Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge

Austausch Besuch des Integrationsprojekts „Walddörferstraße“

Am vergangenen Donnerstag besuchte ZKF-Chef Anselm Sprandel das Integrationsprojekt „Walddörferstraße“ (*), das sich die Räume einer ehemaligen Schule mit der gleichnamigen Folgeunterkunft für Geflüchtete teilt. Vor Ort begrüßte Projektleiterin Martina Cords den Flüchtlingskoordinator Hamburgs und erläuterte die verschiedenen Angebote, die sich gegenseitig ergänzen.

Besuch des Integrationsprojekts „Walddörferstraße“

30.01.2019 - Herzstück des Projekts, das eng mit anderen Trägern und Initiativen zusammenarbeitet, ist das Café tschai, welches seine Gäste mit internationaler Küche bewirtet. Neben den Geflüchteten der Flüchtlingsunterkünfte „Waldörferstraße“ und „Am Stadtrand“ nutzen gerade ältere Menschen den angebotenen Mittagstisch, der täglich von der internationalen Küchencrew zubereitet wird. „Das Café bietet damit ein niedrigschwelliges und kostengünstiges Angebot im Stadtteil auch für Menschen mit schmalem Geldbeutel, die damit außerhalb der eigenen vier Wände eine frischgekochte, gesunde und abwechslungsreiche Mahlzeit erhalten und darüber hinaus mit anderen - häufig Geflüchteten - ins Gespräch kommen“, so Martina Cords.

Das Angebot des Integrationsprojekts reicht von der Vertiefung der Sprachkenntnisse im Alltagskontext, individuellem Coaching und Erhebung des beruflichen Profils im Hinblick auf Anschlussperspektiven bis hin zur Hilfe im Alltag. Zudem wird ein dreistündiger Begleitkurs zum Integrationskurs, „MOIN“ (Motivieren, Orientieren, Integrieren) genannt, angeboten und ein spezieller Sprachkurs nur für Frauen die bislang noch nicht ausreichend Deutsch lernen konnten. Ziel des niedrigschwelligen Angebots ist es, die Kompetenzen der Frauen aufzugreifen, zu entwickeln und die Selbständigkeit zu fördern. Die Kurse haben eine Brückenfunktion, sie ebnen den Weg in die weitere Förderung, unter anderem zu Orientierungs- sowie Integrationskursen.

Die projektbezogene Sozialberatung unterstützt die Geflüchteten außerdem bei der Wohnungssuche, dem Ausfüllen von Anträgen oder der Erstellung von Lebensläufen sowie bei der Sichtung von Post, Verträgen und vielen weiteren Anliegen. Als besonderer Service wird jeden Dienstag eine Rechtsberatung durch einen Anwalt angeboten. Für Schulkinder und Jugendliche werden unter anderem Ausflüge zu Jugendzentren unternommen, Erwachsene erfahren in einer Berufssprechstunde umfangreiche individuelle Unterstützung und Familien können ihre Erfahrungen und Fragen im monatlich statt findenden Elterncafé austauschen.

Darüber hinaus ist - zusätzlich zur bereits bestehenden Kinderbetreuung - eine Kindertagesstätte mit 48 Plätzen auf dem Gelände der ehemaligen Schule am Eichtalpark geplant, diese soll später von allen Eltern im Stadtteil in Anspruch genommen werden können. Die Eröffnung soll voraussichtlich im Frühjahr dieses Jahres stattfinden.

„Es ist wichtig, die Menschen anfangs an die Hand zu nehmen, sonst klappt es nicht. Es ist wie eine Schaukel die man in Schwung bringt, irgendwann schaukeln sie dann von selbst“, sagt Martina Cords zum Abschied. Und Anselm Sprandel ergänzt: „Projekte wie dieses zeigen eindrucksvoll, wie wichtig Sozialraumorientierung und die Verlinkung von Projekten untereinander ist. Ohne diese würde die Integration der Geflüchteten weniger erfolgreich verlaufen.“

(*) Das Integrationsprojekt „Waldörferstraße“ wurde durch die Alraune gGmbH im Frühjahr 2016 ins Leben gerufen und wendet sich in erster Linie an die Bewohnerinnen und Bewohner der Flüchtlingsunterkünfte „Waldörferstraße“ und „Am Stadtrand“ mit zusammen rund 990 Personen. Alraune wurde 1984 gegründet und umfasst in Hamburg etwa 35 Betriebsstätten unterschiedlicher Größe in den Bezirken Wandsbek, Nord, Eimsbüttel und Mitte. Die gemeinnützige Gesellschaft möchte die Lebensbedingungen von Menschen in benachteiligten Wohnquartieren der Metropolregion Hamburg verbessern. Weitere Informationen sind hier zu finden.