Behörde für Umwelt und Energie

Naturschutzgebiet NSG Finkenwerder Süderelbe, NSG Westerweiden

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NSG Finkenwerder Süderelbe, NSG Westerweiden

Die Naturschutzgebiete Westerweiden und Finkenwerder Süderelbe grenzen direkt aneinander und schützen den naturnahen und schönsten Bereich der Alten Süderelbe, einen ehemaligen Seitenarm der Stromelbe. Dieses buchtenreiche Stillgewässer im NSG Finkenwerder Süderelbe wird von Hochstaudenfluren, Röhrichten, Kleingewässern und Auwaldresten begleitet und geht im Norden in das Grünland des NSG Westerweiden über. Hier finden sich noch saftige Wiesen und Weiden, die bereits seit 800 Jahren für die Pferde- und Rinderhaltung genutzt werden.

 

Pflanzenwelt

vergrößern NSG Westerweiden (2) NSG Westerweiden (2) Je nach Standort des Betrachters prägen zwei unterschiedliche Vegetationstypen das Landschaftsbild. Vom Finkenwerder Westerdeich an der Ostgrenze des NSG Westerweiden eröffnet sich ein weiter Blick über extensiv bewirtschaftetes, von Gräben durchzogenes Grünland. Auf diesen weithin offenen Flächen sorgen Jungbullen und Pferde durch ihre Beweidung dafür, dass in Hamburg gefährdete Pflanzenarten wie Kammgras, Milder Knöterich und Bleicher Ehrenpreis überleben können. An den Gräben im Grünland der Westerweiden gedeiht eine artenreiche Fora. Hier setzen seltene Arten wie Schwanenblume, Spreitzender Wasserhahnenfuß und Holunderblättriger Baldrian bunte Farbakzente in der Landschaft.

vergrößern NSG Westerweiden (3) NSG Westerweiden (3) Dagegen hat der Betrachter vom Mühlensand aus den direkten Blick auf die Wasserlandschaft der Alten Süderelbe. Hier am Südrand des NSG Finkenwerder Süderelbe wirkt das Gewässer noch naturbelassen und ungestört. So begleiten z.T. breite Röhrichtgürtel und Hochstaudensäume den buchtenreichen, von Prielen und Rinnen durchzogenen Nordrand des ehemaligen Elb-Seitenarmes. Dies ist der Standort des Fluss-Greiskrautes, einer typischen Begleitart der Unterläufe großer Ströme, die in Hamburg auf der Roten Liste als stark gefährdet geführt wird. In diesem kleinräumig wechselnden Landschaftsmosaik hat auch der Schlickfall-Wald, ein naturnaher Feuchtwald, seinen festen Bestandteil.

 

Tierwelt

vergrößern NSG Finkenwerder Süderelbe (1) NSG Finkenwerder Süderelbe (1) Die vielfältigen Lebensräume beider Naturschutzgebiete bedingen auch eine artenreiche Fauna, die aufgrund der Einzigartigkeit dieser Landschaft in der weiteren Umgebung lokal von großer Bedeutung ist. Allen voran sind hier die Bestände an brütenden Wiesenvögeln und der im Winter rastenden Gänse zu nennen. So lässt sich im Frühjahr der Balzflug des Kiebitzes beobachten, wie auch das melodische Rufen der Feldlerche hoch am Himmel zu vernehmen ist. Allerdings sind die Bestände der Wiesenvögel aufgrund der in der Vergangenheit zugenommenen Austrocknung der Flächen und der damit verbundenen Einschränkung der Stocherfähigkeit der Böden zurückgegangen. Erfreulich ist dagegen die Zunahme an rastenden Gänsen, die das Gebiet seit dem Jahr 2000 für sich entdeckt haben. Hier finden sich im Winter so viele Grau- und Nonnengänse ein, dass die Westerweiden sogar nationale Bedeutung als Rastgebiet erlangen. Auch die beruhigten und naturbelassenen Hochstaudenfluren und Röhrichte an der Alten Süderelbe sind wertvolle Lebensräume für Vögel. Hier setzen Eisvogel und Fischadler dem außerordentlichen Reichtum an Fischen in der Alten Süderelbe nach, während Rohrweihe und Knäkente im Schilfgürtel brüten. Nebenan im Schlickfall-Wald lässt der Pirol seinen tropisch anmutenden Gesang vernehmen und die Beutelmeise webt ihr kunstvolles Halmnest an die Weidenzweige.

vergrößern NSG Finkenwerder Süderelbe (2) NSG Finkenwerder Süderelbe (2) In lauen Frühsommernächten schallt das Käckern des See- und Wasserfrosches weithin über die Gewässer am Mühlensand und der Alten Süderelbe. Der Seefrosch ist ein typischer Bewohner der Flussauen und hat hier mit ca. 150 Tieren das größte Vorkommen in Hamburg. Schließlich ist auch noch die Artenvielfalt an Nachtschmetterlingen in den beiden Naturschutzgebieten hervorzuheben, die hier in mehr als 300 Arten vorkommen.

Die Naturschutzgebiets-Verordnung finden Sie hier.

Information

Das NSG Finkenwerder Süderelbe und das NSG Westerweiden erreicht man mit der S-Bahn Linie 3, Haltestelle Neugraben und weiter mit der Buslinie 257 oder über Finkenwerder mit der Buslinie 151 (Deutsche Aerospace/ Airbus). Auf dem Neß Hauptdeich gewinnt man einen guten Überblick über die alte Süderelbe und die Westerweiden.

Übersichtskarte Natur- und Landschaftsschutzgebiete

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