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Planung Verlagerung von Kleingärten und Nachfrage

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In der Planung wird der Bedarf an Kleingärten aus der Zahl der gartenlosen Wohnungen in einem Wohnblock – sogenannte Geschosswohnungen – abgeleitet. Das von der Bürgerschaft beschlossene Landschaftsprogramm empfiehlt daher, in der Bauleitplanung einen Richtwertwert von 1: 14 (1 Kleingarten pro 14 gartenlosen Geschosswohnungen) zu Grunde zu legen.

Kleingarten Modernes Laubendesign

Verlagerung von Kleingärten und Nachfrage

In der Praxis entsteht Bedarf an neuen Kleingartenparzellen in der Regel durch Räumung und Verlagerung vorhandener Kleingärten. Insbesondere größere Wohnungsbauvorhaben, aber auch Gewerbeansiedlungen und Verkehrsprojekte verursachen die Verlagerung einer größeren Zahl von Kleingärten.

Um zu überprüfen, ob der gesetzliche Anspruch auf Schaffung von Ersatzkleingärten sich mit der tatsächlichen Nachfrage vor Ort deckt, werden von Zeit zu Zeit  Bedarfsanalysen durchgeführt. Während die vorherige Analyse von 2003 noch einen gleichbleibenden Bedarf bis 2015 prognostizierte, ergibt sich aus der aktualisierten Bedarfsanalyse von 2015 ein leicht steigender Bedarf. Gleichzeitig lässt sich ein wachsendes Interesse an kleineren Parzellen (unter 300 m²)  erkennen.

Hamburg geht neue Wege – Verdichtung geht vor Neubau

 

Strategien zur Bedarfsdeckung

Innovative Ansätze sind überall gefragt – warum sollten also die Kleingärten davon ausgenommen sein?

Da der Wohnungsbau nach wie vor das zentrale stadtentwicklungspolitische Thema ist, ist davon auszugehen, dass auch zukünftig Kleingärten für andere Nutzungen geräumt werden. Deren Kompensation ist aber größtenteils bereits in den Projektgebieten mit eingeplant.

Prinzip Innenverdichtung

Gerade eine stark wachsende Großstadt wie Hamburg muss sich Gedanken machen. Wenn die politischen Schwerpunkte auf Wachstum auf dem Wohnungsmarkt sowie Gewerbesektor gesetzt sind, die Flächen in einem Stadtstaat aber endlich sind und die Suche nach neuen Flächen dementsprechend schnell an ihre Grenzen stößt, sind neue Ideen gefragt.

Großflächige Binnenverdichtung durch Umstrukturierung von Altanlagen

Dieser Ansatz gilt in Hamburg nicht nur für neue Wohnungsbauflächen, sondern seit 2017 auch für Kleingärten. Da der Neubau von Kleingärten den Ersatzbedarf allein nicht befriedigen kann, haben sich der Dachverband der Hamburger Kleingärtner und die Stadt im Jahr 2017 darauf verständigt, der Umstrukturierung und Binnenverdichtung im Altbestand von Kleingärten Vorrang gegenüber dem Neubau von Kleingärten auf neuen Flächen einzuräumen.

Es  entsteht eine win-win-Situation. Neben dem Erhalt innerstädtischer Lagen erhalten viele Kleingärtner kleinere und somit pflegeleichtere Parzellen bei gleichzeitiger großer Kostenersparnis für die Sanierung der Vereinsanlage.  Die Stadt profitiert davon, in innerstädtischer Lagegunst Teilflächen für Wohnungsbau entwickeln zu können und weniger Freiflächen für Ersatzkleingärten in Anspruch nehmen zu müssen. Auch der Prozess der sukzessiven Verdrängung von Kleingärten an den Stadtrand wird dadurch minimiert. Gleichzeitig können innovative Ansätze im Kleingartenwesen auf diese Weise von den Vereinen umgesetzt werden, z.B. ein Angebot an Gemeinschaftsparzellen oder  anderen alternativen Gartenformen.

Kleinteilige Nachverdichtung durch einzelne Parzellenteilungen

Fortgeführt wird daneben die zweite Säule der Verdichtung im Bestand, nämlich die Teilung einzelner Parzellen oder kleinerer zusammenhängender Bereiche.

Sie werden ebenfalls durch die Stadt finanziert und seit 2018 durch den Dachverband umgesetzt. Seit 2011 wurden auf diese Weise immerhin rund 94 zusätzliche Kleingärten gebaut.

Neubau von Kleingärten auf neuen Flächen

Auch wenn die Generierung neuer Kleingärten künftig vorrangig durch Verdichtung im Altbestand geschehen soll, so ist diese Methode nicht die einzige sei, mit der sich die Stadt um Ersatzkleingärten bemüht. Soweit sich geeignete freie Flächen finden lassen, werden auch weiterhin Kleingärten auf neuen Flächen primär am Stadtrand gebaut.

Bodenqualität und vorbeugender Gesundheitsschutz

Dass Gartenböden in Großstädten nicht völlig unbelastet sind, ist nicht neu. Um die Kleingärtner bestmöglich vor Schadstoffen zu schützen, werden seit mehr als 20 Jahren Böden in bestehenden Kleingärten untersucht. Dies erfolgt schwerpunktmäßig im Bereich ehemaliger Deponien und in Gebieten, in denen schädliche Bodenveränderungen aus vergangenen Jahrzehnten vermutet werden.

Was und wie untersucht wird, basiert auf den Anforderungen der Bundes-Bodenschutz-und Altlastenverordnung, die in Deutschland seit 1999 gilt.

Den bisherigen Ergebnissen zufolge muss nur in Ausnahmefällen auf den Anbau bestimmter Nahrungspflanzen verzichtet werden. Alternativ können z.B.  Hochbeete mit unbelastetem Bodenmaterial zum Einsatz kommen. In allen anderen Fällen mussten keine Nutzungseinschränkungen ausgesprochen werden sondern es reicht  die Beachtung der vorsorglichen Handlungsempfehlungen aus. Es gibt auch Kleingärten auf ehemaligen Deponien, in denen noch eine Deponiegasproduktion (Methan und Kohlendioxid) stattfindet. Diese Gase können sich unterhalb von Lauben ansammeln und ggf. in Lauben eindringen. Deshalb sind besondere Regeln vor allem für den Laubenbau zu beachten.

Die untersuchten Kleingartenvereine werden in der Regel über die Untersuchungsergebnisse und eventuell notwendigen Maßnahmen ausführlich informiert.

Grundsätzlich wird die Beachtung der Handlungsempfehlungen allen Kleingärtnern im Stadtgebiet nahegelegt.

So sind die Kleingärtner nach bestem Wissen vor einer Gefährdung ihrer Gesundheit geschützt.

Weitergehende Informationen sind der Broschüre „Gärten in der Stadt“ zu entnehmen.

Kontakt

Britta von Hollen

Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft
Amt für Naturschutz, Grünplanung und Bodenschutz
Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg
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