Radtour von Hamburg nach Elmshorn Entlang der Elbe Richtung Nordsee

Wer in Hamburg startet, die Elbe Richtung Nordsee entlang radelt und Elmshorn zum Tagesziel hat, dem werden malerische Landschaften und so manch' tierische Überraschung geboten. Ein Erlebnisbericht mit Route, Bildergalerie und Eindrücken.

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Radtour Hamburg Elmshorn

Ein guter Freund und ich rollen mit unseren Fahrrädern Richtung Elbe, der Hafen bietet eine beeindruckende Kulisse: Entlang der ehrwürdigen Fischauktionshalle, vorbei an der Uferbebauung "Altonaer Balkon" und dem schiffsartigen Bürohaus "Dockland" radeln wir in Richtung Wedel.

Nach rund zwölf Kilometern erreichen wir Blankenese. Die "hügelige" Ortschaft mit ihrer treppenartigen Bebauung am Süllberg ist alleine die Reise wert, doch so einladend der Elbstrand auch sein mag, für eine erste Verschnaufpause ist es noch zu früh. Es gilt: Kurz das Tempo drosseln, einen Blick hinauf zu den Villen werfen und weiter geht's.

Wenige Kilometer später verlassen wir das Stadtgebiet der Millionenmetropole und erreichen das bereits zu Schleswig-Holstein gehörige Wedel.

Zunächst führt uns das unausweichliche Umfahren des Gewerbegebietes in Wedel für wenige Minuten vom Wasser weg, doch schnell führt der Weg zurück zur Elbe. Dort legen wir am Hamburger Yachthafen eine erste Pause ein.

Vor den Toren der Hansestadt haben viele Segelschiffe festgemacht, doch für einen Segeltörn bleibt keine Zeit: Der landschaftlich schönste Teil unserer Tagesroute liegt unmittelbar vor uns.

Jetzt gilt es, mächtig in die Pedale zu treten. Zwar türmen sich die Deiche geradezu malerisch auf, doch der Gegenwind ist tückisch. Die Anstrengung aber lohnt, denn das Landschaftsbild ist traumhaft.

Deiche und Schafe

Auf den komplett begrünten Deichen tummeln sich hunderte Schafe, Lämmer grasen direkt am Wegesrand oder tollen umher. Die teils geschorenen Vierbeiner stellen sich einem auch gerne in den Weg, frei nach dem Motto: Das hier ist mein Kiez.

Wer nicht auf, sondern neben dem Deich fährt, sieht das meterhohe Grün des Deiches und das Himmelblau im Zusammenspiel – ein Gemälde zum Anfassen. Doch Obacht ist geboten: Beim Zählen der Schafe kann eine schnelle Müdigkeit einsetzen, und wer möchte schon vom Sattel fallen.

Der Freizeitweg "Op de Lichten" wartet mit einer weiteren Überraschung auf. Wer sich wie wir unweit des Deichs durch das Gestrüpp gen Elbe schlägt, der traut zunächst seinen Augen nicht, denn er erblickt einen weitläufigen und breiten Strand wie an der Nord- oder Ostseeküste.

Die Tagesroute ist gute 50 Kilometer lang

Karte

Wir verlassen den Rad- und Wanderweg entlang der Elbe, unser Tagesziel Elmshorn ist für Radfahrer ausgeschildert. Fortan geht es weiter ins Landesinnere.

Die Strecke führt entlang der Krückau. Auch dieser kleine Nebenfluss der Elbe wird durch Deiche vor Hochwasser geschützt. Nachdem die Landschaft zuvor kilometerlang von Schafen geprägt war, durchfahren wir nun kleinere Ortschaften.

Reetgedeckte Häuser und urige Schrebergärten finden sich entlang der kleinen Straßen, die sich durch die idyllischen Dörfer schlängeln.

Gefiederte Aufpasser

Fremde auf zwei Rädern aus der großen Stadt werden jedoch argwöhnisch beäugt. Anders ist es nicht zu erklären, dass inmitten einer Ortschaft ein Hahn auf der Straße sitzt, uns zunächst für einige Sekunden mustert und erst dann ganz gemächlich zur Seite tappst.

Es fährt sich sehr gut auf den ebenen Radwegen, die wie begrünte Alleen anmuten, der Wind peitscht einem hier längst nicht mehr entgegen. Wir kommen unserem Tagesziel nun schnell näher. Die Peripherie von Elmshorn zeichnet sich bereits ab.

Das Tagesziel erreicht

Entspannt rollen wir zum Elmshorner Bahnhof durch die Innenstadt, in der eine neu gestaltete Fußgängerzone Richtung Bahnhof zum Verweilen einlädt.

Tennisplätze haben wir jedoch im gesamten Stadtgebiet keine entdeckt, wo also hat der bekannte Sohn der Stadt, Michael Stich, sein brillantes Serve-and-Volley-Spiel erlernt?

Mit dem Regional-Express fahren wir nach einer erlebnisreichen Tour zurück in die Hansestadt. Müdigkeit setzt ein. Zeit, um in Ruhe Schafe zu zählen.

Über den Autor: Der passionierte Hobby-Radler Andres Lehmann schreibt auf seiner Website über launige Hamburg-Erlebnisse und präsentiert Bilder, Videos und Musik.

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