Radtour von Hamburg nach Norderstedt Gen Norden!

Wer in Hamburg startet und ins direkt angrenzende Norderstedt in Schleswig-Holstein radelt, den erwarten viele Grünstreifen, Seen und Impressionen des Stadtrandgebietes. Ein Erlebnisbericht mit Route, Bildergalerie und Eindrücken.

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Norderstedt mit dem Rad erkunden

Die Radtouren entlang der Elbe oder um die Außenalster sind beliebt, doch auch der Norden der Hansestadt hat viel zu bieten. Mein Tagesziel ist Norderstedt in Schleswig-Holstein, doch zuvor wollen etliche Stadtgebiete der Hansestadt durchfahren werden.

Im Zentrum startend führt die Route vorbei an Hagenbecks Tierpark, und das mit einem Affenzahn und Löwengebrüll. Denn direkt hinter dem Zoo im Stadtteil Stellingen beruhigt sich der Autoverkehr bereits spürbar – den Trubel der Innenstadt hat der Radler schon nach wenigen Kilometern Wegstrecke hinter sich gelassen.

Das Niendorfer Gehege lasse ich heute links liegen, obwohl ein Abstecher in das bewaldete Gebiet die Tour alleine lohnt. Das Naherholungsgebiet wartet mit vielen verschlungenen Wegen oder Auslaufzonen für Hunde auf.

Da in den nördlichen Quartieren der Hansestadt nur wenige Radwege ausgewiesen sind, orientiere ich mich an den startenden und landenden Flugzeugen, die den Hamburger Flughafen in Fuhlsbüttel ansteuern – ein akustischer Routenplaner hunderte Meter über den Dächern Hamburgs.

Das Gebiet um die U-Bahn-Halstestelle Hagendeel mutet fast dörflich an: Straßenzüge mit kleinen Einfamilienhäusern – und das gerade einmal zwei Stationen vom dicht besiedelten Eimsbüttel entfernt.

Weiter stadtauswärts

In Hamburg-Lokstedt liegen kleine Wege abseits der Zufahrtsstraßen. Wer in Lokstedt einen großen Bahnhof erwartet, wird enttäuscht. Wer hingegen im angrenzenden Groß-Borstel einen Blick auf Lufthansa-Maschinen werfen möchte, der wird fündig: Sowohl startende als auch landende Flieger können aus kürzester Entfernung beobachtet werden. Auch die Lufthansa-Basis kann eingesehen werden.

Zwischen Flughafengebiet und dem Hauptfriedhof in Ohlsdorf fahre ich weiter der nördlichen Stadtgrenze entgegen. Es lohnt, etwas abseits der Hauptverkehrsstraßen in die Pedale zu treten: Tümpel, Fachwerkhäuser und gut befestigte Wege sind einladender als der Anblick vorbeirauschender Fahrzeuge.

Die Tagesroute ist 35 Kilometer lang

Karte

Mit dem Stadtteil Hummelsbüttel erreiche ich nach einem Schlingerkurs durch etliche Quartiere den Rand der Hansestadt. Das Naturschutzgebiet Raakmoor ist ähnlich einladend wie das Niendorfer Gehege.

Entlang der Glashütter Landstraße befindet sich leider kein durchgängiger Radweg, stark befahren ist die Straße indes nicht.

Schon von Weitem zeichnet sich der sogenannte "Poppenbüttler Schuttberg" ab. Nach dem 2. Weltkrieg wurde hier der Bauschutt von zerbombten Häusern abgeladen.

Doch die Natur macht die Entstehung mit tragischem Hintergrund fast vergessen: Wer den begrünten Berg hinauf steigt, hat einen wunderbaren Ausblick auf die Hansestadt und auf Norderstedt.

Fernsehturm und Michel im Blick

Direkt vor dem Berg befindet sich der Hummelsee. Unter einem schattenspendendem Baum sitzen etliche ältere Herrschaften, die etliche Modellboote über den See lenken. Selbst die Titanic ist oben auf.

Genug "Hafenluft" geschnuppert. Ich verlasse das Gebiet der Hansestadt und erreiche das weitläufige Norderstedt: Im Jahre 1970 wurden fünf Gemeinden zu einer Stadt zusammengefasst. Zum Kreis Segeberg gehörend, zählt die Kommune heute rund 70.000 Einwohner.

Mein Ziel ist nach 35 Kilometern Fahrtstrecke das Stadtzentrum Norderstedts, mit vielen Geschäften, einem neumodischen Rathaus samt Vorplatz und kleinem Stadtpark. Zudem befindet sich an Ort und Stelle die Endhaltestelle der Linie U1.

Mit der U-Bahn also verlasse ich Schleswig-Holstein und fahre nach einer gut dreistündigen Tour zurück gen Hansestadt. Es bleibt die Frage: Die Tour nach Norderstedt? Nett!

Über den Autor: Der passionierte Hobby-Radler Andres Lehmann schreibt auf seiner Website über launige Hamburg-Erlebnisse und präsentiert Bilder, Videos und Musik.