Wortschatz für gärtnerisches Fachsimpeln

Fundiertes Halbwissen So machen Fachbegriffe Spaß!

Das Verwenden von Fremdworten und Fachbegriffen kann peinlich enden, wenn man die Bedeutung der Worte etwas frei auslegt. Damit Sie bei jedem gärtnerisch-botanischen Fachgeplänkel eine gute Figur machen, füllt sich hier ein Glossar mit (vermeintlich) wichtigen Begriffen.

In jedem Sondergarten-Newsletter werden Fachbegriffe vorgestellt und erklärt. Zum Nachlesen werden diese dann hier aufgelistet.

Über das folgende Formularfeld können Sie Fachbegriffe vorschlagen, die erklärt werden sollen.

Freuen Sie sich auf mein botanisches Kauderwelsch.

Ihr Helge Masch

Leiter des Botanischen Sondergartens Wandsbek

Wie bitte? Ihr Kauderwelsch-Wort

Botanisches Kauderwelsch

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Welchen gärtnerisch-botanischen Fachbegriff möchten Sie vorschlagen?

Ihren Vorschlag werden wir dann im Sondergarten-Newsletter erklären.

Vielen Dank.

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Botanisches Kauderwelsch vom 10. Juni 2020 Alles, was Recht ist - Botanische Urlaubsmitbringsel Teil 1

Pflanzenfreunde sind Jäger und Sammler. Es vergeht kaum eine Gartenmesse oder ein Pflanzenmarkt, auf dem nicht über das Platzangebot des eigenen Gartens oder der Fensterbank hinaus Einkäufe getätigt werden. Und dann kommt noch der Urlaub hinzu! Die Pflanzen, die in den Gärten der Urlaubsziele wachsen, sind natürlich unbeschreiblich schön und sind alle mit dem "Muss-Ich-Haben-Effekt" ausgestattet.

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat 2020 zum «Internationalen Jahr der Pflanzengesundheit» (IYPH = International Year of Plant Health) ausgerufen.

Bei der Einfuhr von Pflanzen nach Deutschland gibt es wichtige Regeln, die zu beachten sind. Welche gesundheitlichen Folgen der weltweite Reiseverkehr heutztage hat, spüren wir zurzeit tagtäglich. Auch pflanzliche Schädlinge und Pflanzenkrankheiten breiten sich durch die Globalisierung verstärkt aus. In Blumenerde, Saat oder auf den Pflanzen können "unerkannte Gäste" mit einreisen, die dann zu verherenden Schäden in der Landwirtschaft und im Gartenbau führen. Aus den meisten Gebieten der Mitgliedstaaten der EU und der Schweiz dürfen Sie Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse zum privaten Gebrauch mitbringen. Ein Pflanzengesundheitszeugnis ist nicht erforderlich. Ausnahmen bilden hier bestimmte Pflanzenarten, die nicht aus Apulien (Süditalien), Korsika und den Bealearen (u. a. Mallorca) eingeführt werden dürfen, da sie mit dem Feuerbakterium infiziert sein könnten.

Alle Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse benötigen bei der Einfuhr aus Nicht-EU-Ländern ein Pflanzengesundheitszeugnis, das durch die zuständige Pflanzenschutzbehörde des Urlaubslandes ausgestellt wird. Bei der Einreise müssen diese beim Pflanzenschutzdienst angemeldet werden, damit eine Einfuhrkontrolle durchgeführt werden kann. Für einige Pflanzen gibt es ein striktes Einfuhrverbot aus Nicht-EU-Ländern. Dies sind zum Beispiel: Kartoffelknollen, Zitruspflanzen, Obstgehölze und Weinreben.

Auch alle Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse, die Sie im Ausland über das Internet bestellen und per Post nach Deutschland einführen, benötigen ein Pflanzengesundheitszeugnis.

Quelle: Julius Kühn-Institut | Flyer: Pflanzliche Souvenirs mit ungeahnten Folgen

Hierzu passt: Alles, was Recht ist - Botanische Urlaubsmitbringsel Teil 2 - Das Washingtoner Artenschutzabkommen (Cites) gilt auch für Pflanzen. Doch hierzu kommen wir, wenn Fernreisen wieder möglich sind.

Botanisches Kauderwelsch vom 3. Juni 2020 Unglaublich, diese Pflanzen - Karnivoren

Wenn die Nahrungsvorräte zur Neige gehen, beginnen die Menschen zu hamstern. Die Tiere machen sich auf den Weg zu neuen Weidegründen. Doch welche Chancen haben die im Boden verwurzelten Pflanzen?

