Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Ausbau der Heidelandschaft in Neu Wulmstorf

Eine Teilfläche des ehemaligen Truppenübungsplatzes der Röttiger Kaserne wurde 2006 von der Freien Hansestadt Hamburg für die Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen erworben. Auf dem 42 Hektar großen Gebiet entsteht nun ein buntes Mosaik aus offenen Heideflächen, blühendem Magerrasen, Feuchtbiotopen und Mooren zwischen Laubwald und Kiefern.

Ausbau der Heidelandschaft in Neu Wulmstorf

Hier soll Heide wachsen …

vergrößern Gerodete Fläche für die Heideentwicklung Gerodete Fläche für die Heideentwicklung (Bild: BSU) Einst waren Heideflächen in Norddeutschland weit verbreitet. Mittlerweile stellen sie eine selten gewordene Kulturlandschaft dar. Heiden entstehen durch das Einwirken des Menschen: der ursprünglich dichte Waldbestand wurde durch Rodungen immer mehr verkleinert und die frei werdenden Flächen durch Beweidung mit Schafen offen gehalten. Auf den nährstoffarmen, sonnenbeschienenen und meist trockenen Standorten konnte sich eine speziell angepasste Tier- und Pflanzenwelt entwickeln.

Um einer Heidelandschaft wieder den Vorrang zu geben, musste der Wald erneut weichen. Viele Bäume wurden daher auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz gefällt.

vergrößern Beweidung im NSG Fischbeker Heide Beweidung im NSG Fischbeker Heide (Bild: BSU) Damit eine Verbuschung durch nachwachsende Bäume und Sträucher verhindert wird, muss diese Landschaft anschließend gepflegt werden. Wie in der Fischbeker Heide wird dies durch die Beweidung mit einer Heidschnuckenherde erfolgen. Zudem ist unterstützend in größeren zeitlichen Abständen ein maschineller Einsatz erforderlich.

Feuchte Flächen für Frösche, Molche & Co.

Zusammen mit einer Teilfläche des angrenzenden Naturschutzgebietes „Fischbeker Heide“ bildet der nördliche Randbereich des Truppenübungsplatzes einen wertvollen Komplex aus vielfältigen Feuchtlebensräumen. Vorzufinden ist eine ausgeprägte Heidemoor- und Bruchwaldvegetation, die gefährdeten Amphibienarten ein Zuhause bietet und Fledermäusen die Jagd auf Wasserinsekten ermöglicht.

vergrößern Seltener Gagelstrauch (Myrica gale) im Moorbereich Seltener Gagelstrauch (Myrica gale) im moorigen Bereich von Neu Wulmstorf (Bild: Axel Jahn) Ziel ist es die feuchten Lebensräume mit seinen Bewohnern zu sichern. So wurden weitere nährstoffarme Kleingewässer angelegt und gezielt Jungbäume entfernt, die dem Boden zuviel Wasser entziehen würden.

Erhalt der Artenvielfalt

Insgesamt trägt die facettenreiche Landschaft auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz zu einem umfangreichen Artenschutz bei. Beispielsweise bietet die offene Heidelandschaft mit den naturnahen strukturreichen Laubwäldern ideale Brut- und Nahrungsgebiete für gefährdete Vogelarten wie die Heidelerche oder den Ziegenmelker. Auf den frei liegenden, trockenen und sandigen Böden finden Reptilien, Laufkäfer und Sandwespen einen Lebensraum und die Feuchtbiotope im Norden sind für verschiedene Amphibienarten von großer Bedeutung.

Ehemalige Nutzung

Zu den angekauften Flächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes gehörten auch die Becken der Panzerwaschanlage mit dem dazu gehörigen Pumpenhaus. Die Becken wurden 2008 zurückgebaut und verfüllt; das Pumpenhaus wurde im September 2010 abgerissen und so der Natur noch weitere Fläche zurück gegeben.

Abriss des Pumpenhauses

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