Energetische Modernisierung Hamburg steckt die Ziele weiter

Um Standards über den gesetzlichen Vorgaben zu erreichen, gibt es Fördermittel für die Sanierung der Gebäudehülle.

Hamburg steckt die Ziele weiter

Gutes Beispiel an der Alster

Weithin sichtbar erhebt sich ein markantes Gebäude in rot und Holz an der Alster: das Vereinsgebäude des Alster-Rudervereins Hanseat von 1925 e.V. So traditionell der Verein, so modern ist sein Sitz. 2017 hatte sich der Sportverein entschieden, sein vorhandenes Vereinsgebäude aufzustocken und den Bestandsbau energetisch zu sanieren. Realisiert wurde der 170 Quadratmeter große Neubau aus Holz. Das hatte mehrere Gründe, so der ausführende Architekt Cajus Brenner. „Wir mussten den Neubau auf Pfählen gründen, darauf lässt sich eine leichte Konstruktion aus Holz besser aufsetzen. Zudem lassen sich Holzmodule schnell vorfertigen und montieren.“ Eine Holzbauförderung gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht.

180 Quadratmeter Außenwände des Altbaus wurden mit ökologisch zertifizierter, mineralischer Dämmwolle eingehüllt, 36 Quadratmeter Fenster erneuert sowie 90 Quadratmeter Bestandsdach gedämmt. Dafür gab es 20 Prozent Zuschuss aus dem Förderprogramm „Förderung Energetische Modernisierung und Holzbau für Nichtwohngebäude“ der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB). „Durch die Maßnahmen hat der Verein zwar noch kein Niedrigenergiehaus, der errechnete Energiebedarf liegt aber unter dem für Neubauten vorgeschriebenen“, sagt Architekt Brenner zufrieden.

Nichtwohngebäude im Fokus

25.000 sogenannte Nichtwohngebäude gibt es in Hamburg, ein Großteil davon ist älter als 50 Jahre. Vor allem im Winter wird in diesen Läden, Kitas, Gemeinde- oder Vereinshäusern, Bürogebäuden und Werkhallen spürbar, wie unsere Altvorderen gebaut haben: Die Wärme fliegt im wahrsten Wortsinn zum Fenster hinaus. Das ist nicht nur unangenehm für zugluftempfindliche Nutzerinnen und Nutzer. Es schadet auch dem Klima, denn meistens werden diese Gebäude konventionell, also mit Hilfe fossiler Energieträger, beheizt. Die Energieverschwendung geht zudem ins Geld. Bei einer durchschnittlichen Gewerbeimmobilie von 10.000 Quadratmetern Größe kommen schnell einige Hunderttausend Euro allein für Heizwärme und Warmwasser zusammen.

Hamburg will Wärmebedarf um 50 Prozent senken

Der Hamburger Senat hat sich im Masterplan Klimaschutz das Ziel gesetzt, den Wärmebedarf bei Nichtwohngebäuden bis 2050 um 50 Prozent zu senken. Da Gewerbebauten knapp die Hälfte der beheizten Fläche in Hamburg ausmachen, bieten sie ein ähnlich hohes Energieeinsparpotential wie Wohngebäude. Um den Prozess der energetischen Modernisierung im Gewerbebereich zu beschleunigen, unterstützt die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) den Einbau neuer Fenster, die Dämmung von Wänden und Dächern und andere Maßnahmen mit jährlich einer Million Euro. Gleichzeitig werden an die Sanierung der einzelnen Bauteile anspruchsvollere Anforderungen als die gesetzlichen Vorgaben des Bundes gestellt. Ein Beispiel: Die Energieeinsparverordnung (EnEV) sieht einen Wärmedurchgangs-Koeffizienten bei Außenwänden von 0,24 Watt je Quadratmeter und Kelvin (W/(m2K) vor. In Hamburg wird ein Wert von 0,20 W/(m2K) gefordert. 

Zuschuss von 20 Prozent für KMU

Von den förderfähigen Kosten übernimmt die Stadt 20 Prozent bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie 15 Prozent bei Großbetrieben. Dabei handelt es sich um einen Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Auch die Kosten für eine Energieberatung werden bezuschusst. Beantragen müssen Immobilieneignerinnen und -eigner die Förderung vor Sanierungsbeginn bei der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB).

Am einfachsten lassen sich energetische Sanierungen umsetzen, wenn das Gebäude sowieso modernisiert oder umgebaut wird oder Instandhaltungsarbeiten notwendig werden. Dass dabei die Optik durchaus erhalten bleiben kann, zeigt ein Pilotprojekt zum Förderprogramm: Bei der OTTO GmbH wurde ein Ensemble aus sechs Backsteingebäuden aus den 1940er Jahren zu modernen Büroflächen umgestaltet. Im Zuge der energetischen Sanierung wurden das Mauerwerk innen mit einer kapillaraktiven, mineralischen Dämmung versehen, Fenster nach neuestem Standard eingesetzt und mit Sonnenschutz versehen, der Fußboden im Erdgeschoss sowie der Dachaufbau erneuert. Die Bilanz lässt sich sehen: 117 Tonnen weniger Kohlendioxid-Emissionen und rund 102.000 Euro weniger Heizkosten pro Jahr und Gebäude. Das entspricht einer Energieersparnis von 90 Prozent.

Vorteile energetischer Sanierung

Unternehmen und Organisationen, die ihre Gewerbeimmobilie auf den neuesten Stand in puncto Dämmung bringen, werden jedoch nicht nur mit geringeren Heizkosten und höherem Komfort belohnt. Die Immobilie gewinnt an Wert, Ressourcenverbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß sinken. Derartige Maßnahmen sind auch als freiwillige Umweltschutzmaßnahme bei der UmweltPartnerschaft Hamburg anerkannt.

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