Wortschatz für gärtnerisches Fachsimpeln

Fundiertes Halbwissen So machen Fachbegriffe Spaß!

Das Verwenden von Fremdworten und Fachbegriffen kann peinlich enden, wenn man die Bedeutung der Worte etwas frei auslegt. Damit Sie bei jedem gärtnerisch-botanischen Fachgeplänkel eine gute Figur machen, füllt sich hier ein Glossar mit (vermeintlich) wichtigen Begriffen.

In jedem Sondergarten-Newsletter werden Fachbegriffe vorgestellt und erklärt. Zum Nachlesen werden diese dann hier aufgelistet.

Über das folgende Formularfeld können Sie Fachbegriffe vorschlagen, die erklärt werden sollen.

Freuen Sie sich auf mein botanisches Kauderwelsch.

Ihr Helge Masch

Leiter des Botanischen Sondergartens Wandsbek

Wie bitte? Ihr Kauderwelsch-Wort

Botanisches Kauderwelsch

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Welchen gärtnerisch-botanischen Fachbegriff möchten Sie vorschlagen?

Ihren Vorschlag werden wir dann im Sondergarten-Newsletter erklären.

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Botanisches Kauderwelsch vom 16. September 2020 GewächsNachwuchs - Florenverfälschung

Biodiversität ist heute das Schlagwort im Natur- und Umweltschutz. Die biologische Vielfalt soll und muss erhalten bleiben! Das Aussterben einer Art führt zum weiteren Aussterben von untereinander abhängigen Arten. Es kommt zu einem Dominoeffekt! Ein weiteres Schlagwort ist die Regionalität der Pflanzen, auch diese ist zum Erhalt der Arten wichtig. Allerdings ist die Regionalität im Gegensatz zur Biodiversität nicht sichtbar.

Beispiel: Bei einer bunt blühenden Wiese die voll mit Insekten und Vögeln ist, ist die biologische Vielfalt gut erkennbar. Doch, eine in Norddeutschland wachsende Schafgarbe unterscheidet sich optisch nicht von einer Schafgarbe, die in Süddeutschland wächst. Dennoch sind die beiden Schafgarben genetisch unterschiedlich.

Um diese nicht sichtbare Unterschiedlichkeit zu bewahren, wurde Deutschland in Regionen eingeteilt. Bei der Ansiedlung (Renaturierung) dürfen nur noch Pflanzen aus der gleichen Region verwendet werden, um eine genetische Florenverfälschung zu verhindern.

Sollte der Zustand einer genetischen Übereinstimmung aller Pflanzen einer Art eintreten, sind die Pflanzen kaum noch in der Lage, auf Veränderungen der Umwelt zu reagieren. Pflanzen mit genetischer Übereinstimmung werden auch durch Teilung oder Stecklinge hervorgerufen. Die Gruppen werden als Klon bezeichnet.

Ebenso wachsam müssen wir bei der Pflanzung von unseren Zierpflanzen im Garten sein. Auch hier handelt es sich meistens um gebietsfremde Pflanzen (Neophyten). Also Pflanzen, die in einer anderen Region der Welt heimisch sind. Solange diese Pflanzen sich nicht stark (invasiv) vermehren, geht keine Gefahr von ihnen für die regionale Natur aus. Dieser Zustand kann sich jedoch durch den Klimawandel verändern. Invasive Neophyten, wie der Riesenbärenklau, verdrängen die regionalen Pflanzen und bieten den regionalen Tieren keine oder keine ausreichende Nahrungsgrundlage.

Florenverfälschung ist durch die Globalisierung weltweit zu einem Problem geworden!

Seedbombs (Saatbomben) sind in der Regel gut gemeint und sollen die Stadt bunter machen. Unter dem Blickwinkel der Florenverfälschung kann es aber auch mächtig schief gehen. Daher sollten nur Seedbombs mit regionalem Saatgut aus der Region zum Einsatz kommen!

Botanisches Kauderwelsch vom 9. September 2020 Verwandtschaftsverhältnis - Gattung

Viele Menschen sind bemüht, sich einen Namen zu machen, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Der schwedische Naturforscher Carl von Linné machte sich einen Namen, indem er Tieren und Pflanzen neue wissenschaftliche Namen gab und so „Ordnung“ in die Natur brachte. Bis heute ist sein Name eng mit der binären Nomenklatur – der zweiteiligen Namensgebung verbunden.

