Radtour von Hamburg nach Stade Entlang der Elbe ins mittelalterliche Stade

Wer in Hamburg startet, entlang der Elbe radelt und als Ziel das mittelalterliche Stade kürt, sollte nur auf gutes Wetter hoffen. Dann steht einem traumhaften Ausflug ins Grüne nichts im Wege. Ein Erlebnisbericht mit Route, Bildergalerie und Eindrücken.

Radtour Hamburg Stade

Am ersten richtigen Sommertag des Jahres habe ich mir Anfang Juni eine Fluss-Tour vorgenommen: Südlich der Elbe radelnd bis nach Stade in Niedersachsen.

Ich starte im Hamburger Zentrum, fahre parallel zur Elbchaussee am Wasser entlang und setze mit der HVV-Hafenfähre Linie 73 von Teufelsbrück über nach Finkenwerder. Viele Hobbyradler sind unterwegs, das Alte Land ruft.

An Bord der Fähre unterhalte ich mich mit einem älteren Ehepaar. Mir wird erklärt, dass ich zunächst das weitläufige Airbus-Werksgelände umfahren muss, ehe ich dem Elbverlauf weiter folgen kann.

"Wir haben heute eine Strecke von gut 30 bis 40 Kilometern ins Landesinnere geplant", berichtet mir der Mann. Seine Gattin horcht auf: "40 Kilometer? Davon hast du aber nichts erzählt, als wir losgefahren sind!"

Wie lange das Ehepaar nun tatsächlich in die Pedale getreten hat, kann ich nicht sagen. Für meine Route bis nach Stade habe ich gute 50 Kilometer veranschlagt.

Links der Deich, rechts die Elbe

Ich fahre entlang der Deiche auf gut befestigten und größtenteils geteerten Wegen stromabwärts. Von Weitem sehe ich die Industrieschornsteine in Wedel auf der anderen Uferseite.

Ab und an kann der sportlich ambitionierte Radler die Deiche auf befestigten Wegen hochfahren und munter wieder runterrollen – aus Freude am Fahren. So vernehme ich ein langgezogenes "Huuuuiiii!" einer jungen Radlerin bei der Abfahrt.

Auch ich lasse mir so manch' Zwischensprint "bergauf" nicht nehmen. Von der Erhöhung aus gilt mein Blick zudem dem Umland: Apfelplantagen wohin man schaut, eine alte Windmühle am Wegesrand oder ein frisch gestrichener Leuchtturm am Wasser.

Die Tagesroute ist gute 50 Kilometer lang

Karte

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Bei wenig Gegenwind lassen sich die Landschaftsbilder genießen. Immer wieder finden sich am Wegesrand wunderbare Elbstrände, die alleine die Reise lohnen und zur Pause einladen.

Nach knapp fünfzig gefahrenen Kilometern zeichnet sich in einiger Entfernung das stillgelegte Atomkraftwerk Stade ab, dass sich seit 2003 im Rückbau befindet und somit dem ein oder anderen Naturliebhaber auf zwei Rädern den sonnigen Tag nicht vermiesen kann.

Sandstrände wie an der Ost- und Nordsee

Wenige Kilometer vor den Toren Stades wird der breite und feine Stadestrand von hunderten Anwohnern bevölkert. Das Szenario erinnert dabei an eine Küstenstadt.

Jetzt heißt es, den Lauf der Elbe zu verlassen, vier Kilometer liegt das Tagesziel noch entfernt. Das Zentrum, vom Fluss Schwinge und weiteren Kanälen idyllisch umgeben, ist höher gelegen als das Umland.

Viele Fachwerkhäuser und urige Gassen zeugen von der mittelalterlichen Tradition der Hansestadt. Am malerischen Hansehafen mit historischem Holztretkran heißt es nach vier gefahrenen Stunden: "Sie haben Ihr Ziel erreicht!"

Mit der Linie S3 fahre ich samt einer wichtigen Erkenntnis zurück nach Hamburg: "Du warst noch nie mit dem Rad in Stade? Schade!"

Über den Autor: Der passionierte Hobby-Radler Andres Lehmann schreibt auf seiner Website über launige Hamburg-Erlebnisse und präsentiert Bilder, Videos und Musik.