Bezirk Wandsbek

Schulneubau Campus Steilshoop

Drei vielversprechende Architekturentwürfe ausgewählt

Campus Steilshoop

Im Zentrum von Steilshoop wollen Schulbehörde, Finanzbehörde, Schulbau Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt und der Bezirk Wandsbek den neuen „Campus Steilshoop“ bauen. Das künftige Schul- und Quartierszentrum soll rund 13.000 Quadratmeter Neubauten für die „Grund- und Stadtteilschule Am See“ sowie für ein Quartierszentrum mit Bildungs- und Beratungseinrichtungen und mit sozialen Angeboten umfassen. Rund 29 Millionen Euro investiert die Stadt in den Schulbau, weitere rund 6 Millionen Euro in das Quartierszentrum. Im Gegenzug wird das auf dem Gelände befindliche Gebäude der ehemaligen Gesamtschule Steilshoop abgerissen, auch das Gebäude der benachbarten „Schule am See“ soll nach dem Umzug der Schule in den Campus Steilshoop aufgegeben werden. Der Campus soll zu einem Mittelpunkt für den umgebenden Stadtteil werden. Jetzt wurden nach einer sorgfältigen Planungsphase unter 12 Alternativen die drei besten Architekturentwürfe vorgestellt.

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Thomas Ritzenhoff, Bezirksamtsleiter Wandsbek: „Der Campus Steilshoop soll als neues Quartierszentrum die Lebensbedingungen in Steilshoop verbessern. Hierzu gehören die Sicherstellung eines attraktiven Schulangebotes und die langfristige Sicherung der Bildungs- und Beratungsangebote im Quartier. Die Aufwertung des Stadtteils durch diese Funktionen wird nicht zuletzt durch die ansprechende Architektur erreicht. Ich freue mich über die Bereicherung des Stadtteillebens in Steilshoop, die durch das Angebote des Bildungszentrums und ansprechende Gestaltung dessen gelingen wird.“

Ziele und Herausforderungen des Architekturwettbewerbs

Kernstücke des neuen Campus Steilshoop sind die neuen Gebäude für die Stadtteilschule am See mit ihrer angegliederten Grundschule sowie das neue Quartierszentrum. Auch die benachbarte Kindertagesstätte und die Sporthallen werden in das Areal mit einbezogen. Das auf dem Gelände befindliche Gebäude der ehemaligen Gesamtschule Steilshoop wird im Gegenzug abgerissen. Anders als im früheren Gesamtschulzentrum sollen für die Schulen und das Quartierszentrum Gebäude mit eigener Identität realisiert werden, die klar aufeinander bezogen sind und zusammen ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Die Gliederung der Gebäude trägt dazu bei, dass sich Kinder und Jugendliche besser orientieren und die unterschiedlichen Einrichtungen eine eigene Identität entwickeln können. Die neuen Gebäude müssen innerhalb und im Bezug zueinander klar die nötigen Funktionalitäten sicherstellen.

Die Architektur des Campus soll so gestaltet sein, dass einerseits eine Öffnung zum Stadtteil ermöglicht, andererseits eine Sichtachse zum Bramfelder See hergestellt wird.

Über Monate hatten Vertreter von Schulbehörde, Baubehörde, Schulbau Hamburg und Bezirksamt Wandsbek geplant und Gespräche mit Vertretern aus Stadtteil und Schule geführt, um für die Stadtteilschule und das Bildungszentrums Steilshoop eine Lösung zu finden. Das Problem: Die zentral gelegene frühere Gesamtschule Steilshoop war bereits vor Jahren wegen sinkender Anmeldezahlen geschlossen worden. Das riesige und im Stadtteil wenig beliebte alte Schulgebäude wurde zwar von verschiedenen Einrichtungen sowie der benachbarten Schule am See genutzt, stand aber zur Hälfte leer. Im Stadtteil wurden zwei Vorschläge diskutiert. So wurde zunächst erwogen, das alte und leerstehende Schulgebäude zu einem neuen Schulzentrum zu entwickeln und zu sanieren. Anwohner, Eltern und Lehrer der benachbarten Schule Am See favorisierten demgegenüber einen Umbau ihrer eigenen Schule zu einem neuen Schulzentrum für Grund- und Stadtteilschüler. Dieser Vorschlag bot aber keine Antwort auf die gravierenden baulichen Probleme der stillgelegten Gesamtschule.

Mit den gestern ausgewählten Architekturentwürfen werden die Vorteile beider Konzepte verbunden. Nach der Entscheidung der Jury für einen der überarbeiteten Entwürfe Anfang 2014 beginnt Schulbau Hamburg die aufwendigen Bauplanungen. Ties Rabe: „Die alte Gesamtschule wird abgerissen. Das schafft Platz, um auf dem zentral gelegenen Gelände jetzt schöne, neue Schulgebäude für die benachbarte Grundschule und die Stadtteilschule Am See zu bauen. Das zusätzlich geplante Quartierszentrum für die vielen sozialen und Bildungsangebote des Stadtteils eröffnet die einmalige Chance zur Zusammenarbeit vieler Einrichtungen zum Wohle der Kinder und Jugendlichen. Die neue Stadtteilschule wird auf 10.192 m² sämtliche Voraussetzungen schaffen, damit die fast 600 Schülerinnen und Schülern endlich unter einem Dach und in attraktiven Räumen nach heutigen pädagogischen Maßstäben unterrichtet werden können. Wir sind sicher, dass die Schule am See durch den Neubau an Attraktivität für Eltern in Steilshoop gewinnt und noch mehr die Kinder aus dem Stadtteil gern in Steilshoop zur Schule gehen werden.“

Weiteres Verfahren

Zur Zeit werden die ausgewählten Entwürfe überarbeitet. Am 18. Februar 2014 erfolgt die endgültige Entscheidung für einen Entwurf. Nach den Einschätzungen der Fachleute können die Bauarbeiten ab Frühjahr 2015 beginnen, so dass bei einem optimalen Verlauf 2017 der Campus Steilshoop für die Nutzung durch Grund- und Stadtteilschule sowie der Einrichtungen im Quartierszentrum zur Verfügung steht. Die Einrichtungen, die gemeinsam im heutigen Bildungszentrum untergebracht sind, arbeiten bereits eng zusammen. Diese Zusammenarbeit wird durch den Campus Steilshoop neu belebt und bietet künftig die Chance, die Schule eng einzubeziehen. Ties Rabe: „Die Zusammenarbeit der Stadtteilschule mit den Einrichtungen aus dem Quartierszentrum bietet die einmalige Gelegenheit, mit dem Campus einen lebendigen Ort des Austausches und Lernens zu erschaffen, die das Leben in Steilshoop nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern für alle Bürgerinnen und Bürger nachhaltig attraktiver macht.“

Stadtteilentwicklung

Steilshoop ist ein festgelegtes Fördergebietes Rahmenprogramms Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) in Hamburg. Hier unternimmt der Senat besondere Anstrengungen, um Quartiere mit besonderen Herausforderungen zu stabilisieren und die Lebensbedingungen für die Bewohnerinnen und Bewohner zu verbessern. Dafür werden Mittel des Senats und der Bund-Länder-Städtebauförderung eingesetzt werden.