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Hautausschlag Zerkarien und Badedermatitis

Zerkarien und Badedermatitis

vergrößern Mikroskopaufnahme einer Zerkarie (Größe: 0,6 mm) Mikroskopaufnahme einer Zerkarie (Größe: 0,6 mm) Zerkarien

Zerkarien oder Gabelschwanzlarven sind die Larven von kleinen Saugwürmern. Die in Mitteleuropa vorkommenden Arten verursachen beim Menschen die sogenannte Badedermatitis. Dies ist ein unangenehm juckender, aber in der Regel ungefährlicher Hautausschlag. Verlauf und die Intensität des Ausschlags sind individuell verschieden. Bei hypersensibilisierten Personen können unter Umständen Fieber und Schockzustände auftreten.

Normalerweise sind Wasservögel als Endwirt das Ziel der Zerkarien. Da Zerkarien aber nur auf das Merkmal "Warmblüter" reagieren, befallen sie versehentlich auch die Haut des Menschen, die allerdings nicht durchdrungen werden kann. Die Zerkarien bleiben in der Hautoberfläche stecken und sterben nach kurzer Zeit ab. Das Verschlucken von Zerkarien ist unschädlich, da der Infektionsweg nur über die Hautoberfläche erfolgt. Der Mensch ist ein sogenannter "Fehlwirt", da er für die Weiterentwicklung der Zerkarien ungeeignet ist.

Typischer Verlauf der Badedermatitis

Beim ersten Kontakt mit den Larven erfolgt nur eine geringe Hautreaktion. Erst bei weiteren Kontakten kommt es zu einer stärkeren Abwehrreaktion des Immunsystems.

  • Nach einigen Minuten setzt an den befallenen Stellen der Haut ein prickelnder Juckreiz ein.
  • Es treten rote Flecken auf, die nach 24 Stunden einen Durchmesser von etwa 0,5 cm erreichen.
  • Am 2. und 3. Tag bilden sich juckende Quaddeln.
  • Nach einer Woche bestehen noch kleine Pusteln, die langsam verblassen.
  • Nach 10-18 Tagen sind die Hautveränderungen abgeklungen.

Die übliche Behandlung der Badedermatitis erfolgt symptomatisch mit juckreiz- und entzündungshemmenden Mitteln. Bei schweren Verläufen oder unklaren Symptomen sollte zur Sicherheit medizinischer Rat eingeholt werden.

Zerkarien in Badegewässern

Das Auftreten von Zerkarien steht in keinem Zusammenhang mit der hygienischen Wasserqualität des Badegewässers. Die Larven verlassen ihren Zwischenwirt, die Wasserschnecke, bei Wassertemperaturen über 20°C. Sie schwärmen überwiegend in der Nähe der Ufervegetation im Flachwasserbereich aus. Auf der Suche nach einem Endwirt überleben sie etwa 48-60 Stunden. Es ist leider nicht möglich, das Ausschwärmen von Zerkarien vorherzusagen.

Zur Vermeidung eines Kontaktes mit Zerkarien sollte auf einen längeren Aufenthalt in Flachwasserbereichen mit Ufervegetation verzichtet werden. Um die Auswirkungen einer Badedermatitis zu mindern, wird empfohlen, nach Verlassen des Wassers die nasse Badekleidung zügig abzulegen und den Körper mit einem Handtuch kräftig abzutrocknen.

Lebenszyklus

Der häufigste Verursacher der Badedermatitis ist in Mitteleuropa der Erreger der einheimischen Enten-Bilharziose, Trichobilharzia szidati. 

In dem Lebenszyklus der Saugwurmgattung Trichobilharzia gibt es zwei Wirtstiere:

  • Saugwurm im Endwirt (Wasservögel, z.B. Enten).
  • Ausscheiden der Eier ins Wasser
  • Entwicklung einer Wimpernlarve (1. freies Larvenstadium)
  • Befall von Wasserschnecken (Zwischenwirt)
  • Bildung des 2. freien Larvenstadiums (Zerkarie)
  • Befall des Endwirtes (im Normalfall Wasservögel; Fehlwirt Mensch)

vergrößern Schematische Darstellung des Lebenszyklus eines Saugwurmes Schematische Darstellung des Lebenszyklus eines Saugwurmes

Hinweise

  • Verzichten Sie auf einen unnötig langen Aufenthalt in Flachwasserbereichen mit Ufervegetation! Hier ist das Risiko auf frisch ausgeschwärmte Zerkarien zu treffen am höchsten.

  • Legen Sie nach Verlassen des Wassers die nassen Badebekleidung zügig ab und trocknen Sie den Körper mit einem Handtuch kräftig ab! Diese mechanische Behandlung verringert die Zahl der möglicherweise anhaftenden Zerkarien.

  • Füttern Sie bitte keine Wasservögel! Eine unnatürlich hohe Population schadet nicht nur dem Gewässer, sondern erhöht auch das Risiko eines Zerkarienbefalls.

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