FAQs Fahrrad Fahrradfahren in Hamburg: Das müssen Sie wissen

Was genau ist eigentlich eine Fahrradstraße? Und müssen die Anwohner für die Einrichtung einer solchen Straße etwas bezahlen? Was ist der Unterschied zwischen Radfahrstreifen und Schutzstreifen? In unseren FAQs finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen. 

FAQ Fahrradfahren in Hamburg


1. Infrastruktur



Was sind Velorouten? 

Das Konzept des Hamburger Veloroutennetzes umfasst 14 stadtweite Routen mit einer Gesamtlänge von ca. 280 km. Dieses bezirks- und stadtteilübergreifende Netz bündelt den Alltagsradverkehr auf möglichst verkehrsarmen Strecken und verbindet die Wohngebiete der inneren und äußeren Stadt mit den Stadtteilzentren und der City. Die Routen stellen das Grundgerüst des gesamtstädtischen Radverkehrsnetzes dar und bilden gleichzeitig das Rückgrat der bezirklichen Netze. Im Rahmen eines umfangreichen Ausbauprogramms werden die Velorouten derzeit für den Radverkehr optimiert, wovon die Hälfte abgeschlossen ist. Nach der weitgehenden Fertigstellung 2021 wird eine durchgängige Fahrradwegweisung eingerichtet und einheitlich nach bundesweit gültigem Standard gestaltet. Mehr zu den Velorouten




Wie viel Zeit nimmt der Veloroutenausbau in Anspruch?

Ein attraktiver Ausbau der Velorouten ist notwendig, um die Fahrradnutzung auf allen Entfernungsklassen und damit den Radverkehr am Modal-Split in Richtung 25 % zu steigern. Die Partner des Bündnisses für den Radverkehr haben sich zum Ziel gesetzt, das Veloroutennetz bis zum Ende der 21. Legislaturperiode im Jahr 2020 in einer guten Qualität auszubauen. Als Grundlage wurden im Jahr 2016 zunächst alle bisherigen Veloroutenverläufe überprüft und über 40 Änderungen vorgenommen, die in das Velorouten-Planungsnetz mündeten. Die Änderungen basieren auf Empfehlungen von bezirklichen Gremien, Stadtteilbeiräten, dem ADFC und Erkenntnissen der Verwaltung.

Der Handlungsbedarf ist unterschiedlich ausgeprägt. In dem ca. 280 km umfassenden Netz wurde der jeweilige Ausbaubedarf überprüft und im Detail festgelegt. Nach Umsetzung erster Maßnahmen bis Herbst 2018 fallen bereits 124 km in die Kategorie „kein Handlungsbedarf / fertiggestellt“.

Aber auch die Velorouten, bei denen Handlungsbedarf besteht, sind zum großen Teil bereits befahrbar. Ihr Ausbauzustand ist jedoch teilweise nicht an den Verkehrsbedürfnissen des Radverkehrs ausgerichtet. Die Radverkehrsanlagen im Streckenverlauf sind häufig veraltet. Handlungsbedarfe bestehen insbesondere bei straßenbegleitenden Radverkehrsanlagen, bei selbstständig geführten Radwegen in Grün- und Landschaftsbereichen sowie im Zusammenhang mit zahlreichen Knotenpunkten.

Im Jahr 2020 soll durch die konsequente und umfassende Projektsteuerung das Netz fast vollständig baulich fertiggestellt sein. Die dann noch laufenden Maßnahmen werden aufgrund prozessbegleitender, externer Faktoren wie beispielsweise laufende Bürgerbeteiligung, Schaffung planrechtlicher Voraussetzungen, notwendiger Baustellenkoordinierung oder voller Auftragsbücher bei Baufirmen in den Folgejahren sukzessive abgeschlossen. 



Werden neben Velorouten noch weitere Radwege ausgebaut? 

