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Wortschatz für gärtnerisches Fachsimpeln

Fundiertes Halbwissen So machen Fachbegriffe Spaß!

Das Verwenden von Fremdworten und Fachbegriffen kann peinlich enden, wenn man die Bedeutung der Worte etwas frei auslegt. Damit Sie bei jedem gärtnerisch-botanischen Fachgeplänkel eine gute Figur machen, füllt sich hier ein Glossar mit (vermeintlich) wichtigen Begriffen.

In jedem Sondergarten-Newsletter werden Fachbegriffe vorgestellt und erklärt. Zum Nachlesen werden diese dann hier aufgelistet.

Über das folgende Formularfeld können Sie Fachbegriffe vorschlagen, die erklärt werden sollen.

Freuen Sie sich auf mein botanisches Kauderwelsch.

Ihr Helge Masch

Leiter des Botanischen Sondergartens Wandsbek

Wie bitte? Ihr Kauderwelsch-Wort

Sie haben nicht alle Felder korrekt ausgefüllt.
Welchen gärtnerisch-botanischen Fachbegriff möchten Sie vorschlagen?

Ihren Vorschlag werden wir dann im Sondergarten-Newsletter erklären.

Vielen Dank!

Vielen Dank.

Newsletter vom 22. Januar 2020 Verwandtschaftsverhältnis - Binäre Nomenklatur

Die wissenschaftliche Benennung der Pflanzen ist für den Laien „Botanisches Kauderwelsch“ par excellence – Entschuldigung, „in höchster Vollendung“.

Wem haben wir das zu verdanken?

Der Schwede Carl von Linné (1707 – 1778) zeichnet für die doppelte Namensgebung (binäre Nomenklatur) maßgeblich verantwortlich. Im Jahr 1735 veröffentlichte er die 1. Auflage von „Systema Naturae“, in der er sein System zur Klassifizierung der drei Naturreiche erstmals vorstellte.

Was soll das?

Sein Lebenswerk war es, Ordnung in die Tier-, Pilz- und Pflanzenwelt zu bringen.

Und warum müssen wir dankbar sein?

Vor der Einführung der binären Nomenklatur bestanden Pflanzenbezeichnungen aus langen, zumeist lateinischen Wortformeln, die aus den Eigenschaften der Lebewesen bestanden.

Heute ist es ausreichend, wenn wir uns vier Worte merken: Familie, Gattung, Art sowie ggf. die Sorte. Diese sind weltweit gleich und gültig. Im Gegensatz zu den Volksnamen, die zum Teil nur örtlich bekannt sind.

Übrigens: für die Linde gibt es über 500 deutsche Volksnamen!

Hierzu passt: Verwandtschaftsverhältnis - Familie. Dieser Begriff wird dann erklärt, wenn die Vereinten Nationen den Internationalen Tag der Familie begehen.

Newsletter vom 15. Januar 2020 Lebensweise - Epiphyten

Können Sie sich vorstellen, sich mit einem Epiphyten die Wohnung zu teilen? Oder hat sich ein solcher bei Ihnen schon unbemerkt und unbewusst eingeschlichen?

Wenn ja, dann wünsche ich Ihnen viel Spaß mit Ihren epiphytischen Pflanzen. Sie tragen so wunderbare Namen wie Vanda, Miltonia oder Schmetterlingsorchidee. Aber auch Vertreter der Pflanzenfamilie der Ananasgewächse, wie die Tillandsien, leben als Epiphyten. Die deutsche Bezeichnung ist Aufsitzer. Sie keimen in Astgabeln oder in der Borke Ihrer Gastgeber-Pflanzen.

Aber warum tun sie dies?

Die Epiphyten sind meist Pflanzen von nicht allzu ausgeprägter Größe. Daher nehmen sie im Kronendach der tropischen Bäume Platz, um ausreichend Licht abzubekommen. Wasser und Nährstoffe für die Photosynthese nehmen sie aus der Umgebung auf.

Epiphyten sind keine Schmarotzer.

Einige sparen sich sogar die Wurzeln, wie das bartähnliche Louisianamoos (Tillandsia usneoides). Dieses hängt ganz entspannt über den Zweigen in den Baumkronen. Bei starken Winden werden Teile abgerissen und zu anderen Zweigen verweht.

 

Hierzu passt: Lebensweise - terrestrisch. Dieser Begriff wird dann erklärt, wenn die Pflanzzeit beginnt.

Newsletter vom 8. Januar 2020 GewächsNachwuchs - Veredelung

Das neue Jahr startet wie immer mit vielen guten Vorsätzen. Unter anderem auf „edle“ Dinge zu verzichten und etwas kürzer zu treten. Für alle, die bereits im Januar schwach werden, kommt am Aschermittwoch, mit der 40tägigen Fastenzeit der Joker „Zweite Chance“. Nur die Fans edler Früchtchen wie ‘Goldprinz‘, ‘Goldparmäne‘, ‘Gute Luise‘, ‘Ingrid Marie‘ oder ‘Kaiser Alexander‘ freuen sich jetzt zum Jahresbeginn über Ihr Hobby, das “Veredeln“.

Veredelt wird im Pflanzenreich bereits seit der Antike. Die Ziele sind Arbeitsteilung (jeder macht, das was er am besten kann) und der Sortenerhalt (Vermehrung ohne genetische Veränderung).

Für eine Obstbaumveredelung werden benötigt:

  • Edelreiser = Frisch geschnittene, etwa Bleistift dicke Zweige, die noch keine Blütenknospen tragen. Diese edlen Sorten haben meist ungeeignete Wurzeln für ein erfolgreiches Wachstum.
  • Unterlage = Pflanzen, deren Wurzeln in besonderer Weise (z.B. viel oder wenig) Wasser und Nährstoffe der neuen Kooperation zur Verfügung stellen. Dies hat Auswirkungen auf die Größe der Pflanze und die Qualität der Früchte.
  • Werkzeuge = Messer, Veredelungsgummis, Veredelungswachs.

Durch unterschiedliche Schnitt- und Bindetechniken wird die Unterlage mit dem Edelreis zusammengefügt. Die Veredelungspartner müssen immer zur gleichen Gattung gehören. Erfolgreich zusammengewachsen entstehen sogenannte Chimären. Des Weiteren werden Gurken, Kürbisse, Rosen, Kakteen oder Tomatoffeln (eine Pflanze, von der sowohl Tomaten als auch Kartoffeln geerntet werden können) veredelt.

Hierzu passt: GewächsNachwuchs - Aussaat. Dieser Begriff wird dann erklärt, wenn die Fastenzeit beginnt.

Aktivitäten des Botanischen Sondergartens

Serien-Archiv

Auf dieser Seite finden Sie nur die Letzten drei Kauderwelsch-Begriffe. Bitte lesen Sie auch in unserem Serien-Archiv.

 Sämlinge

Serie GewächsNachwuchs

Veredelung

 Mistel

Serie Lebensweise

Schmarotzer