Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Niedrigwasser an der Alster und Wandse

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Niedrigwasserereignisse sind Teil des natürlichen Abflussgeschehen. Bei den Flüssen des Tief- und Flachlandes kommt es üblicherweise vor allem im Sommer und Frühherbst zu Niedrigwasser. Lang anhaltende Trockenzeiten mit Niederschlagsmangel und hoher potenzieller Verdunstung verschärfen die Niedrigwassersituation. Die Trends der Niedrigwasserstage an Alster und Wandse sind vermutlich in relevantem Umfang von baulichen Maßnahmen überlagert und nur schwer interpretierbar.

Niedrigwasser an der Alster und Wandse


Der Klimawandel nimmt über höhere Temperaturen, Veränderung der Niederschlagssummen und der jahreszeitlichen Niederschlagsverteilung Einfluss auf die Niedrigwasserentstehung. Niedrigwasserereignisse beeinträchtigen die Gewässerqualität. Sie führen zu verringerten Fließgeschwindigkeiten und stärkerer Wassererwärmung (s. Indikator Wassertemperatur der Alster). Höhere Wassertemperaturen steigern die Aktivität der Organismen und den Stoffumsatz und führen zu einer Abnahme der Löslichkeit von Gasen, auch von Sauerstoff, im Wasser. Mit erhöhtem Biomassewachstum kommt es gleichzeitig zu vermehrter Sauerstoffzehrung. Auch für Gewässernutzungen spielt ein ausreichender Abfluss eine bedeutende Rolle. So muss möglicherweise bei zu geringem Abfluss die Wasserentnahme zur Bewässerung eingeschränkt werden.

Sowohl Alster als auch Wandse sind Gewässer, die in der Vergangenheit durch bauliche Maßnahmen beeinflusst worden sind und daher die natürlichen Abflussverhältnisse kleinerer und mittlerer Gewässer im norddeutschen Tiefland nur bedingt widerspiegeln. Beide Pegel sind aber vergleichsweise wenig durch Rückstau beeinflusst und eignen sich daher grundsätzlich für die Betrachtung. Dargestellt sind die Niedrigwassertage, das sind Tage, an denen der Abfluss geringer ist als die über die Sommer- und Winterhalbjahre des Zeitraums 1991 bis 2020 gemittelten niedrigsten Wasserstände des jeweiligen Pegels. Da Niedrigwasserperioden oftmals bis spät in den Herbst hineinreichen können, erfolgen die Auswertungen für die Halbjahre des Wasserhaushaltsjahres. Es beginnt im April und endet im März des Folgejahres, sodass auch eine bis November oder gar Dezember reichende Niedrigwasserperiode demselben Jahr zugeordnet wird.

Bei Betrachtung der Daten vom Pegel Bäckerbrücke fällt auf, dass von 1997 bis 1995 überhaupt keine Niedrigwassertage aufgetreten sind. Dies kann Folge lokaler abflussregulierender Maßnahmen in den Jahren davor sein, zu denen aber keine Informationen vorliegen. Mit Ausnahme der sommerlichen Niedrigwassertage am Pegel Wandbeker Allee zeigen die Zeitreihen einen quadratisch steigenden Trend. Allerdings wird auch deutlich, dass die Niedrigwassersituation in den 1970er Jahren teilweise noch angespannter war. Noch lassen sich diese Entwicklungen schwer im Klimawandelkontext interpretieren, eine weitere Beobachtung der Situation ist aber dringend geboten.



Themenübersicht auf hamburg.de

Anzeige
Branchenbuch