Über die Velorouten hinaus werden auch an vielen anderen Stellen Radverkehrsanlagen neu gebaut oder grundlegend erneuert. Die Partner des Bündnisses haben sich für den Radverkehr zum Ziel gesetzt, das Niveau von Bau, Sanierung und Widmung von Radverkehrsanlagen im gesamten Hamburger Stadtgebiet auf 50 km pro Jahr zu steigern. Das Ziel soll zwar vorrangig über den Veloroutenausbau erreicht werden, einen wichtigen Beitrag dazu leisten aber auch die bezirklichen Fahrradrouten sowie Radverkehrsanlagen entlang stärker befahrener Straßen.

Nutzungskonflikte mit dem Fußverkehr sollen reduziert werden. Mit der Schaffung eines attraktiven, sicheren Angebots für den Radverkehr, wie zum Beispiel durch dessen Verlagerung aus dem Seitenraum auf die Fahrbahn, sind regelmäßig mehr Komfort, Sicherheit und oft auch mehr Platz für den Fußverkehr verbunden. Die Förderung des Radverkehrs ist daher regelmäßig auch eine Förderung des Fußverkehrs.

Wo immer es sinnvoll und möglich ist, werden daher Radfahrstreifen oder Schutzstreifen angelegt. Diese tragen – bei regelkonformer Ausführung – durch die asphaltierte und wartungsärmere Oberfläche zur Verbesserung des Fahrkomforts und durch die Sichtbarkeit des Radverkehrs im Straßenraum zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei. Für markierte Radverkehrsführungen kommen insbesondere stärker befahrene Straßen in Betracht, an denen entweder keine bedarfsgerechten Radwege bestehen oder abgängige Radwege nicht oder nur unter unangemessenem Aufwand (z. B. Grunderwerb, Baumfällungen) an die heutigen Anforderungen an Breite und Linienführung angepasst werden könnten.



Was sind „Fahrradstraßen“?

Fahrradstraßen gewähren dem Radverkehr Bevorrechtigungen vor dem ggf. durch Zusatzschild zugelassenen Kraftfahrzeugverkehr. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt für alle Fahrzeuge auch unter günstigsten Umständen 30 km/h. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muss der Kraftfahrzeugverkehr die Geschwindigkeit weiter verringern. Das Nebeneinanderfahren mit Fahrrädern ist ausdrücklich erlaubt, so dass zügiges Fahren auch größerer Radverkehrsmengen komfortabel möglich ist. Darüber hinaus gelten weiterhin die Vorschriften über die Fahrbahnbenutzung und über die Vorfahrt.

In Hamburg werden im nachgeordneten Netz, insbesondere auf den Velo- und bezirklichen Fahrradrouten sowie im Rahmen des Projektes „Alster Fahrradachsen“, zunehmend Fahrradstraßen eingerichtet, wo die Verkehrsverhältnisse es zulassen. Im Jahr 2015 wurden im Rheingoldweg, im Jahr 2016 in den Straßen Maukestieg und Am Lohsepark, im Jahr 2017 in der Goebenstraße, im Leinpfad und im Alsterufer sowie im Jahr 2018 im Horner Weg und in der Hartwicusstraße Fahrradstraßen eingerichtet. Die Gesamtlänge der insgesamt 20 Fahrradstraßen beträgt ca. 12 km. In den kommenden Jahren ist die Einrichtung weiterer Fahrradstraßen geplant.




Was sind die Alster-Fahrradachsen?

Unter den Alster-Fahrradachsen ist die Radverkehrsführung entlang der Außenalster zu verstehen. Die Wege entlang der Außenalster sind die am stärksten frequentierten Radstrecken in Hamburg. Auf 60 % dieser Strecken übersteigt das Radverkehrsaufkommen das Kfz-Aufkommen; teilweise werden täglich über 10.000 Radfahrerinnen und Radfahrer gezählt. Die Radverkehrsachsen entlang der Außenalster werden dementsprechend ausgebaut.

