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Grundwasserstand

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Verringerte Niederschläge und eine höhere Verdunstung aufgrund des Temperaturanstiegs reduzieren im Sommer die Grundwasserneubildung. Zudem werden sommerliche Starkregen oft direkt abflusswirksam, das Regenwasser kann nicht versickern. Dies führt dazu, dass die Grundwasserstände infolge des Klimawandels sinken. Seit Mitte der 1990er Jahre lässt sich dies in Form häufiger Unterschreitungen der mittleren niedrigsten Grundwasserstände beobachten.

Grundwasserstand

Der Klimawandel wirkt sich bis in den Untergrund aus. Veränderungen des Niederschlagsregimes sowie der Temperaturen steuern die Grundwasserstände durch ihren Einfluss auf die Grundwasserneubildungsrate: Im Sommer führen höhere Verdunstung, Niederschlagsabnahmen und vermehrte Starkregen zu rückläufigen Versickerungsmengen. Im Winter hingegen können Niederschlagszunahmen die Neubildungsrate ansteigen lassen.

Ein guter mengenmäßiger Zustand und die Neubildung qualitativ hochwertigen Grundwassers sind insbesondere für die Stadt Hamburg wichtig, die ihr Trinkwasser zur Versorgung der Bevölkerung vollständig aus den unterirdischen Wasserkörpern fördert. Die Grundwasserstände beeinflussen zudem Ökosysteme wie Feuchtgebiete sowie grundwassergespeiste Oberflächengewässer. Deshalb ist in der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie das Ziel verankert, einen guten mengenmäßigen Zustand der Grundwasserkörper zu erhalten.

Der Indikator beruht auf Daten zweier ausgewählter Grundwassermessstellen in der nördlichen Geest. Da eine der Messstellen erst ab dem hydrologischen Jahr 1972 Daten bereitstellt, besteht ein Datenbruch zwischen 1971 und 1972. Dargestellt ist die jährliche Anzahl der Monate mit einer Überschreitung des mittleren höchsten Grundwasserstands der Jahre 1971 bis 2000 sowie die jährliche Anzahl der Monate mit Unterschreitung des mittleren niedrigsten Grundwasserstands im selben Referenzzeitraum.

Die Zeitreihen verlaufen zwar schwankend, bis zur Mitte der 1990er Jahre überwog jedoch meist die Anzahl der Monate mit Überschreitungen des Referenzwerts. Vor allem in den Jahren 1966 und 1967 kam es infolge überdurchschnittlich hoher Niederschlagssummen zu hohen Grundwasserständen. Ab Mitte der 1990er Jahre traten verstärkt Monate mit Unterschreitungen des langjährigen Mittels auf. Grundwässer reagieren im Vergleich zu Oberflächengewässern zeitverzögert und längerfristig. So sind die niedrigen Grundwasserstände der Jahre 1996 und 1997 eine Folge der geringen Regenfälle im Jahr 1996, einem der niederschlagsärmsten Jahre in Hamburg seit Aufzeichnungsbeginn. Auch infolge der außergewöhnlich heißen Jahre ab 2018 häuften sich die Monate mit Unterschreitungen des mittleren niedrigsten Grundwasserstands der Jahre 1971 bis 2000. Die Trendanalyse zeigt für beide Zeitreihen allerdings bisher keinen signifikanten Trend.

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