Wandsbek Markt mit dem ZOB und der Sichtachse in die Hamburger Innenstadt, Hintergrundbild

2022 - Die Kartoffel

Kartoffel (Solanum tuberosum) - Kandidat 2015 - Platz 2
17.12.2021

Themen-Newsletter "Giftpflanzen" und "Giftpflanze des Jahres".

Herausgeber: Botanischer Sondergarten Wandsbek (Hamburg)

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Die 18. Giftpflanze des Jahres:

Zum 18. Mal gibt der Botanische Sondergarten Wandsbek das Ergebnis der Wahl zur „Giftpflanze des Jahres“ bekannt. Im Gegensatz zu anderen Nominierungen im Bereich „Natur des Jahres“ kann jede Person Kandidaten vorschlagen und sich an der Abstimmung beteiligen.

Am 15. Dezember 2021 endete die 200tägige Abstimmung.

Die Kartoffel ging daraus als Sieger hervor.

So trugen 27,5 Prozent, gleich 480 der1751 gültigen Stimmzettel, den Namen des beliebten Nahrungsmittels. Die Wahlbeteiligung lag bei diesem Durchgang wieder über dem Durchschnitt (1580 Stimmen).

Wahlergebnis:

480 Stimmen (27,5 %)
stark giftig +++
giftige Nahrungspflanze

370 Stimmen (21,1 %)
stark giftig ++
Gehölz

​​​​​​​163 Stimmen (20,6 %)
sehr stark giftig ++
einjährige Pflanze

308 Stimmen (17,6 %)
giftig +
Staude

​​​​232 Stimmen (13,2 %)
stark giftig ++
Zimmer- und Kübelpflanze

Ziel der Aktion war und ist, dass sich Menschen kritisch mit dem Thema »Giftpflanzen« auseinandersetzen, Fragen stellen und sie gegebenenfalls auf die giftige Wirkung einiger Pflanzen aufmerksam gemacht werden. Pflanzen mit giftigen Inhaltsstoffen haben keinen Makel, daher sollten sie grundsätzlich nicht aus den Gärten und der Natur entfernt werden.

Über die Giftpflanze des Jahres 2022:

Die Kartoffel ist heute als Grundnahrungsmittel nicht mehr aus Rezepten und Speisekarten wegzudenken. Doch nach der Einfuhr dieses Gewächses aus den Anden Südamerikas mussten einige Hürden genommen werden, bis Pommes, Pell- und Salzkartoffel und sogar der Kartoffelsalat zu Weihnachten salonfähig wurden. Grund hierfür ist, dass zunächst das giftige Kartoffelkraut verzehrt wurde und dadurch Krankheits- und Todesfälle auftraten. Die Knollen hingegen wurden verteufelt und den Schweinen oder Häftlingen zum Verzehr gegeben.

Mit der Wahl der Kartoffel zur Giftpflanze des Jahres wollen wir auf die Giftwirkung  in den grünen Pflanzenteilen und Früchten aufmerksam machen. Keinesfalls soll dieser Titel den Verzehr der leckeren stärkehaltigen Knollen beschränken. Nehmen wir die Kartoffel als Botschafterin dafür, dass es mit wenigen Grundkenntnissen problemlos möglich ist, unfallfrei mit Giftpflanzen in Haus und Garten zu leben. Denn das Uhrwerk der Biodiversität ist auch auf die giftigen Vertreter in Flora und Fauna angewiesen!

Die Kartoffel als Nutzpflanze

An dieser Stelle wollen wir uns nicht in den über 2.000 Geschwistern von Laura, Linda, Sieglinde, Bintje oder gar den Bamberger Hörnchen verlieren. Es ist jedoch festzustellen, dass Kartoffelsorten unterschiedliches Kochverhalten haben, so unterscheidet man festkochende und mehligkochende Kartoffelsorten.

Küchentipps - die vor gesundheitlichen Schäden bewahren sollen.

  • Sobald Sie die Kartoffeln geschält und zerkleinert haben, sollten Sie diese niemals im Kühlschank aufbewahren! An den Schnittstellen bildet sich das giftige Solanin zum Schutz der Knolle vor Infektionen! Dies bedeutet auch, dass bei der Ernte oder dem Transport beschädigte Kartoffeln aussortiert werden sollten.

Das Einfrieren der Kartoffelstücke wäre aus Sicht der Bildung von Solanin ok. Allerdings werden die Kartoffelstücke nach dem Auftauen glasig und schmecken süßlich. Dies geschieht auch, wenn die Kartoffel bei der Lagerung Frost bekommen.

  • Mit giftigen Kartoffelknollen haben wir es zu tun, wenn die Kartoffel mehr grün als gelb / braun ist oder sich bereits lange (< 1 cm) Keime gebildet haben. Denn das Solanin ist hitzebeständig und wird erst bei über 240 °C zerstört. Das Kochen in siedendem Wasser zerstört das giftige Alkaloid nicht!
  • Recycling und Wassersparen werden natürlich immer gern gesehen. Jedoch sollte Kartoffelkochwasser nicht weiterverwendet werden.
  • Haben Sie die obigen Hinweise alle befolgt und Ihr Kartoffelgericht schmeckt seltsam bitter, ist von dem Verzehr abzusehen. Mit anderen Worten: NICHT WEITERESSEN!
  • Werden Pommes oder Bratkartoffeln und andere Kartoffelgerichte bei über 170 °C zubereitet, entsteht das gesundheitsschädliche Acrylamid. Acrylamid ist als erbgutschädigend und krebserregend eingestuft.

Unter www.hamburg.de/giftpflanze-des-jahres finden Sie weitere Informationen.

Es geht weiter

Die Aktion „Giftpflanze des Jahres“ geht weiter. Bis zum 20. Mai 2022 können Sie Kandidatenvorschläge für die Wahl der Giftpflanze des Jahres 2023 machen.

Aus diesen Vorschlägen wird je eine giftige Nahrungspflanze, eine Staude, ein Gehölz und eine Kübel-/Zimmerpflanze sowie eine ein-/zweijährige Pflanze zur Wahl gestellt. Die Wahl der „Giftpflanze des Jahres“ 2023 beginnt am 1. Juni 2022 und endet am 15. Dezember 2022.

Wählen Sie hier Ihre Kandidaten aus.

Notfall?

Im akuten Vergiftungsfall bitte immer zuerst den Notruf 112 wählen!

Notrufnummern der Giftinformationszentralen

Die Wahl der Giftpflanze des Jahres bei Ihnen

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Giftpflanzen im Unterricht

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Basisinformationen und Arbeitsblätter für den Unterricht stellen wir Ihnen zur Verfügung.
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Kontakt

Botanischer Sondergarten Wandsbek
Giftpflanze des Jahres
Walddörferstraße 273
22047 Hamburg

Telefon: +49 40 693 97 34 (mit Anrufbeantworter)
E-Mail: giftpflanze@wandsbek.hamburg.de
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