Das im September 2013 in der „Fahrradwerkstatt“ unter Leitung des Ersten Bürgermeisters entwickelte Projekt „Alster Fahrradachsen“ wurde und wird weiter fortgesetzt. Hierbei sollen die besonders stark von Radverkehr frequentierten Strecken entlang der Außenalster an die heutigen und künftigen Anforderungen angepasst werden, da die vorhandenen Wege nicht mehr dem gestiegenen Fuß- und Radverkehrsaufkommen gewachsen sind. Dabei hat das Projekt nicht nur eine große faktische, sondern auch eine symbolische Bedeutung, denn die Förderung des Radverkehrs kommt (auch) an einem der prominentesten Orte in Hamburg an. Es profitiert nicht nur der Radverkehr, sondern auch Spaziergänger, Sportler und Touristen. Darüber hinaus erfährt der Stadtraum eine deutliche und angemessene Aufwertung.

Mehr über die Alster-Fahrradachsen.




Findet der Radverkehr an Baustellen Berücksichtigung?

Die Realisierungsträger und Baufirmen sind dazu angehalten, bei der Einrichtung von Baustellen den Rad- und Fußverkehr adäquat zu berücksichtigen.

Die Zentrale Straßenverkehrsbehörde der Verkehrsdirektion hat darauf hingewirkt, dass die örtlich zuständigen Straßenverkehrsbehörden im Rahmen ihrer Zuständigkeit auf die Einhaltung der straßenverkehrsbehördlichen Genehmigungen achten. Die Baufirmen werden bei ihren Planungen auf die Einhaltung von Regelplänen und Vorschriften hingewiesen. Kontrollen finden durch die Polizeikommissariate stichprobenartig und anlässlich konkreter Hinweise statt. Die Kontrolle der Einhaltung straßenbaubehördlicher Anordnungen obliegt dem jeweils zuständigen Straßenbaulastträger, d. h. sie erfolgt je nach Maßnahme und Bezirk regelmäßig durch die Bauaufsicht oder die bezirklichen Wegewarte.




Warum ist es wichtig, Radverkehrswachstum zu fördern?

Das Wachstum des Radverkehrs trägt im Gegensatz zu anderen Verkehrsarten zur Lösung vieler gesellschaftlicher Probleme bei, anstatt sie zu verschärfen. Zur Beseitigung von Missständen wie z.B. Luftverschmutzung durch Feinstaub und Stickoxide (Folge: höheres Krebsrisiko), Verkehrslärm (Folgen: schlechte Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen), Flächenverbrauch und –versieglung (Folgen: Wärmeinseln und schlechtes Kleinklima, höheres Hochwasserschadenspotenzial, fehlender Nachbarschaftsverbund durch Trennwirkung breiter Verkehrswege), Bewegungsmangel im Alltag (Folgen: hohe gesellschaftliche Gesundheitskosten durch z.B. Adiposität und verringerte Lebenserwartung), Abhängigkeit von Kindern von Elterntaxis (bindet Zeit bei Eltern und reduziert die Arbeitsmarktverfügbarkeit sowie das Familieneinkommen), Co²-Emission und Klimawandel usw. trägt die Förderung des Radverkehrs langfristig und indirekt bei. Der aktive Lebensstil des Radfahrens kann den Gesundheitsschäden aus dem fast ganztägigen Aufenthalt in Gebäuden oder Fahrzeugen verbunden mit der überwiegend sitzenden Körperhaltung kompensieren. Er reduziert auch die negativen Folgen der überwiegend medienkonsumierenden statt bewegungsaktiven Freizeitgestaltung, wie sie sich besonders bei Kindern und Jugendlichen festigt.

Zudem sind fast die Hälfte aller Wege, die mit dem Auto zurückgelegt werden, mit dem Fahrrad genauso schnell zu erreichen, weil sie nur auf kurzen Strecken stattfinden. Das Auto ist vielleicht das bequemste, nicht aber das stadt- und umweltverträglichste, gesündeste, günstigste und eben oft auch nicht das schnellste Verkehrsmittel. Gerade in einer Stadt mit starkem Wirtschaftsverkehr ist es ein wichtiges Ziel, unnötige Privatfahrten mit Autos zu vermeiden. Dies ist nicht etwa „grün“, sondern ist vernünftig und pragmatisch.

