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Editorial Wegweiser "Clever Kombiniert"

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Liebe Leserinnen und Leser,

Hamburg ist als Stadtstaat Bundesland und Stadt zugleich und hat damit klare Grenzen bei der räumlichen Ausdehnung. In diesen Grenzen sind die vorhandenen Flächen für Natur, Landschaft einschließlich Wasser und Bauflächen sinnvoll und miteinander verträglich anzuordnen. Angesichts des intensiven städtebaulichen Wachstums im letzten Jahrzehnt, sind Flächenkonkurrenzen und -knappheit allerdings eine Herausforderung bei der Stadtentwicklung.

Visualisierung der Lobuschstraße in Hamburg mit Fassadenbegrünung und Gründächern mit Solarnutzung. Die Lobuschstraße in Hamburg-Altona würde durch Fassadenbegrünung und Gründächer mit Solarnutzung einen spürbaren Beitrag für das Klima und die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner leisten. 

Einleitung

Dieses Magazin liefert Antworten, wie diese Herausforderung zu bewältigen ist. Dieser „Wegweiser“ will inspirieren, konkrete Ideen liefern und Wege zeigen, wie sich gleich mehrere Ansprüche vereinen lassen. Im Projekt „Clever kombiniert“ der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) werden Anlagen der Energie- und Wärmegewinnung sowie -speicherung und -verteilung mit Funktionen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung, aber auch der Biodiversität und Freiraumnutzung vereint, also mehrfachcodiert.

Das Bild zeigt den Dachspielplatz des FRÖBEL-Kindergartens auf dem Einkaufszentrum Quarree in Hamburg-Wandsbek. Spielparadies unter freiem Himmel: Wie schön effiziente Flächennutzung aussehen kann, zeigt seit Januar 2013 der Dachspielplatz des FRÖBEL-Kindergartens auf dem Einkaufzentrum Quarree in Hamburg-Wandsbek.

Die Magazinbeiträge zeigen daher Beispiele, wie eine regenerative Wärme- und Stromversorgung zur Deckung des Energiebedarfs von Wohn-, Büro- und Gewerbebauten in Kombination gelingt, ohne kostbare räumliche Ressourcen zu beeinträchtigen. Denn nutzen lassen sich bereits vorhandene Sport-, Grün-, Garten-, Verkehrs-, Park- und auch Landwirtschaftsflächen. Dächer und Fassaden der Gebäude bieten ebenfalls Platz für Begrünung sind gleichzeitig für die Gewinnung von Strom und Wärme geeignet. Obendrein können sie bei Starkregen das Siel entlasten oder Lebensraum für Pflanzen und Tiere bieten. Bei der Multicodierung geht es also darum, die unterschiedlichen Interessenlagen im (Frei-)Raum miteinander zu synchronisieren. Dadurch entsteht Mehrfachnutzung ein und derselben Fläche.

Dies ist ein wichtiger Beitrag für die Energie- und Wärmewende in Hamburg, denn der Einsatz regenerativer Energiequellen ersetzt die fossilen Energieträger wie Gas und Kohle. Wärme und Strom werden klimaneutral erzeugt und die CO2-Bilanz verbessert sich deutlich.

Das Bild zeigt ein mit Solarmodulen kombiniertes Gründach in der Leo-Leistikow-Allee im Hamburger Stadtteil Eilbek. Urbaner Lebensraum: Das idealtypisch kombinierte Gründach in der Leo-Leistikow-Allee im Hamburger Stadtteil Eilbek ist zukunftsweisend.

In Zeiten des sicht- und spürbar werdenden Klimawandels sind für die Bauflächen der Stadt auch Maßnahmen geplant, die der Anpassung an veränderte und zu erwartende Wetter- und Klimabedingungen dienen. Dabei handelt es sich vor allem um zunehmende Stark­regenereignisse und die sich durch Verdichtung aufheizende Stadt. Bei jedem Bauvorhaben sind jedoch Lösungen umsetzbar, die für die Anpassung an den Klimawandel hilfreich sind und die Entwicklung einer klimawandelangepassten Metropole unterstützen: Begrünte Rückhalteräume in Parkplätzen, entlang Straßen oder auf Dächern, versickerungsfähige Oberflächen mit darunterliegenden Erdkollektorenfeldern oder auch Photovoltaikanlagen über Regenwasserspielplätzen sind nur einige sinnvolle Methoden. Viele dieser Verknüpfungen unterstützen darüber hinaus den natürlichen Wasserkreislauf und sind auch mit Regenwassernutzung kombinierbar.

Das Bild zeigt die gelungene Nachnutzung einer ehemaligen Deponie im Hamburger Süden, welche erneuerbare Energieerzeugung, Begrünung, Erholungswert und Bildung kombiniert. Zweiter Frühling: Die gelungene Nachnutzung einer ehemaligen Deponie kombiniert im Hamburger Süden erneuerbare Energieerzeugung, Begrünung, Erholungswert und Bildung auf dem Energieberg Georgswerder. Ein Projekt der Internationalen Bauaustellung IBA Hamburg mit Windkraft- und Photovoltaikanlagen sowie Horizontweg.

​​​​​​​Nutzen auch Sie die Flächen Ihres Bauprojekts multicodiert, der Energie- und Wärmewende dienlich und um die Folgen des Klimawandels abzuschwächen – im Kleinen wie im Großen. Jede einzelne Maßnahme gestaltet Hamburg nachhaltiger und lebenswerter.

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