Die zwei Teile der wissenschaftlichen Namen bestehen aus „Gattung“ (groß geschrieben) und der „art“ (klein geschrieben).

Eine Pflanzengattung bezeichnet eine Gruppe von Pflanzen, deren wesentlichen Eigenschaften übereinstimmen.

Mehrere Pflanzengattungen mit den gleichen Blüteneigenschaften bilden eine Pflanzenfamilie.

Häufig ist im Zusammenhang mit den botanischen Namen der Pflanzen von kompliziertem „Gärtnerlatein“ die Rede. Wenn man sich etwas mit dieser Materie beschäftigt, ist es nicht kompliziert, sicherlich aber ungewohnt, die Worte aus vielen unterschiedlichen Sprachen auszusprechen.

Einige Pflanzengattungen sind zu Ehren von Personen benannt. Zum Beispiel die Riesenseerose „Victoria“ wurde nach Königin Victoria (1819 - 1901) des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland benannt. Andere sind nach Personen der griechischen Mythologie (Nacissus – Osterglocke) oder nach ihren Eigenschaften benannt. Eine Erforschung der Bedeutung des botanischen Namens kann Eselsbrücken bilden und das Lernen erleichtern.

Und das Gute ist, dass die botanischen Namen weltweit gültig sind.

Hierzu passt: Verwandtschaftsverhältnis – Art. Dieser Begriff wird benötigt, um die Pflanzen bei der Bestimmung weiter einzugrenzen und wird erklärt, wenn Sie ausreichend Zeit hatten, sich mit den Gattungen zu beschäftigen.

Botanisches Kauderwelsch vom 2. September 2020 Struktur und Form - Wurzel

In einer Gemeinschaft verwurzelt zu sein, bietet vielen Menschen und auch Tieren ein positives Gefühl. Verändern sich Gemeinschaft oder Mensch /Tier, strecken wir unsere Wurzeln nach neuen Zielen aus.

Diese Möglichkeiten haben die Pflanzen, nachdem das Saatkorn die Wurzeln ausgestreckt hat, nicht mehr. Ein lebenslanges Verweilen an dem Ort der Keimung ist ihr Schicksal. Es sei denn, der Mensch greift ein. Pflanzen werden mittlerweile mobil in Töpfen, Kübeln und Containern kultiviert. In Baumschulen werden mit großem Aufwand sogar Bäume an andere Orte verpflanzt.

Unabhängig vom Ort haben die Wurzeln der Pflanzen weltweit die gleichen Aufgaben. Sie geben der Pflanze Halt, in der Erde oder als Aufsitzer auf Bäumen. Des Weiteren ist das Grundorgan Wurzel für die Beschaffung von Wasser und den darin gelösten Nährstoffen zuständig. Einige Pflanzen vertrauen den Wurzeln auch die Lagerhaltung und Vermehrung an. In Rhizomen, Knollen und Zwiebeln werden Nährstoffe für die nächste Saison eingelagert. Zwiebeln, Wurzelausläufer und Rhizome sorgen unterirdisch auch für die Verbreitung der Pflanze. Darüber hinaus gibt es auch Wurzeln, die Blattgrün enthalten und so die Laubblätter ersetzen (z.B. Chiloschista, eine Orchidee).

Allerdings gibt es auch Pflanzen wie das Louisianamoos (Tillandsia usneoides), die komplett auf Wurzeln verzichten. Die Blätter nehmen über die Spaltöffnungen das Wasser auf. Die Blätter der Pflanzen hängen über Zweigen und Stromleitungen.

Abschließend möchte ich auf die Wüstenrollpflanzen hinweisen, die lebenslang mobile Phasen haben. In der Trockenzeit trocknet die Pflanze zu einem Ball zusammen und der Wind pustet den Sand rund um die Pflanze weg. So gelingt es den Pflanzen, dem Wind zu folgen und beim nächsten Regen an einem anderen Ort erneut Wurzeln zu schlagen.

Hierzu passt: Struktur und Form – Speicherorgane. Dieser Begriff wird im Herbst erklärt, wenn wir Blumenzwiebeln in den Garten setzen.

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Auf dieser Seite finden Sie nur die Letzten drei Kauderwelsch-Begriffe. Bitte lesen Sie auch in unserem Serien-Archiv.