Mehr über die Förderung des Radverkehrs in Hamburg erfahren Sie unter Radverkehrspolitik.

2. Services



Was bietet Bike + Ride? 

Bike+Ride (B+R) bietet an nahezu allen Haltestellen von U- und S-Bahnen, an vielen Bushaltestellen sowie an einigen Fähranlegern Fahrradabstellplätze an. Bike+Ride-Anlagen (B+R-Anlagen) werden in unbewachte, frei zugängliche Fahrradabstellanlagen (Bügel, teilweise überdacht) sowie in gesicherte Mietplätze in Fahrradboxen und Sammelschließanlagen unterteilt. Insgesamt verfügt Bike+Ride über 21.000 Abstellplätze an 134 Schnellbahn-Haltestellen.

Für das Jahr 2019 ist an der Haltestelle Kellinghusenstraße die erste konstruktive Anlage, ein 2-geschossiges Fahrradparkhaus mit 600 Stellplätzen, geplant.

Mehr zum Thema Bike+Ride




Werden auch Fahrradbügel gebaut?

Im Rahmen des 2011 begonnenen 1.000-Bügel-Programms zur Verbesserung des Angebotes an Fahrradabstellanlagen wurden bis 2017 weitere Maßnahmen umgesetzt. Bei diesem Programm bestimmten die Bezirksämter die Aufstellorte neuer Fahrradbügel in eigener Verantwortung; die Finanzierung erfolgte zentral durch die BWVI. Im Rahmen des 1.000-Bügel-Programms wurden seit 2011 gemäß den vorliegenden Meldungen der Bezirksämter insgesamt knapp 3.000 Bügel (entspricht 6.000 Fahrradabstellmöglichkeiten) aufgestellt.

Zudem erfolgt z. B. im Bezirk Hamburg-Mitte unabhängig vom 1.000-Bügel-Programm weiterhin ein verstärkter Einbau von Fahrradbügeln an strategisch wichtigen Stellen. So wurde 2017 eine Vielzahl von Bügeln im innerstädtischen Bereich gesetzt; für 2018 ist eine weitere deutliche Aufstockung – insbesondere im Umfeld des Hauptbahnhofes – vorgesehen. Im Zuge des Veloroutenausbaus wird entsprechend dem Bedarf auf eine ausreichende, auf Zuwachs ausgerichtete Anzahl an Bügeln geachtet (z. B. Horner Weg, Veringstraße). Überall dort, wo Kinderräder zu erwarten sind (Schulen, Freizeiteinrichtungen, Kindergärten in unmittelbarer Nähe), werden darüber hinaus Bügel mit Querholm eingesetzt.



Was ist der Melde-Michel?

Der Melde-Michel bietet Ihnen die Möglichkeit, Schäden an der öffentlichen Infrastruktur im Stadtgebiet einfach zu melden. Egal, ob eine Straßenlaterne nicht leuchtet oder im Stadtpark eine Bank kaputt ist – beim Melde-Michel sind Sie an der richtigen Adresse. Dabei kann der Hinweis ganz bequem beispielsweise vom Smartphone oder dem Computer erfolgen.

Hier kommen Sie zum Melde-Michel

3. StadtRAD



Was ist StadtRAD?

„StadtRAD Hamburg“ ist das im Juli 2009 eingeführte Fahrradleihsystem, das im Auftrag der BWVI von der Deutsche Bahn Connect GmbH (vormals DB Rent GmbH) betrieben wird. Die Angebotsdichte von StadtRAD Hamburg ist hervorragend. Das System mit derzeit 215 Stationen und 2.630 Rädern verzeichnet jährlich ca. 3 Millionen Fahrten. Und es wird weiter ausgebaut.




Wo finde ich StadtRAD-Stationen?

