Brooksbrücke mit Hammonia und Germania um das Jahr Neunzehnhundert
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Die Zukunft des Hamburger Welterbes gemeinsam gestalten

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Die Auswertung der öffentlichen Umfrage zur Weiterentwicklung des UNESCO Welterbes Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus ist abgeschlossen.

ARCH Projekt - Welterbe weiter denken

Zukunft von Speicherstadt und Kontorhausviertel

Der Managementplan für die Hamburger Welterbestätte Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus wird in regelmäßigen Zeitabständen überarbeitet, um das kulturelle Erbe für nachfolgende Generationen zu erhalten und vor zukünftigen Bedrohungen zu schützen. Hierzu wurde im Rahmen des EU-Forschungsprojekts ARCH eine öffentliche Umfrage zur erforderlichen Weiterentwicklung des historischen Gebiets durchgeführt. Bis Ende 2021 konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Fragen aus sechs Themengebieten beantworten und ihre Ideen in den Prozess einbringen. Ziel der Umfrage war, sowohl aus dem Kreis der Bevölkerung als auch mit Expert:innen vier Themenfelder zu ermitteln, aus denen in den kommenden Jahren für das Management der UNESCO Welterbestätte die größten Handlungsbedarfe zu erwarten sind. Diesen Themen wird in dem überarbeiteten Managementplan besondere Beachtung geschenkt, indem im nächsten Schritt in interdisziplinären Arbeitsgruppen Maßnahmenkataloge erstellt werden, deren Umsetzung bis ca. 2033 angestrebt wird.

Die abgeschlossene Umfrage hat von ca. 35 Teilnehmenden zusammen über 300 inhaltliche Antworten ergeben. Neben den Online-Beiträgen sind hier auch Aussagen enthalten, die im September 2021 an einem Stand auf der Nachhaltigkeitsmesse Green World Tour in der Hamburger HafenCity gesammelt wurden. Hier stellen wir Ihnen die zentralen Ergebnisse der Umfrage vor.:

Im Themenfeld Städtische Umgebung und Sicherheit hat sich herauskristallisiert, dass sich eine große Zahl der Teilnehmenden im Welterbegebiet sicher fühlt. Als verbesserungswürdig wurden die Polizeipräsenz und der Schutz vor Hochwasserereignissen genannt. In Verkehrsfragen wurde u.a. eine sicherere Überquerung der B4 (Willy-Brandt-Straße) am Meßberg erwähnt wie auch der allgemeine Wunsch nach einer Verkehrsberuhigung geäußert.

Das Themenfeld Transport & Infrastruktur nahm für viele der Teilnehmenden eine wichtige Rolle ein. Die Anbindung an den ÖPNV wurde mehrheitlich positiv bewertet, mit einzelnen Forderungen nach dem Ausbau weiterer Haltestellen für Bus und Bahn. Ein besonderes Augenmerk galt auch hier dem Wunsch nach einer allgemeinen Verkehrsberuhigung oder auch –minderung. Dies betraf sowohl den PKW- als auch für den Fahrradverkehr in Speicherstadt und Kontorhausviertel. Für Fußgänger wurde eine Optimierung der Ampelschaltungen zur besseren Verbindung zwischen Speicherstadt und Kontorhausviertel vorgeschlagen.

Das Themenfeld Kultur wurde allgemein als gut bewertet. Die vielfältige Museumslandschaft sowie der generelle Nutzungswandel der Speicherstadt zum kulturellen Zentrum der HafenCity wurden positiv bewertet. Insbesondere durch die pandemische Zeit erhielten wir vereinzelt Meldungen, nach denen mehr kulturelle Angebote im öffentlichen Raum stattfinden sollten – vorzugsweise kostenfrei. Des Weiteren gingen Vorschläge ein, dass es mehr Angebote in den Abendstunden und an Wochenenden geben sollte, um die Gebiete auch außerhalb von Geschäftszeiten zu beleben. Vereinzelt wurde am gegenwärtigen Angebot mangelnde Mehrsprachigkeit angemerkt, die durch ein verbessertes digitales Angebot wie geolokalisierte Apps mit Stadtrundgängen behoben werden könnte.

Im Bereich Besucher- und Tourismusmanagement wurde von den Teilnehmenden übereinstimmend hervorgehoben, dass es sich bei dem Hamburger Welterbe um eine ausgewogene Melange aus attraktiven Kultureinrichtungen und beeindruckender Stadtkulisse handelt. Initiativen wie der alljährliche Welterbetag, die Website zu selbigem wie auch die Planungen für ein UNESCO Welterbezentrum wurden ebenfalls begrüßt und positiv bewertet. Als Verbesserungswürdig wurde der Ausbau des Gebiets mit Navigationshilfen für Touristen angesehen. Während von einigen Teilnehmenden eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für das Welterbe angeregt wurde, sprachen sich andere Teilnehmende für eine gezielte Begrenzung der Besucher aus, um eine Dominanz der Tourismuswirtschaft und der damit typischerweise monoton einhergehende Angebote vor Ort zu vermeiden (Overtourism).

Das Themenfeld Pflegen, Schützen und Erhalten wurde in der bisherigen Arbeit von den Teilnehmenden durchweg als positiv bewertet. Nichtsdestotrotz gab es in diesem Bereich sehr viele, individuelle Vorschläge für einen dauerhaften Erhalt des Welterbes. Diese reichten von einer generell stärkeren Beachtung im Umgang mit dem öffentlichen Raum bis zu dezidierten Wünschen zum Schutz von Gewässer und Grün im Welterbegebiet oder der Entfernung der Schlösser auf den Brücken. Letzteres Detail geht einher mit dem Wunsch nach mehr Sensibilität und Respekt im Umgang mit den geschützten Gebäuden und der städtebaulichen Entwicklung des direkten Umfelds.

Das letzte Thema Forschung und Wissen wurde wie das vorangegangene als durchweg wichtig bewertet. Es gab mehrheitlich den Wunsch nach enger Verknüpfung zwischen Forschung und Anwendung, die durchgehend transparent kommuniziert werden sollte. Für solche Aufgaben sollte das zukünftige Welterbezentrum die Vermittlung zwischen Entscheidungsträgern und der Bevölkerung fördern.


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