Mehr als nur Surfen Auf der Suche nach der perfekten Welle

Ohne Wasser und Surfbrett geht es nicht. Ansonsten unterscheiden sich Wind- und Kitesurfen, Wellenreiten und das noch junge Stehpaddeln aber schon sehr. Alle, die sich fürs Surfen in und um Hamburg interessieren, finden hier Infos und Tipps.

Standup Paddeling Panorama

Surfen Hamburg

Wind und Wellen bezwingen

Brett plus Tuch plus Böe – am Ende dieser Gleichung steht ein Breitensport-Klassiker: Windsurfen. Kein Hobby, in das man so nebenbei reinrutscht; die vielen spektakulären Manöver und Tricks, die das dreh- und kippbare Segel ermöglicht, funktionieren nur mit viel Übung. Nichtsdestotrotz können Sie in Einsteigerkursen gute Fortschritte machen, bei Windsurfing-Hamburg oder beim Windsurfing Club Hamburg e.V.. Besonders kippstabile Bretter reduzieren den Frust bei Anfängern. Trotzdem: Mit vielen „Bauchlandungen" rechnen!

Der VDWS-Grundschein, der im Kurs erworben wird, ermöglicht das Windsurfen auf allen scheinpflichtigen Revieren weltweit sowie das Ausleihen von Equipment. Spätestens an diesem Punkt wird es so richtig spannend. Der Mix aus Geschwindigkeit, teilweise meterhohen Wellen und tosendem Sturm bietet Fortgeschrittenen – in der überwiegenden Mehrzahl Männer – den ultimativen Kick. Immer an der Grenze zwischen Euphorie und Katastrophe, wenn ein Brecher über den Surfer hinwegrollt. „Du bist bei jedem Scheißwetter draußen und findest es einfach nur gut!", so das Resümee eines Aktiven.

Einziges Surfrevier Hamburgs: der Hohendeicher See, auch Oortkatener See genannt. Auf der Alster ist Windsurfen (und Kitesurfen) verboten und auf der Elbe wegen des Verkehrs und der Strömung kaum möglich. Dafür wimmelt es aber an Nord- und Ostsee nur so vor guten „Surfspots“: von Meldorfer Bucht (Büsum), St. Peter-Ording, Nordstrand und Sylt bis zu den Gewässern um Fehmarn und Heiligenhafen sowie an der Hohwachter Bucht. Ideal für Anfänger sind „Stehreviere" wie etwa Pelzerhaken (Neustadt), weil dort keine Kraft durchs Schwimmen und Raufklettern verlorengeht.

Mit dem Drachen surfen

Kiting
„Es ist das Spiel mit dem Wind, der Versuch, diese Kraft zu bändigen. Den Wind so zu zähmen, dass man ihn sich zu eigen machen kann, dass man eins wird mit dieser unbeherrschbaren Kraft, sie nutzt, um sich in den Himmel zu erheben ..." (Lena Dittmer, Wettkampf-Kiterin der Kite Surf Trophy 2004)

Kitesurfer flitzen mit Hilfe von Lenkdrachen (Kites) auf besonderen Boards übers Wasser. Durch den Auftrieb des Drachens, auch Windschirm genannt, vollbringen sie extreme Sprünge, teils regelrechte Flüge. Auch wenn es zunächst nicht gerade so klingt: Kitesurfen stellt an den Anfänger geringere Anforderungen als Windsurfen. Zudem ist die Ausrüstung günstiger und kompakter. All das trägt dazu bei, dass dieser Sport immer mehr Anhänger findet. Erlernen können Sie ihn zum Beispiel bei Windsurfing-Hamburg (der Kurs findet auf Fehmarn statt) oder in der Kiteschule Hamburg (auch als 2-stündiger Schnupperkurs im Stadtpark, am Elbstrand oder in Planten un Blomen).

Auf der Elbe ist Kitesurfen nur auf speziell dazu freigegebenen Wasserflächen erlaubt. Je nach Wetterlage lohnt es sich, ähnliche Ziele anzusteuern wie beim Windsurfen schon genannt. Sie finden gute Surfplätze in Niedersachsen und in Schleswig Holstein. Auch ein Ausflug nach Dänemark (z. B. Ringkobing Fjord) lohnt sich.

Auf dem Rücken einer Welle

Beim Stichwort Wellenreiten (ohne Segel) denken die meisten zuerst an Hawaii oder Kalifornien. Hamburger brauchen aber nicht unbedingt ein Flugticket, um zu erleben, was Freizeit-Surferin Gwendolin Starling (38) mit „der Adrenalinstoß, wenn man es aufs Brett schafft und eine tolle Welle erwischt – und das Adrenalin beim Runterfallen" zusammenfasst. Nord- und Ostsee bieten zumindest an einigen Tagen im Jahr geeignete Wellen. Wählen Sie einen bewachten, flach abfallenden Sandstrand ohne Steine oder Buhnen. Sylt und Norderney, St. Peter-Ording und wiederum Dänemark (Römö, Blavand) sind einen Versuch wert. An der Ostsee (Dahme, Timmendorf, Weißenhäuser Strand ...) schlagen die Wellen zwar weniger kraftvoll ans Ufer, die vielen Buchten sorgen aber dafür, dass man bei Windstärke sieben sogar Wellen mit leicht ablandigem Wind vorfindet – an der Nordsee eine Rarität.

Um Wellenreiten zu lernen, sollten Sie gut schwimmen können und einen qualifizierten Lehrer haben, gilt es doch, beim Umgang mit Wellen, Strömung und Gezeiten kein unnötiges Risiko einzugehen. Leisten Sie sich einen gut passenden Surfanzug; die restliche Ausrüstung können Sie mieten. Nach dem ersten Kurs am besten mit einem Freund weiterüben, weil‘s sicherer ist und mehr Spaß macht. Motivation ist alles! Gerade zu Beginn ist Wellenreiten sehr anstrengend, weil man viel paddeln muss. Surf-Greenhorns starten idealerweise bei totalem Niedrigwasser bei auflaufender Flut.

Übers Wasser laufen

Ein neuer Funsport erobert Europas Wasserflächen, erfunden (mal wieder!) in den USA, wo er zum schnellstwachsenden Wassersport aller Zeiten avancierte. Sein Name: Stehpaddeln, Stand-Up-Paddle-Surfing oder kurz SUP.

Bei dieser Spielart des Surfens sorgt der auf dem Board stehende Sportler mit einem Stechpaddel für den nötigen Vortrieb. Surf-Lehrer auf Hawaii schauten sich das Prinzip von polynesischen Fischern ab. Großes Plus beim Stehpaddeln: Wind und Wellen sind nicht nötig. Wer’s kann, nutzt auftretende Wellen jedoch, um kurzzeitig schneller zu werden.

Stehpaddeln oder SUP-Surfen macht es Einsteigern leicht, trainiert Ausdauer, den ganzen Körper, Koordination und Balance und hält den Surfer ganz im Hier und Jetzt: Wer gedanklich abschweift, fällt prompt ins Wasser. Als „chillig und sehr entspannend" beschreibt das Webportal „Stand Up Surfen Erleben" seinen Sport: „Natur lässt sich so völlig neu erleben". Wer Stehpaddeln in Hamburg ausprobieren möchte, findet hier alle Infos.

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