StadtRAD-Stationen sind an nahezu allen S- und U-Bahn-Haltestellen in der inneren Stadt und an weiteren Orten mit hohem Publikumsaufkommen wie Stadtteilzentren, verdichtete Wohngebiete, Arbeitsplatzschwerpunkte und Sport- und Kultureinrichtungen zu finden. Eine Karte mit den Standorten allen StadtRAD-Stationen in Hamburg finden Sie hier




Was kostet mich StadtRAD?

Für die Benutzung des StadtRAD-Systems fällt Jahresgebührt in Höhe von 5 Euro an. Diese werden im ersten 12-Monats-Zeitraum als Fahrtguthaben angerechnet. Die ersten 30 Minuten einer jeden Fahrt sind immer kostenlos. Ab der 31. Minute kostet StadtRAD 10 Cent pro Minute, pro Tag maximal 15 Euro. Für HVV-Abonnenten und BahnCard-Inhaber reduziert sich der Minutenpreis auf 8 Cent pro Minute.

4. Reinigung/Winterdienst



Wie werden Radwege gereinigt?

Die Stadtreinigung Hamburg verbessert kontinuierlich die Reinigungsqualität der Radwege.

Die Grundlage der Laubbeseitigung bildet das Hamburgische Wegegesetz (HWG). Gemäß § 29 Abs. 1 HWG sind zur Reinigung der Geh- und Radwege die Anliegerinnen und Anlieger verpflichtet. Das sind nach dem HWG alle öffentlichen, dem Fußgänger- oder Fahrradverkehr dienenden, von der Fahrbahn baulich abgesetzten Wegeanlagen in geschlossenen Ortschaften. Sofern der Radweg Teil der Fahrbahn ist, wird er im Zuge der Fahrbahnreinigung durch die Stadtreinigung Hamburg (SRH) gereinigt.

Ab 2018 werden unterschiedliche Fahrbahnreinigungsfrequenzen eingeführt, die in dem bis dahin erweiterten Wegereinigungsverzeichnis (WRV) dargestellt werden. Die SRH reinigt entsprechend § 32 Abs. 1 HWG außerdem diejenigen Gehwegflächen, die im WRV aufgeführt sind, für die Anliegerinnen und Anlieger gegen Gebühr. Das ist in Hamburg etwa die Hälfte aller Gehwegflächen.

Nach § 30 Abs. 2 HWG erstreckt sich die Reinigungspflicht der Anliegerinnen und Anlieger auf den Geh- und Radwegen auf die Beseitigung von Laub, Unrat und sonstigen Verschmutzungen.

Neben der Reinigung der Radwegoberflächen sind auch regelmäßiger Grünschnitt und Beseitigung von Rasenüberwuchs erforderlich. Die bezirklichen Straßenbaureviere sind seit 2016 dazu angehalten, entsprechende Maßnahmen deutlich zu intensivieren, um die Nutzbarkeit der Radwege auf gesamter Breite zu gewährleisten.




Gibt es einen Winterdienst auf Radwegen? 

Auf einem Netz von ca. 240 km Länge leistet die Stadtreinigung Winterdienst, um auch im Winter sicheres Radfahren zu ermöglichen.

Der systematische Winterdienst auf Radverkehrsanlagen wurde in den vergangenen Jahren schrittweise ausgeweitet. Im Winter 2017 / 2018 betrug die Netzlänge ca. 240 km. Zusammen mit Fahrbahnen, auf denen der Radverkehr im Mischverkehr geführt und aus anderem Anlass ein Winterdienst durchgeführt wird (z. B. Busverkehr), wird so ein „Winternetz“ für den Radverkehr gebildet.

Eine weitere Ausweitung des Winterdienstes auf Radwegen über das bestehende Netz hinaus erfordert neben der Finanzierung, dass die zu reinigenden Flächen befestigt und ohne Behinderung befahrbar sind. Hierzu sollen auch die in den letzten Wintern gesammelten Erfahrungen ausgewertet werden, um dann über die Art und Weise weiterer Ausweitung zu entscheiden.



