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UNESCO-Welterbebewerbung Hamburger Sternwarte

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Hamburger Sternwarte - Historische Sternwarte mit wissenschaftlicher Bedeutung

Zwischen 1906 und 1912 entstand auf dem Gojenberg in Hamburg-Bergedorf eine der größten und modernsten zeitgenössischen Sternwarten Europas. Modern war sowohl die Anlageform, d.h. die Aufteilung der Instrumente auf einzelne, verstreut liegende Gebäude, modern war aber auch die instrumentelle Ausstattung, die sowohl Instrumente für die klassische Astronomie als auch für die Astrophysik umfasst. Bis heute ist die Hamburger Sternwarte nahezu komplett erhalten. Das gilt für das Sternwarten­gelände mit­samt der historischen Gebäude und ihrer Aus­stattung, ebenso wie für die optischen Geräte und die techni­schen Details.

Wie kaum eine andere Sternwarte auf der Welt dokumentiert die Hamburger Sternwarte daher die technische, mit der astronomischen Wissenschaft einhergehende Entwicklung der Teleskoptechnik von etwa 1850 bis zur Gegenwart. Die Hamburger Sternwarte stellt für die Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eine Besonderheit dar, in der Kombination der unterschiedlichen Bedeutungsebenen von moderner Anlageform, repräsentativer Architektur, instrumenteller Ausstattung, Bedeutung für die Forschung und ihres Erhaltungsgrades, die in dieser Kombination einzigartig ist.

Zum Bewerbungsverfahren
Die Hamburger Sternwarte in Bergedorf wurde bei der Fortschreibung der Tentativliste 2012 von Hamburg benannt, von der Kultusministerkonferenz (KMK) auch positiv bewertet, aber nicht für die Tentativliste empfohlen, da es noch Rückfragen gab (Typologie der Nominierung, potentieller serieller Charakter und Vergleichsstudie). 

Die Stadt Hamburg hat die Nominierung daraufhin überarbeitet und die Empfehlungen aufgenommen. Ab Herbst 2020 wurde der außergewöhnliche universelle Wert in einer umfangreichen Vergleichsstudie mit über 50 Observatorien in 21 Ländern erneut geprüft und der Nominierungsvorschlag auf dieser Basis neu formuliert. 

Als Ergebnis wurde festgestellt, dass das Ensemble der Hamburger Sternwarte mit einem Einzelantrag den außergewöhnlichen Wert für die Wissenschafts- und Astronomiegeschichte in der Übergangszeit von klassischer Astronomie zur Astrophysik vollständig und abschließend darstellt. Im Zentrum der Nominierung stehen das bauliche Ensemble der Anlage mit seiner historisch-technischen Ausstattung und die Bedeutung für die wissenschaftliche Forschung sowie sein herausragender Beitrag zum theoretischen wie technischen Erkenntnisfortschritt.

Am 31. Oktober 2021 wurde die überarbeitete Bewerbung für die Sternwarte an die Kultusministerkonferenz übermittelt. Zum 31. Januar 2024 stand die Fortschreibung der deutschen Tentativliste des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (kurz: Welterbekonvention) an. Nur Stätten, die auf dieser Vorschlagsliste verzeichnet sind, können in den kommenden zehn Jahren Anträge auf Eintragung in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt stellen. Leider wurde die Sternwarte dennoch erneut nicht von der UNESCO Deutschland auf die Tentativliste gesetzt. Nun wird das weitere Vorgehen beraten.

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