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Wortschatz für gärtnerisches Fachsimpeln

Fundiertes Halbwissen So machen Fachbegriffe Spaß!

Das Verwenden von Fremdworten und Fachbegriffen kann peinlich enden, wenn man die Bedeutung der Worte etwas frei auslegt. Damit Sie bei jedem gärtnerisch-botanischen Fachgeplänkel eine gute Figur machen, füllt sich hier ein Glossar mit (vermeintlich) wichtigen Begriffen.

In jedem Sondergarten-Newsletter werden Fachbegriffe vorgestellt und erklärt. Zum Nachlesen werden diese dann hier aufgelistet.

Über das folgende Formularfeld können Sie Fachbegriffe vorschlagen, die erklärt werden sollen.

Freuen Sie sich auf mein botanisches Kauderwelsch.

Ihr Helge Masch

Leiter des Botanischen Sondergartens Wandsbek

Wie bitte? Ihr Kauderwelsch-Wort

Ihr Kauderwelsch-Wort

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Welchen gärtnerisch-botanischen Fachbegriff möchten Sie vorschlagen?

Ihren Vorschlag werden wir dann im Sondergarten-Newsletter erklären.

Vielen Dank!

Vielen Dank.

Newsletter vom 25. März 2020 Photoperiodismus: Langtag

Wie unterschiedlich das Zeitempfinden doch ist. Für Personen die heutzutage im z.B. Gesundheitswesen und im Lebensmitteleinzelhandel für uns tätig sind, vergeht die Zeit wie im Flug. Für die anderen, die durch die Corona-Krise ausgebremst wurden, will der Tag kein Ende nehmen. Machen Sie das Beste aus der jetzigen Situation.

So wie die Strauch-Margeriten, auch für sie heißt es noch #stayathome (=bleib im Gewächshaus), draußen ist es bis zum 15. Mai noch viel zu kalt. Dennoch blühen diese Pflanzen jetzt im LANGTAG auf.

Heute haben wir eine Tageslänge von 12:33 Stunden in Hamburg. Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang verlängert sich in den nächsten Tagen täglich jeweils um ca. 4:44 Minuten.

Langtagpflanzen sind in den gemäßigten Klimazonen zu finden. Sie benötigen zur Blütenbildung eine längere Hell-Phase als Dunkel-Phase. Beispiele: Strauch-Margerite, Frauenmantel, Bilsenkraut, Roggen.

Wenn wir einen Strauch-Margeriten-Hochstamm aus einem Steckling ziehen möchten, gelingt dies nur im Kurztag, da die Pflanzen endständig blühen und somit jede Blütenbildung eine Verzweigung der Pflanze zur Folge hat.

Hierzu passt: Photoperiodismus – erkennen der Tageslänge. Dieser Begriff wird erklärt, wenn gerade kein anderes wichtiges Wort erklärt werden muss. :-)

Newsletter vom 18. März 2020 Makro- & Mikronährstoffe - N = Stickstoff

Einen gesunden und widerstandsfähigen Körper, wer wünscht sich diesen nicht? Wir Menschen fügen uns häufig zu viel Nahrung zu. Dadurch werden wir füllig und träge. Unsere Zimmerpflanzen hingegen erziehen wir zu wahren Asketen. Ergebnis: blasse, hellgrüne und blühfaule Mitbewohner.

N – P – K = Stickstoff - Phosphor - Kalium

Diese Drei sind die Hauptnährstoffe bei der Pflanzenernährung. Sie entscheiden über Gedeihen und Verderben.

Stickstoff ist die „Lieblingsspeise“ der Pflanzen und gilt als „Motor des Wachstums“! Ist Stickstoff im Überfluss vorhanden, werden die anderen Nährstoffe nur vermindert aufgenommen – es kann zu Mangelerscheinungen kommen.

Hohe Stickstoffgaben führen zu langen und weichen Pflanzen (Stauden kippen leicht um). Darüber hinaus sind die Pflanzen anfälliger für Schädlingsbefall.

Wird der Nährstoff Stickstoff in das Grundwasser ausgewaschen, erhöhen sich die schädlichen Nitratwerte in unserem Trinkwasser.

Zeitpunkt der Düngung mit Stickstoff

Organischer Stickstoff in Hornspäne wird im Herbst gestreut, Gülle wird im Winter ausgebracht und mineralischer Stickstoffdünger kommt unmittelbar vor dem Austrieb zum Einsatz. Zimmer- und Kübelpflanzen sollten während der Wachstumsperiode (März bis September) wöchentlich flüssig gedüngt werden.

Hierzu passt: Makro- & Mikronährstoffe – P = Phosphor. Dieser Begriff wird erklärt, wenn die Pflanzen bunte Blüten treiben.

Newsletter vom 11. März 2020 GewächsNachwuchs - Pikieren

So unterschiedlich und missverständlich kann die deutsche Sprache sein. Ist eine Person leicht „äußerst pikiert“, dann beschreibt man ihren Gemütszustand als „verärgert und zugleich gereizt“ oder „gekränkt“. Werden Pflanzen pikiert, fühlen sich diese wohl und können ihr Leben entspannt fortsetzen.

Pikieren ist das Vereinzeln der Sämlinge nach der Aussaat.

Dieser Satz definiert im Wesentlichen den Unterschied zwischen Pikieren und pikiert sein, lässt aus botanischer Sicht aber wichtige Informationen unbeachtet.

Bei der Aussaat im Zimmer oder beheizten Gewächshaus passen wir nur die Temperatur an, um ein gutes Keimergebnis zu erzielen. Die Sämlinge erwarten bei der hohen Temperatur jedoch deutlich mehr Licht. Daher recken und strecken sich die Kleinen in die Höhe, bis sie umkippen.

Erinnern wir uns an das Kauderwelschwort vom 19. Februar 2020: Sprossachse. Diese beginnt erst oberhalb der Keimblätter. Unterhalb der Keimblätter befindet sich das Grundorgan Wurzel. Diese wiederum ist nicht dafür ausgelegt, die Pflanzen freischwebend in die Höhe zu heben.

Um das Szenario des Umkippens (Abknicken der Wurzel außerhalb der Erde) zu vermeiden, werden die Sämlinge nicht nur weiter auseinander gesetzt, sondern auch so tief eingepflanzt, dass die Keimblätter die Erde berühren. Nach dem Angießen werden die Pflanzen etwa 3°C bis 5 °C kühler aufgestellt. Um einen erneuten Längenwuchs der Wurzel nach oben zu verhindern.

Hierzu passt: GewächsNachwuchs - Teilung. Dieser Begriff wird im Herbst erklärt, wenn die Freilandstauden eingezogen sind.

Aktivitäten des Botanischen Sondergartens

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    Auf dieser Seite finden Sie nur die Letzten drei Kauderwelsch-Begriffe. Bitte lesen Sie auch in unserem Serien-Archiv.