Verkehrsverhalten/Sicherheit

Wird das Einhalten der Verkehrsregeln durch Radfahrer überwacht?

Die polizeiliche Verkehrsüberwachung in Hamburg konzentriert sich auf die Reduzierung der Verkehrsunfälle mit Personenschaden, insbesondere der Verkehrsunfälle mit Kinderbeteiligung. Darüber hinaus stellt das Verhalten von Radfahrenden im Straßenverkehr für die Polizei ein wichtiges Thema dar. Die Polizei legt großen Wert darauf, dass die Rechtsvorschriften akzeptiert und eingehalten werden. Das dient dem Schutz aller Verkehrsteilnehmer, auch der Radfahrer selbst. Vorrangiges Ziel der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit ist auch hier die Reduzierung von Verkehrsunfällen und die Minimierung von Unfallfolgen.

Um dem Fehlverhalten von Fahrzeugführenden und Radfahrenden möglichst effektiv entgegenwirken zu können, setzt die Polizei, zusätzlich zu den Einsatzkräften des täglichen Dienstes, die Fahrradstaffel ein, bei der Polizeibeamte auf Fahrrädern das Fehlverhalten von Radfahrenden und Kraftfahrzeugführenden ahnden und über die richtigen Verhaltensweisen im Straßenverkehr aufklären. In diesem Zusammenhang ist das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern unmittelbar am Einsatzort und nach Regelverletzungen von herausragender Bedeutung, denn nur bei angemessenem Gefahrenbewusstsein kann eine positive Verhaltensänderung bei den Verkehrsteilnehmenden bewirkt werden. 

Maßnahmen der Verkehrsüberwachung und Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten erfolgen schwerpunktmäßig an unfallrelevanten Örtlichkeiten und richten sich vordringlich gegen das Verhalten von rücksichtslosen Radfahrenden sowie gegen das Fehlverhalten von Kraftfahrenden gegenüber Radfahrenden im fließenden und ruhenden Verkehr. Darüber hinaus erfolgt eine intensive Aufklärung vor Unfallgefahren im Radverkehr im Dialog mit Radfahrenden vor Ort sowie bei Messen, an Infoständen und bei anderen geeigneten Gelegenheiten.

Die Fahrradstaffel führt dazu regelmäßig zielgerichtete Maßnahmen und Schwerpunkteinsätze, auch im Zusammenwirken mit den Polizeikommissariaten, durch. Diese werden aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung, eigenen Feststellungen und hinsichtlich der Unfallaufklärung aufgesucht. Weiterhin werden regelmäßig stattfindende Großkontrollen durchgeführt, die sowohl auf das Fehlverhalten von Radfahrenden als auch von Kraftfahrzeugführenden abzielen. Besondere Beachtung findet dabei die Bekämpfung der Hauptunfallursachen mit Radfahrenden-beteiligung. Zu nennen sind hier Abbiegeverstöße, Seitenabstandsverstöße, Rotlichtverstöße und das Benutzen der falschen Straßenseite bzw. von Radwegen in Gegenrichtung.




Was wird gegen das Falschparken auf Radwegen unternommen?

Zugeparkte Radwege werden von der Polizei und dem städtischen Parkraum-Management verstärkt kontrolliert.

Die Bekämpfung des Falschparkens auf Radwegen – unabhängig von einer Radwegebenutzungspflicht – ist ständige Aufgabe des täglichen Streifendienstes, der Angestellten im Polizeidienst, der Fahrradstaffel, der Verkehrsdirektion und anderer Einsatzkräfte. Außerdem erfolgen schwerpunktmäßige Überwachungen neu hergestellter Radverkehrsanlagen. Mit der Anweisung 2015-1 des Leiters der Direktion Polizeikommissariate und Verkehr (DPV) wurde ein besonderer Schwerpunkt der polizeilichen Überwachung des ruhenden Verkehrs auf Radfahrstreifen bzw. Schutzstreifen für Radfahrer gelegt (siehe http://suche.transparenz.hamburg.de/dataset/dpvl-anweisung-2015-1-parken-massnahmen-gegen-stoerungen-des-fliessverkehrs-insbes-gegen-zweit).

