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Wann verboten, unter welchen Umständen bedingt erlaubt... Verstöße gegen das Waffengesetz

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Verstöße gegen das Waffengesetz (Waffengesetz §§ 51bis 53) 
Beispielsweise erwerben, überlassen und führen von - verbotenen Waffen (z. B. Schlagringe, Totschläger, Butterflymesser, bestimmte Springmesser, Wurfsterne, Fallmesser, Faustmesser, Nun-Chaku)

Waffengesetz Gewalt Schule Beratung Prävention, Beratungsstelle Gewaltprävention

Handlungsempfehlungen/Checkliste

Sofortmaßnahmen

  • Einschreiten der Lehrkräfte oder Notruf Polizei (110), ggf. Unterbindung der laufenden Tat
  • Nach Möglichkeit Sicherstellung der mitgeführten Waffen oder waffenähnlichen Gegenstände durch Schulpersonal, bei Gefahr im Verzug durch die Polizei
  • Sofortige Information über das Mitführen oder den Gebrauch von Waffen an Schulleitung, Klassenleitung und Polizei (zuständige Polizeiwache oder bei Gefahr im Verzug - Notruf 110 -)
  • Information der Sorgeberechtigten (Geschädigte, Tatverdächtige)
  • Grenzziehung durch SL gegenüber Tatverdächtigen, evtl. Suspendierung

Einschaltung wichtiger Institutionen

  • Meldung des besonderen Vorkommnisses an die Schulaufsicht
    - Aspekte: Vorsätzlichkeit der Tat, Reue der Täter/-innen
    - zusätzliche pädagogische Auflage ( ausgesprochen durch die Klassenkonferenz)

Rückkehr in den Alltag

  • Ggf. Opferschutzmaßnahmen einleiten
  • Ggf. Bearbeitung des Vorfalls in der Schulgemeinschaft (Klasse, Elternbrief usw.)
  • Integration und fachliche Begleitung der Täter

 

 

 

FAQs für Pädagoginnen und Pädagogen zum Waffenrecht

 

  • Warum tragen Kinder und Jugendliche Waffen?

Waffen üben eine Faszination insbesondere auf männliche Jugendliche aus, gelten als Statussymbol und werden in der Regel ohne die tatsächliche Absicht, sie zu benutzen, in die Tasche gesteckt. Das Zeigen und Hantieren mit Waffen erregt Aufmerksamkeit bei anderen Kindern und Jugendlichen, zweifelhafte Achtung und Respekt bis hin zu Angst und Unterwerfung vor dem, der die Waffe hat.

Gerade innerlich unsichere Kinder und Jugendliche besitzen Waffen, weil sie glauben, damit automatisch stärker zu sein als andere.

 

  • Welches Risiko geht vom Tragen einer Waffe aus?

Das Tragen einer Waffe stellt während eines Konfliktes ein unkalkulierbares Risiko dar, egal, ob die Absicht  besteht, die Waffe einzusetzen, oder nicht. Eventuell wird sie in einer bedrohlichen Situation dann doch gezogen oder sie fällt aus der Tasche. Sie kann in diesem Moment zum Einsatz kommen, den Anderen verletzen oder vom Gegner abgenommen und gegen den eigentlichen Besitzer gerichtet werden.

Bei ihrer Suche nach Anerkennung und Selbstbewusstsein ist für viele junge Menschen das Überschreiten von Regeln und Gesetzen eine jugendtypische und teilweise identitätsstiftende Auffälligkeit und meist episodenhaft. Dieses Verhalten verliert sich im Verlauf des Erwachsenwerdens, oft auch ohne dass es jemals bekannt oder auffällig geworden ist.

Es gibt Kinder und Jugendliche, deren Verhalten in Konflikten äußerst problematisch ist. Sie benutzen Waffen zur Einschüchterung, zur Bedrohung und setzen sie zur Durchsetzung eigener Bedürfnisse ohne Reflektion der möglichen Folgen ein. Diese Kinder und Jugendlichen sollten eine erhöhte Aufmerksamkeit durch die institutionellen Fachkräfte erfahren, weil sie nicht nur Probleme machen, sondern auch selbst welche haben und somit fachliche Hilfestellung benötigen. Diese Aufmerksamkeit hilft, potentielle Opfer zu schützen und Gefahren von Menschen abzuwenden.

Pädagogik sollte Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, ihre Bedürfnisse nach Status, Aufmerksamkeit, Anerkennung und Grenzerfahrung mit legitimen Mitteln zu befriedigen.

Kindern und Jugendlichen muss anlassbezogen die Problematik des Einsatzes von Waffen oder gefährlichen Gegenständen verdeutlicht werden. Es muss klar sein, dass das Tragen von Waffen nicht hingenommen wird und eine illegale Handlung darstellt.

In diesem Zusammenhang muss gegebenenfalls auch das legitime Bedürfnis der Kinder und Jugendlichen nach Selbstschutz aufgegriffen und in Gesprächen thematisiert werden, damit  adäquate, deeskalierende Lösungen dafür gefunden werden können.

