialogs einen umfassenden Ansatz im Umgang mit Material wie Ressourcen verfolgt. Auch die 24 Tochtergesellschaften des Unternehmens arbeiten weltweit nach deutschen Umweltstandards.

Insgesamt tragen die Maßnahmen in diesen Bereichen dazu bei, dass Lufthansa Technik im Wettbewerb gut aufgestellt ist. Ralf Wunderlich resümierte: „Daran sieht man, dass Knappheit keine Bedrohung sein muss, sondern immer auch mit Chancen verbunden ist.“

Davon konnten sich die rund 80 Gäste der Veranstaltung bei der anschließenden Betriebsführung durch einen der Hangars und mehrere Reparaturwerkstätten mit eigenen Augen überzeugen. Die im Anschluss gebotene Gelegenheit zum direkten Austausch zwischen Unternehmern, Vertretern der Umweltpartnerschaft und den Gastgebern wurde bei der ausgebuchten Veranstaltung wie immer gerne und intensiv genutzt.