Die zuständigen örtlichen Polizeidienststellen verstärken die Überwachungsmaßnahmen im Rahmen ihrer personellen Möglichkeiten bei allen wesentlichen Änderungen in der Verkehrsführung – insbesondere bei der Einrichtung von Schutz- und Radfahrstreifen. Beispielhaft seien hier die intensiven Maßnahmen im Bereich des Mühlenkamps und der Fuhlsbüttler Straße genannt. Der Radfahrstreifen in der Billstedter Hauptstraße wird von den Angestellten im Polizeidienst am Polizeikommissariat 42 dauerhaft als Schwerpunktmaßnahme überwacht.

Bedarfsgemäß oder bei Beschwerdelagen finden Schwerpunkteinsätze mit Unterstützung von Zusatzkräften statt. Wenn Überwachungsmaßnahmen nicht den gewünschten Erfolg erzielen, werden in Abstimmung mit dem zuständigen Bezirksamt bauliche Maßnahmen angeregt.



Was ist unter der „Radwegbenutzungspflicht“ zu verstehen?

Die Radwegebenutzungspflicht ist nach der StVO und der dazu ergangenen Rechtsprechung dort angeordnet, wo sie aus Verkehrssicherheitsgründen erforderlich ist. An diesen Orten muss man auf dem Radweg fahren. Erkennbar ist die Radwegbenutzungspflicht an folgenden Verkehrszeichen:

Radweg

Verkehrszeichen

Gemeinsamer Geh- und Radweg

Verkehrszeichen  

Getrennter Geh - und Radweg

Verkehrszeichen  

Überall wo diese Schilder nicht angebracht sind, ist es den Radfahrer*in erlaubt auf der Fahrbahn zu fahren.

Die Radwegbenutzungspflicht wird kontinuierlich überprüft und, wo möglich, aufgehoben. Radwegbenutzungspflicht besteht fast nur noch auf bestimmten Ausfallstraßen, den Ringen sowie im Hafen.




Warum gibt es keinen Fahrradführerschein?

Ein Fahrradführerschein für die sichere Teilnahme mit dem Rad am Straßenverkehr wäre durch eine bundesrechtliche Regelung einzuführen. Die Notwendigkeit zur Einführung eines solchen Führerscheines wird nach hiesiger Kenntnis auf Bundesebene nicht gesehen. Unabhängig hiervon ist zu bedenken, dass die Einführung eines solchen Führerscheines auf eine Reihe von Problemen trifft. Fahrradfahren ist heute nicht an ein bestimmtes Mindestalter gebunden, auch Kinder können, sollen und müssen zum Teil  Fahrrad fahren (z.B. für den Schulweg), sobald sie sich damit sicher im Verkehr bewegen können. Die Einführung eines Führerscheines müsste dies berücksichtigen. Darüber hinaus würde ein solcher Führerschein für die Verwaltung einen immensen Aufwand verursachen, um entsprechende Prüfungen abzunehmen, zu dokumentieren und die entsprechenden Register zu führen. Im Übrigen ist nach den polizeilichen Erfahrungen festzustellen, dass Regelverstöße grundsätzlich nicht auf eine Unkenntnis der bestehenden Regeln zurückzuführen sind. Die geltenden Regeln sind grundsätzlich bekannt, sie werden von einem Teil der Fahrradfahrenden wie von anderen Verkehrsteilnehmern nicht aus mangelnder Kenntnis missachtet. Die Einführung eines Führerscheines würde insofern absehbar keine signifikante Veränderung der Situation erwarten lassen können. Ein Fahrradführerschein für Kinder  wird allerdings von der Schule oder der Polizei ausgestellt, ist aber kein amtliches Zeugnis. Er soll vielmehr lediglich für die Kinder einen Anreiz geben, die Verkehrsregeln zu lernen und den Lernerfolg dokumentieren.



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