Aus alten Büchern

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Botanisches Kauderwelsch von Helge Masch

Botanisches Kauderwelsch vom 1. April 2020 Gartentipps aus alten Büchern - Frostgefahr

Da staunten wir nicht schlecht, die Uhren war frisch auf Sommerzeit justiert und die liebe Sonne hat uns in der letzten Woche in den Frühlingsmodus überführt. Unsere moderne Technik, die die Wetter-App mit Informationen versorgt, hat es schon vorausgesehen: Es wird schneien! Doch wie haben sich die Gärtner zu Beginn des letzten Jahrhunderts informiert?

„Es ist ohne weiteres einzusehen, daß es für jeden Gärtner von großer Wichtigkeit ist, zu wissen, wann Nachtfrost bevorsteht, so daß er seine Kulturen entsprechend schützen und Vorsichtsmaßregeln ergreifen kann. Die Vorherbestimmung ist durch nachfolgendes vielfach erprobtes Verfahren höchst einfach. Ein Glasthermometer (Badethermometer) mit unverhüllter Glaskugel wird gegen 2 Uhr nachmittags im Schatten frei in Augenhöhe aufgehängt und mit einer dünnen Gaze- oder Baumwollschicht mehrfach umgeben und jeden Tag um 2 Uhr nachmittags frisch angefeuchtet. Nach 15 bis 20 Minuten wird der Wärmegrad abgelesen, welcher wegen der eingetretenen Verdunstungskälte immer weniger als die freie Lufttemperatur beträgt. Von dieser etwa 20 Minuten nach 2 Uhr abgelesenen Temperatur werden 8 1/2 °C abgezogen, dann ist der Taupunkt angezeigt, über den hinaus die Abkühlung nicht stattfinden kann, da bei weiterer Abkühlung die gebundene Wärme durch Regen oder Reifbildung wieder zum Vorschein käme und die Luftwärme wieder steigen müßte. Der sogenannte Taupunkt ist also der sichere tiefste Kältepunkt einer Nacht. Nun fällt nach sicherer Beobachtung das nächtliche Minimum bei unbedecktem Himmel immer mit dem Taupunkt zusammen, und Nachtfrost entsteht im Frühling immer nur bei unbedecktem Himmel und Windstille.“

Quelle: Die Praxis der Schnittblumengärtnerei, Lehr- und Handbuch für den neuzeitlichen Gärtnereibetrieb, Curt Reiter, 1925

Botanisches Kauderwelsch vom 1. April 2020 Gartentipps aus alten Büchern - Frostgefahr

Da staunten wir nicht schlecht, die Uhren war frisch auf Sommerzeit justiert und die liebe Sonne hat uns in der letzten Woche in den Frühlingsmodus überführt. Unsere moderne Technik, die die Wetter-App mit Informationen versorgt, hat es schon vorausgesehen: Es wird schneien! Doch wie haben sich die Gärtner zu Beginn des letzten Jahrhunderts informiert?

„Es ist ohne weiteres einzusehen, daß es für jeden Gärtner von großer Wichtigkeit ist, zu wissen, wann Nachtfrost bevorsteht, so daß er seine Kulturen entsprechend schützen und Vorsichtsmaßregeln ergreifen kann. Die Vorherbestimmung ist durch nachfolgendes vielfach erprobtes Verfahren höchst einfach. Ein Glasthermometer (Badethermometer) mit unverhüllter Glaskugel wird gegen 2 Uhr nachmittags im Schatten frei in Augenhöhe aufgehängt und mit einer dünnen Gaze- oder Baumwollschicht mehrfach umgeben und jeden Tag um 2 Uhr nachmittags frisch angefeuchtet. Nach 15 bis 20 Minuten wird der Wärmegrad abgelesen, welcher wegen der eingetretenen Verdunstungskälte immer weniger als die freie Lufttemperatur beträgt. Von dieser etwa 20 Minuten nach 2 Uhr abgelesenen Temperatur werden 8 1/2 °C abgezogen, dann ist der Taupunkt angezeigt, über den hinaus die Abkühlung nicht stattfinden kann, da bei weiterer Abkühlung die gebundene Wärme durch Regen oder Reifbildung wieder zum Vorschein käme und die Luftwärme wieder steigen müßte. Der sogenannte Taupunkt ist also der sichere tiefste Kältepunkt einer Nacht. Nun fällt nach sicherer Beobachtung das nächtliche Minimum bei unbedecktem Himmel immer mit dem Taupunkt zusammen, und Nachtfrost entsteht im Frühling immer nur bei unbedecktem Himmel und Windstille.“

Quelle: Die Praxis der Schnittblumengärtnerei, Lehr- und Handbuch für den neuzeitlichen Gärtnereibetrieb, Curt Reiter, 1925

Botanisches Kauderwelsch vom 15. April 2020 Gartentipps aus alten Büchern - Auch Tomaten müssen wir pflegen

"Da verschiedene Tomatensorten im Wachsen eine überraschende Schnelligkeit an den Tag legen, muß dem Beschneiden einige Aufmerksamkeit zugewendet werden. Wollte man diese Pflanzen sich selbst überlassen, würden sie so unbändig wachsen und treiben, daß vor lauter üppigem Laub keine einzige Frucht reifen könnte. Durch das Ausschneiden von Trieben wird Luft geschaffen für bessere Ausbildung der Früchte.