  • Verhungern
  • Haushalten und  kleiner bleiben
  • Nahrungsumstellung

Die Karnivoren haben sich für eine Nahrungsumstellung entschieden. An ihren meist sehr feuchten, zum Teil moorigen Standorten werden die wenigen im Boden vorhandenen Nährstoffe durch das Wasser ausgespült. Karnivoren haben durch Meatamorphose ihre Blätter zu Fangorganen umgestaltet. Die Bekanntesten sind wohl der Sonnentau mit seinen klebrigen Blättern oder die Venusfliegenfalle. Letztere hat eine Fangstrategie entwickelt, die man einer Pflanze eigentlich nicht zutraut. In der Falle befinden sich Fühlhaare. Werden diese dreimal innerhalb von kurzer Zeit von einem Insekt berührt, löst die Falle aus und schließt sich. Jetzt beginnen die in einer Verdauungsflüssigkeit befindlichen Enzyme die Tiere zu zersetzen. Die tierischen Proteine und Stickstoff dienen so der Pflanze als Nahrung.

Doch es gibt auch "Vegetarier" unter den Karnivoren! Einige Kannenpflanzen haben sich auf eine Lebensgemeinschaft mit Fledermäusen eingelassen. Die Fledermäuse schlecken Nektar von dem Deckblatt über der Falle und verrichten ihre Notdurft anschließend in die Kanne. Der Kot wird zersetzt und als Dünger genutzt. Andere Kannenpflanzen hingegen begnügen sich nicht mit Insekten. Sie verzehren auch Ratten und kleine Affen.

In diesem Sommer können Sie eine Ausstellung mit fleischfressenden Pflanzen - wie Karnivoren auch bezeichnet werden - im Gewächshaus des Sondergartens besichtigen. Die Ausstellung mit vielen unterschiedlichen Pflanzen und informativen Postern ist das Jahresprojekt unser FöJlerin.

Hierzu passt: Unglaublich, diese Pflanzen – "bohnisch" und "hopfisch". Diese Begriffe stammen nicht aus der Linguistik der Pflanzenwelt und werden erklärt, wenn sich einige Pflanzen an der Stange räkeln.

Botanisches Kauderwelsch vom 27. Mai 2020 Gartentipps aus alten Büchern - Hacken und Gießen als Sommerarbeit

Hacken kann man nie zu oft und zu viel.

Das Hacken ist eine mühsamere Arbeit als das Gießen, nur nicht so anstrengend wie das Wasserschleppen. Wo man eine genügend starke Stallmistdecke obenauf geben kann, erspart man nicht nur das Gießen, sondern auch das Hacken, und das ist viel wert. Wo das nicht an geht, soll man sich die Hackarbeit wenigstens nach Möglichkeit erleichtern und vereinfachen. Dazu gehört vor allen Dingen, daß man alles ohne Ausnahme nur in Längsreihen sät, die ebenso laufen wie das Beet, beileibe nicht in Querreihen, die ich deshalb als völlig unsinnig bezeichnen muß, weil sie sowohl die Säe- wie die Hackarbeit in unverantwortlicher Weise erschweren. Zum zweiten soll man mit dem Hacken anfangen, sobald das Unkraut zwischen den Reihen sichtbar wird.Ich nehme zu dieser Arbeit, die gleichzeitig eine Bodenlockerung wie eine Unkrautvertilgung ist, nicht eine Hacke, sondern eine Forke, die ich recht kurz fasse und damit seitlich hin und her fahre. noch bequemer und schneller lässt sich diese Arbeit mit einer Wolfschen Ziehhacke verrichten, die wirklich alle bisherigen Hacken an Zweckmäßigkeit bei weitem übertrifft.

Die alte Kartoffelhacke, wie man sie noch bei den meisten Kleingärtnern und Kleinsiedlern sieht, ist für richtiges, zweckentsprechendes Hacken wenig geeignet, weil man mit ihr den Boden fast immer zu tief auflockert und dabei noch oft genug die zarten Wurzeln der jungen Kulturpflanzen beschädigt.

Quelle: Deutscher Garten - 51. Jahrgang - 1936

Anmerkung aus dem Jahr 2020: Dem ist nichts hinzuzufügen, genau so ist zu verfahren! Doch heute empfiehlt der Leiter des Sondergartens den Einsatz eines Stiegers oder auch Schuffel genannt. Mit diesem Gerät werden die Wurzeln des Unkrautes durchtrennt. Beim Hacken wird das Unkraut nicht selten mit Erdreich verschüttet und treibt wieder durch. Dann beginnt der Spaß von vorn.

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    Auf dieser Seite finden Sie nur die Letzten drei Kauderwelsch-Begriffe. Bitte lesen Sie auch in unserem Serien-Archiv.

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