Nein. Die Auswertung der Meldungen von Gewaltvorfällen aus den Schulen ergibt eindeutig, dass es nur sehr vereinzelt zu Verstößen gegen das Waffengesetz kommt, durchweg im Zusammenhang mit Imponiergehabe männlicher Kinder und Jugendlicher.

Durch eine öffentlichkeitswirksame  und nicht anlassbezogene Thematisierung von Verstößen gegen das Waffengesetz  besteht die Gefahr, Neugierde zu erzeugen und Waffenbesitz bei den Kindern und Jugendlichen attraktiv zu machen. Das Imponiergehabe männlicher Kinder und Jugendlicher könnte dadurch gefährlicher werden, als es manchmal ohnehin schon ist.

Alle Fachkräfte von Einrichtungen, Institutionen und Behörden in der Freien und Hansestadt Hamburg sollten zum Schutz aller Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen das Mitführen von Waffen und gefährlichen Gegenständen problematisieren, unterbinden und gegen Personen vorgehen, die sich durch Argumente, Hinweise und Verbote nicht überzeugen lassen. Die Kooperation zwischen Einrichtungen der Jugendhilfe, der Schulen und der Polizei kann als Unterstützung in der regionalen Arbeit und im Stadtteil genutzt werden.

 

  • Wer kann mir bei der Thematisierung helfen?

Die Jugendbeauftragten der Polizei stehen generell als Ansprechpartner zur Verfügung (landesjugendbeauftragter@polizei.hamburg.de), für alle in der Schule pädagogisch Arbeitenden  gibt es die Möglichkeit, sich an die Beratungsstelle Gewaltprävention der Behörde für Schule und Berufsbildung (040/42863-7020 oder gewaltpraevention@bsb.hamburg.de ) zu wenden.

 

  • Wozu bin ich als Pädagoge verpflichtet?

Bestimmte Berufsgruppen, unter anderem auch Lehrer, unterliegen der Garantenpflicht. Das heißt, bei diesen Berufsgruppen besteht eine Verantwortlichkeit aus der Pflicht zur Beaufsichtigung. Außerdem sind sie verpflichtet, bei Erkennen einer Gefahr oder Gefährdung zu handeln. Sie müssen bei Erkennen eines Straftatbestandes diesen verhindern bzw. dessen Folgen abwenden.

Sollte dies nicht geschehen, wäre dies „Begehen durch Unterlassen“ (§13 StGB).

 

  • Was sollte ich in einer Situation tun, wenn plötzlich Waffen ins Spiel kommen?

Bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr. Nutzen Sie Ihre Kenntnis der Eigenheiten jedes einzelnen Jugendlichen, um einzuschätzen, wie hoch die Gefahr wirklich ist, und um deeskalierend zu wirken. Entfernen Sie unbeteiligte Dritte aus der potentiellen Gefahrenzone. Wenn es gefahrlos möglich ist, ziehen Sie die Waffe aus dem Verkehr und übergeben sie unmittelbar der Polizei.

Nutzen Sie bei Gefahr den Notruf der Polizei (110).

 

  • Hat das Tragen von Waffen in den letzten Jahren zugenommen?

Weder hat sich der jahrelange Trend steigender Zahlen von jungen Gewalttätern fortgesetzt, noch ist die Zahl der Verstöße gegen das Waffengesetz angestiegen. Die Zahlen stagnieren oder gehen geringfügig zurück.

 

  • Wann sollte ich die Polizei benachrichtigen?

Benachrichtigen Sie bitte bei jedem begründeten Verdacht im Zusammenhang mit Waffen die Polizei.

In den meisten Fällen wird es sinnvoll sein, auf die Polizei zu warten und ihr die Suche nach der Waffe zu überlassen.    

 

 

 

Info: Sicherstellung von Tat- und Beweismitteln

 

Die Rechtsgrundlage für die Sicherstellung von Tat- und Beweismitteln ist §49, Abs.2 HmbSG: „Erziehungsmaßnahmen sind … die zeitweilige Wegnahme von Gegenständen einschließlich der dazu im Einzelfall erforderlichen Nachschau in der Kleidung oder in mitgeführten Sachen…“

Lehrkräfte und Schulleitungen haben also die Möglichkeit, Tat- und Beweismittel sicherzustellen und sie bei Bedarf der Polizei zu übergeben. Diese Fachkräfte unterliegen zudem der Garantenpflicht, bei Erkennen einer Gefahr oder Gefährdung muss also gehandelt werden. Lehrkräfte und Schulleitungen müssen bei Erkennen eines Straftatbestandes diesen verhindern bzw. dessen Folgen abwenden.

Hinweise zu den Rechten und Pflichten des pädagogischen Personals an Schulen sowie zur Vermeidung von Eigengefährdung finden sich unter anderem in der Arbeitshilfe „Waffenrecht“, die von der Polizei und der Schulbehörde, sowie der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration herausgegeben wird.

  

 

 

Weitere Informationen bei der 
Beratungsstelle Gewaltprävention:

Hamburger Straße 129
22083 Hamburg
Tel.: (040) 4 28 63 - 7020
Fax: (040) 4 27 31 - 1646
E-Mail: gewaltpraevention@bsb.hamburg.de 

 

 

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