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Photoperiodismus

 Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) - Kandidat 2012 / Platz 3

Photoperiodismus

Botanisches Kauderwelsch von Helge Masch

Newsletter vom 3. Dezember 2019 Photoperiodismus: Kurztag

Jetzt in der Vorweihnachtszeit bekommt der Begriff KURZTAG eine vielfache Bedeutung. Die Terminkalender sind gut gefüllt, Weihnachtsfeiern, Jahresabschluss und Vorbereitungen fürs „Fest“ lassen uns den Tag kurz erscheinen.

Kommen wir jetzt aber zur botanischen Bedeutung des Wortes. Bis zum Tag der Wintersonnenwende (in diesem Jahr der 22. Dezember) geht die Sonne morgens später auf und abends früher unter. In Äquatornähe erhellt die Sonne ganzjährig rund 12 Stunden lang den Tag. Am Amazonas variiert die Tageslänge zwischen 11:54 Stunden und 12:16 Stunden. In Hamburg leben wir vom Herbstanfang bis zum Frühlingsanfang mit einem von der Sonne beleuchteten Tag von 12 Stunden und weniger. Zur Wintersonnenwende sind es nur noch 7:27 Stunden Sonnenlicht. Diese Perioden werden als KURZTAG bezeichnet.

Viele Pflanzen, wie zum Beispiel der Weihnachtsstern reagieren auf den Licht-Dunkel-Wechsel mit der Blütenbildung. Ein Weihnachtsstern, den Sie aus den vergangenen Jahren pflegen, wird erst jetzt beginnen, die Hochblätter auszufärben. Weihnachtssterne, die Sie jetzt im Handel erwerben, sind mit der Blütenbildung deutlich weiter, da die Pflanzen in den Gärtnereien durch Verdunkelungsanlagen frühzeitig in den KURZTAG versetzt wurden. Eine normale Beleuchtung der Wohnräume ist ausreichend, damit die Pflanzen den KURZTAG nicht wahrnehmen.

Hierzu passt: Photoperiodismus: LANGTAG – dieser Begriff wird dann erklärt, wenn wir Tageslicht über 12 Stunden hinweg genießen können.

Aktivitäten des Botanischen Sondergartens