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Bahnhof Hamburg-Altona Verlegung Fern- und Regionalbahnhof

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Im Juli 2014 gab die Deutsche Bahn AG bekannt, den Fern- und Regionalbahnhof Hamburg-Altona um 1,9 km nach Norden zu verlegen. Bis 2027 soll am Standort der S-Bahn-Station Diebsteich ein neuer Durchgangsbahnhof mit sechs Regional- und Fernbahngleisen, zwei S-Bahngleisen und einem repräsentativen Empfangsgebäude entstehen. Auf dem dadurch freiwerdenden Gleisfeld des heutigen Kopfbahnhofs wird ab 2030 der zweite Bauabschnitt des neuen Quartiers Mitte Altona mit 1.900 Wohnungen errichtet. Der bestehende, unterirdische S-Bahnhof Altona und die zentrale Busanlage bleiben an ihrem heutigen Standort in Altona erhalten.  

Gewinner Architekturwettbewerb Fern- und Regionalbahnhof Visualisierung des neuen Fern- und Regionalbahnhofs am Diebsteich

Verlegung Fern- und Regionalbahnhof Hamburg-Altona


Verlegung der Bahnanlagen

Die Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs unterliegt wie andere wichtige Infrastrukturprojekte dem Fachplanungsrecht. Zuständig für die Genehmigung des Vorhabens war daher nicht die  Freie und Hansestadt Hamburg, sondern das Eisenbahnbundesamt (EBA). Rechtliche Voraussetzung für die Bahnhofsverlegung ist der so genannte Planfeststellungsbeschluss, der im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens erlassen wird.

Nach Einreichung der notwendigen Unterlagen durch die Deutsche Bahn wurde 2015 das Planfeststellungsverfahren gestartet. Die Stadt Hamburg wurde als Träger öffentlicher Belange am Verfahren beteiligt. Eine Beteiligung der Öffentlichkeit war ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben. Die Planungsunterlagen wurden öffentlich ausgelegt und es gab die Möglichkeit Einwendungen abzugeben. Im Dezember 2017 erteilte das EBA den Planfeststellungsbeschluss für die Verlegung der Bahnanlagen.

Im Anschluss daran gingen 2018 vier Klagen beim Hamburgischen Oberverwaltungsgericht ein, welches im August 2018 einen Baustopp verhängte. Im März 2020 kam es mit dem verbliebenen Kläger, dem Verkehrsclub Deutschland (VCD Nord e.V.), zu einer außergerichtlichen Einigung und der Baustopp wurde aufgehoben. Im Rahmen ihrer Einigung haben die Stadt Hamburg, die Deutsche Bahn und der VCD Nord die Einrichtung eines dauerhaften Dialogforums beschlossen. 

Das Dialogforum ist dem Ziel einer zeitnah wirksamen, umfassenden und nachhaltigen Stärkung des öffentlichen Verkehrs im Interesse der Fahrgäste in und um Hamburg verpflichtet. Neben den Partnern aus der Einigung nehmen weitere Fahrgastverbände am Dialogforum teil. Die Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen wird im Plenum des Dialogforums diskutiert und begleitet. Die Auftaktveranstaltung zum Dialogforum hat am 9.Dezember 2020 stattgefunden.

Die Deutsche Bahn begann im Herbst 2020 mit ersten bauvorbereitenden Maßnahmen.

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Neubau des Bahnhofsgebäudes

Die Stadt Hamburg nimmt die Verlegung des Bahnhofs zum Anlass, einen attraktiven Gebäudekomplex als Bahnhofsgebäude zu errichten, der nicht nur Bahnzwecken dient, sondern auch städtebaulich einen Akzent setzt und von dem Impulse für eine positive Stadtentwicklung des Quartiers am Diebsteich ausgehen.

Um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für das Vorhaben zu schaffen und die notwendigen Flächen für Verkehrserschließung und den Bahnhofvorplatz zu sichern, ist ein Bebauungsplan notwendig. Im April 2016 wurde daher das Bebauungsplanverfahren Altona-Nord 27/Bahrenfeld 72 durch die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen eingeleitet. Eine öffentliche Plandiskussion fand am 21. September 2016 statt.

Nach einem Bieterverfahren haben die Stadt Hamburg und die Deutsche Bahn im September 2017 den privaten Investor ProHa Altona GmbH & Co ausgewählt, um das neue Empfangsgebäude zu realisieren. Das Neubauvorhaben soll durch zwei markante Türme geprägt werden, welche die zentrale Bahnhofshalle flankieren. Neben den Bahnnutzungen sind auch Läden, Gastronomie, ein Fahrradparkhaus, ein Hotel und Büros geplant.

Für die konkrete Gestaltung des Neubaus hat der Investor einen hochbaulichen Realisierungswettbewerb mit 15 teilnehmenden Architekturbüros aus dem In- und Ausland ausgelobt. Alle eingereichten Arbeiten wurden am 18. Mai 2018 in der Freien Akademie der Künste öffentlich ausgestellt und die Jurysitzungen wurden von zwei Bürgervertretern begleitet. Am 27. Juni 2018 wurde der Wettbewerb in einer zweiten Runde entschieden. Von den drei finalen Büros erhielten die die dänischen Architekten von C.F. Møller den Zuschlag.

Nachdem das Bebauungsplanverfahren während des Baustopps ausgesetzt wurde, wird das Verfahren nach der außergerichtlichen Einigung weitergeführt. Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs ist Ende 2021 vorgesehen.

Um die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes zu bestimmen, ist ein freiraumplanerisches Workshopverfahren geplant, das für 2021/2022 angedacht ist. Der Baubeginn des Empfangsgebäudes wird frühestens Ende 2023 erfolgen.

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