Jede Pflanze behält einen einzigen Haupttrieb (Stamm). Die Blätter an diesem Stamme sollen unverletzt bleiben, aber sämtliche Seitentriebe, die aus den Blattwinkeln hervorkommen, werden so früh wie möglich weggeschnitten: Es behält die einzelne Pflanze nichts als den einen unverzweigten Trieb (Stamm), der in seiner ganzen Länge mit unverletzten Blättern und Blüten oder Früchten besetzt ist.

Jedesmal, wenn die Seitentriebe abgeschnitten werden, wird die Verlängerung des Stammes angeheftet. Zu diesem Zwecke erhält jede Pflanze einen etwa zwei Meter langen Pfahl.

Wer nun die Tomatenpflanzen mit mehreren Zweigen am Spalier ziehen will, wird im Beschneiden weiter keine Schwierigkeiten haben; er braucht nur jeden Zweig als selbstständigen Stamm zu behandeln und alle Seitentriebe pünktlich wegzuschneiden. -- Anfang September wird bei einarmigen wie bei mehrarmigen Tomaten die Spitze gekappt; denn die Blüten, die bis dahin vorhanden sind, können sich günstigenfalls noch zu Früchten ausbilden; später nicht mehr. Daher ist es wünschenswert, die Kraft nicht zu vergeuden, sondern auf gute Ausbildung des Vorhandenen zu verwenden. J.B."

Quelle: Deutscher Garten - 51. Jahrgang - 1936

Anmerkung aus dem Jahr 2020: Dem ist nichts hinzuzufügen, genau so ist zu verfahren! Es sei denn, es handelt sich um Strauchtomaten. Diese werden nicht ausgegeizt (ausgeschnitten).

Botanisches Kauderwelsch vom 27. Mai 2020 Gartentipps aus alten Büchern - Hacken und Gießen als Sommerarbeit

Hacken kann man nie zu oft und zu viel.

Das Hacken ist eine mühsamere Arbeit als das Gießen, nur nicht so anstrengend wie das Wasserschleppen. Wo man eine genügend starke Stallmistdecke obenauf geben kann, erspart man nicht nur das Gießen, sondern auch das Hacken, und das ist viel wert. Wo das nicht an geht, soll man sich die Hackarbeit wenigstens nach Möglichkeit erleichtern und vereinfachen. Dazu gehört vor allen Dingen, daß man alles ohne Ausnahme nur in Längsreihen sät, die ebenso laufen wie das Beet, beileibe nicht in Querreihen, die ich deshalb als völlig unsinnig bezeichnen muß, weil sie sowohl die Säe- wie die Hackarbeit in unverantwortlicher Weise erschweren. Zum zweiten soll man mit dem Hacken anfangen, sobald das Unkraut zwischen den Reihen sichtbar wird.Ich nehme zu dieser Arbeit, die gleichzeitig eine Bodenlockerung wie eine Unkrautvertilgung ist, nicht eine Hacke, sondern eine Forke, die ich recht kurz fasse und damit seitlich hin und her fahre. noch bequemer und schneller lässt sich diese Arbeit mit einer Wolfschen Ziehhacke verrichten, die wirklich alle bisherigen Hacken an Zweckmäßigkeit bei weitem übertrifft.

Die alte Kartoffelhacke, wie man sie noch bei den meisten Kleingärtnern und Kleinsiedlern sieht, ist für richtiges, zweckentsprechendes Hacken wenig geeignet, weil man mit ihr den Boden fast immer zu tief auflockert und dabei noch oft genug die zarten Wurzeln der jungen Kulturpflanzen beschädigt.

Quelle: Deutscher Garten - 51. Jahrgang - 1936

Anmerkung aus dem Jahr 2020: Dem ist nichts hinzuzufügen, genau so ist zu verfahren! Doch heute empfiehlt der Leiter des Sondergartens den Einsatz eines Stiegers oder auch Schuffel genannt. Mit diesem Gerät werden die Wurzeln des Unkrautes durchtrennt. Beim Hacken wird das Unkraut nicht selten mit Erdreich verschüttet und treibt wieder durch. Dann beginnt der Spaß von vorn.

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