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Freizeitdach Darf’s ein bisschen mehr sein?

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Ein Solargründach ist bereits eine großartige Entscheidung für Klimaschutz und Klimaanpassung. Durch Mehrfachnutzung lässt sich jedoch noch wesentlich mehr aus der Dachfläche herausholen.

Ein Kind spielt im Sandkasten auf einem Freizeitdach. In luftiger Höhe: Klug kombiniert wurden Freizeitgestaltung und Begrünung beim Dachspielplatz Elbarkaden am mehrgeschossigen Gebäudekomplex „Magdeburger Hafen“ in der HafenCity Hamburg. 

Mehrfachnutzung

Blaugrünes Dach – Kühlung inklusive

Zusätzlich zur Rückhaltung des Regenwassers auf dem grünen Dach wird seine Nutzungsvielfalt durch ein blaugrünes Dach noch erhöht: Dazu kann man – für die Speicherfähigkeit des Substrats – eine Drainageschüttung oder einen Retentionskörper zur Wasserspeicherung, Abflusshemmung und -verzögerung unter die Dachbegrünung sowie Solaranlagen auf ein Dach mit Null-Grad-Gefälle verlegen. Dadurch ist die Dachbegrünung auch in Trockenperioden länger mit Wasser versorgt, die Vegetation kann das Wasser verdunsten und Gebäude sowie Solarmodule kühlen. Diese Kühleffekte wirken bei niedrigen Gebäuden sogar in die Freiflächen der Nachbarschaft.

Planungsskizze eines Solargründachs mit Retentionsschicht kombiniert mit einem Dachgarten zur Erholungsnutzung unter einer Schatten spendenden Solardach-Pergola. Alles im grünen Bereich: Planungsskizze eines Solargründachs mit Retentionsschicht kombiniert mit einem Dachgarten zur Erholungsnutzung unter einer Schatten spendenden Solardach-Pergola.

Biodiversitätsdach mit Solar – Artenschutz inklusive

Durch die aufgeständerten Solarmodule entstehen darunter unterschiedlich schattige und durch die Ableitung des Regenwassers auch unterschiedlich feuchte Gebiete. Bei entsprechender Substratwahl können so verschiedene Pflanzen gedeihen, die neue Lebensräume und Nahrungsquellen für Insekten und Vögel in der Stadt schaffen. Gründächer erweitern so das Netz an urbanen Grünflächen und können im Verbund mit anderen Naturräumen einen Beitrag zum Überleben gefährdeter Arten leisten. In Frage kommen niedrigwüchsige Gehölze, Stauden und Gräser, um die Module nicht zu verschatten. Die Saatgutmischung „Hamburger Naturdach“ enthält insbesondere regionale Pflanzenarten für Gründächer.

Das Bild zeigt das Soft Haus in Wilhelmsburg. Nachhaltiges Bauen: Das Soft Haus als Projekt der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg in Wilhelmsburg nutzt durch seine dynamische Textilfassade – in die Photovoltaik-Zellen eingearbeitet sind – das Sonnenlicht auf flexible und intelligente Weise. Im Sommer spenden die Fassadenelemente Schatten und minimieren im Winter Energieverluste.

Freizeitdach – Naturerlebnis inklusive

Begehbare Dächer erhöhen deutlich die Lebens- und Wohnqualität in der Stadt. Bewohnerinnen und Bewohner können sich dort an der frischen Luft erholen, Sport treiben und die Natur genießen.

Wegen der Sonneneinstrahlung im Sommer brauchen Freizeitdächer aber Schattenbereiche. Das leisten semi­transparente oder lichtdurchlässige PV-Module (auf einer Pergola montiert), die gleichzeitig Schutz bei Regen bieten. Auch Speicherung von Regenwasser in Retentionskörpern ist auf nicht vegetativen Flächen problemlos umsetzbar. Intensive Dachbegrünung folgt dem Trend des „Urban Gardenings“, idealerweise als Gemeinschaftsfläche für mehr soziales Miteinander. 

Fazit

Vor allem in Stadtquartieren mit hoher Dichte und großem Defizit an erdgebundenen Freiflächen ist Freizeitnutzung in der zweiten Ebene – wie auf einem Dach – eine attraktive Alternative. Die häufig befürchtete Flächenkonkurrenz von Maßnahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung mit einer Freizeitnutzung lässt sich durch clevere Kombination der Anliegen gewinnbringend aufeinander abstimmen.  

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