Was wäre die Kindheit ohne Fahrrad?
Kann sich nicht jeder noch ganz genau daran erinnern, wie er Fahrradfahren gelernt hat? Die ersten wackeligen Versuche, das Erstaunen, als man gemerkt hat, dass einen niemand mehr festhält, und der Stolz, als man es dann endlich ganz souverän ohne Hilfe geschafft hat – alles ist noch abgespeichert. Denn für Kinder ist Radfahren ein großer, wichtiger Schritt in die Selbstständigkeit, der ihnen jede Menge Selbstvertrauen gibt. Deshalb: Ihr Kind gehört aufs Fahrrad. Sie möchten wissen, welches am besten geeignet ist, welche besonderen Regeln für Kinder im Straßenverkehr gelten und ob sich das Rad auch für den Schulweg eignet? Das alles finden Sie hier.
So finden Sie das passende Rad für Ihr Kind
Das Angebot ist riesig, die Preise variieren stark und Ihr Kind hat auch noch Mitspracherecht – doch es führt kein Weg daran vorbei: Früher oder später braucht es ein eigenes Rad. Kurz vorweg: Wenn Ihr Kind noch nicht Rad fahren kann, sollten Sie auf Stützräder lieber verzichten. Schließlich soll es ja von Anfang an lernen, die Balance selbstständig zu halten. Das Rad sollte außerdem auf jeden Fall robust und vorschriftsmäßig ausgestattet sein – und genau passen.
Die optimale Reifengröße ergibt sich aus der Körpergröße und Schrittlänge
Checkliste für den Kauf eines Kinderfahrrads
- Lässt sich die Bremse leicht betätigen? Ihr Kind sollte sie aus eigener Kraft vollständig durchziehen können.
- Wenn Sie ein gebrauchtes Rad kaufen möchten, können Sie es vorher zur Inspektion in eine Werkstatt bringen, um mögliche Schäden ausfindig zu machen.
- Ein Fahrrad ist kein Pullover, der auf Zuwachs gekauft wird: Ein zu großes Rad, bei dem Ihr Kind nicht mit den Beinen auf den Boden kommt, kann schnell gefährlich werden.
- Auch wenn ein neues Fahrrad in der Anschaffung recht teuer ist, lohnt es sich: Sie haben eine Garantie und der Wiederverkaufswert ist hoch.
- Gebrauchte Kinderfahrräder finden Sie in Hamburg auf dem Fahrradflohmarkt oder der Fietsenbörse. Es lohnt sich aber auch, beim Fahrradladen in Ihrem Viertel nachzufragen.
- Das letzte Wort hat Ihr Kind: Nach einer Probefahrt weiß es ganz genau, ob das Bike wirklich passt.
Fünf Tipps für kleine Radler
- Das Fahrradfahren auf dem Gehweg ist für Kinder unter acht Jahren ein Muss. Bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen sie den Gehweg benutzen. Sie dürfen Ihr Kind auf dem Gehweg begleiten.
- Ist ein Radweg vorhanden, der von der Straße abgegrenzt ist, dürfen auch Kinder unter acht Jahren diesen benutzen.
- Beim Überqueren einer Straße müssen Kinder absteigen und ihr Rad über die Straße schieben.
- Immer mit Helm fahren. Der Helm sollte fest und der Kinnriemen dicht am Kinn sitzen. Achten Sie beim Kauf auf das CE-Zeichen und gehen Sie mit gutem Beispiel voran, indem Sie auch einen Helm tragen.
- Reflektoren an der Kleidung oder eine Sicherheitsweste sind besonders in der dunklen Jahreszeit empfehlenswert. So wird Ihr Kind am schnellsten von Autofahrern wahrgenommen.
Mit dem Rad zur Schule?
Geschwindigkeit, Entfernungen, mögliche Gefahren – für Kinder unter acht Jahren ist es noch sehr schwer, dies alles richtig einzuschätzen. Denn ihr Hör- und Sehvermögen ist noch nicht vollständig entwickelt. Deshalb sollte man das Radfahren erst gemeinsam mit ihnen üben. Am besten auf verkehrsberuhigten Plätzen. In der 3. bzw. 4. Klasse nimmt jedes Kind außerdem an einer schulischen Fahrradprüfung teil. Dort erhält es dann den Fahrradführerschein. Allerdings werden dabei meist nur Standardfälle durchgenommen, die Kinder nur schwer auf das tatsächliche Fahren im Verkehr übertragen können. Deshalb ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind immer wieder in die Pedale treten, den Weg zur Schule mehrfach anfahren und es auf die möglichen Gefahrensituationen hinweisen. Je besser Ihr Kind das Rad beherrscht, desto besser kann es sich auf den Verkehr konzentrieren.
Grundsätzlich gilt: Kinder dürfen schon im Grundschulalter mit dem Rad zur Schule fahren – es wird allerdings empfohlen, sie erst nach der Fahrradprüfung alleine radeln zu lassen. Schulen dürfen aber keine Radfahrverbote für ihre Schüler verhängen. Denn ob Ihr Kind mit dem Rad zur Schule fährt, entscheiden die Eltern selbst. Dabei sollten Sie allerdings diese Faktoren berücksichtigen:
Ist Ihr Kind schon fit für den Straßenverkehr?
Ist die Verkehrssituation auf dem Schulweg fürs Radeln geeignet?
Fährt Ihr Kind mit einem verkehrssicheren Fahrrad?
Wenn Sie diese drei Fragen mit einem eindeutigen JA! beantworten können, lassen Sie Ihre kleinen Radler von der Leine. Oder Sie begleiten Ihr Kind mit dem Rad zur Schule. Frischer Fahrtwind am Morgen fördert nicht nur die Konzentration von Schulkindern.
Radporterin Folge #8
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