Struktur und Form

 Struktur und Form

Struktur und Form

Botanisches Kauderwelsch von Helge Masch

Newsletter vom 5. Februar 2020 Struktur und Form - Kormuspflanzen

Ist es nicht herrlich wenn, Dinge gut strukturiert und wohlgeformt sind? Klar, natürlich werden die einen jetzt sagen, andere meinen vielleicht, im Strukturlosen und Ungeformten mehr Potenzial zu sehen. Wie dem auch sei, die Morphologie ist die Lehre von der Struktur und Form der Organismen. Der Begriff „morphé“ kommt aus dem Altgriechischen und steht für Gestalt oder Form.

Um die Gestalt oder Form wird es in dieser Kauderwelsch-Serie gehen. Unser Gehirn speichert die Gestalt der Pflanze und verknüpft diese mit einem Namen. Dies ist die Basis für unsere Pflanzenkenntnisse.

Besteht eine Pflanze aus den Grundorganen Wurzel, Sprossachse und Laubblatt, spricht man von einer Kormuspflanze. Zu den Kormuspflanzen zählt man die Samenpflanzen (Spermatophyten) und die farnartigen Gewächse (Pteridophyten) inklusive Bärlapp- und Schachtelhalmgewächse.

Kennzeichnend für Kormuspflanzen ist, dass die Blätter immer an den Sprossachsen entstehen und nie an den Wurzeln. Obgleich Blätter einiger Pflanzen durchaus in der Lage sind, Wurzeln zu bilden, aus denen dann wiederum Sprossachsen wachsen. Dies machen wir uns bei der Pflanzenvermehrung zunutze (siehe Kauderwelsch-Serie: GewächsNachwuchs).

Hierzu passt: Struktur und Form - Sprossachse. Dieser Begriff wird noch während der diesjährigen Gehölzschnittzeit erklärt.

Newsletter vom 19. Februar 2020 Struktur und Form - Sprossachse

Noch bis zum 29.02.2020 müssen die Sprossachsen der Bäume und Sträucher befürchten, schmerzhaften Kontakt mit der Säge oder Schere zu bekommen. Dann endet die Gehölzschnittzeit. Das Bundesnaturschutzgesetz lässt den Gehölzschnitt nur vom 1. Oktober bis Ende Februar zu. Eine Ausnahme bilden die Pflegeschnitte von Hecken nach der Hauptbrutzeit der Vögel von März bis Juni.

Doch was ist die Sprossachse eigentlich?

Die Sprossachse beginnt immer über den Keimblättern und trennt die Blätter von den Wurzeln. Sie dient der Stabilisierung der Pflanze als Transportorgan für Wasser und den darin gelösten Nährstoffen oder Assimilaten sowie als Speicherorgan. Sie wird durch die Knoten (Nodie) geteilt. Der Bereich zwischen zwei Knoten wird als Internodie bezeichnet. Die Sprossachse hat je nach Erscheinungsform und Aufgabe folgende Bezeichnungen: Stängel, Stamm, Ast, Zweig oder Halm. Fällt eine abgestorbene holzige Sprossachse aus einer Pflanze, bezeichnen Kinder diese profan als Stock.

Kann man die Sprossachse essen?

Ja, einige Sprossachsen, oder Teile davon, finden durchaus in der Küche Verwendung. Beispiele:

  • die verdickten Sprossknollen von Kohlrabi und Knollensellerie
  • die Rhizome von Ingwer und Kurkuma
  • Sprossrüben wie Rettich und Rote Bete
  • die Sprossachsen namens Spargel
  • die aromatische Rinde des Zimtbaumes

Hierzu passt: Struktur und Form – Blatt. Dieser Begriff wird im Mai erklärt, denn dann schlagen die Bäume aus.

Aktivitäten des Botanischen Sondergartens

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