Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge

Flüchtlinge Ziele für 2019: Umwandlung in Wohnraum, Reserveplanung und neue Plätze in Folgeunterbringung – weiter Bewegung bei der Entwicklung der Unterkünfte

Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) zieht positive Jahresbilanz bei Flüchtlingsunterbringung und stellt Planung für 2019 vor

Letztes Jahr konnten rd. 4.700 Plätze in 16 neuen Folgeunterkünften fertiggestellt werden. Gleichzeitig wurden rd. 4.600 Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen (EA) abgebaut. Für das Jahr 2019 werden in Folgeunterkünften voraussichtlich rd. 1.500 Plätze in Betrieb genommen und Kapazitäten der Erstaufnahme weiter reduziert.

Pressemitteilung ZKF Hamburg

In 2018 wurden rd. 4.800 Geflüchtete Hamburg zugewiesen, ca. 2.900 mussten davon untergebracht werden (2017: rd. 5.400 Flüchtlinge, ca. 3.300 benötigten eine Unterkunft). Damit leben aktuell rd. 55.000 Geflüchtete in Hamburg, davon rd. 27.750 in öffentlicher Unterbringung: ca. 1.200 im Ankunftszentrum und EA sowie 26.550 in Folgeunterkünften.

In den Folgeunterkünften sowie den Unterkünften mit der Perspektive Wohnen wurden letztes Jahr rd. 4.700 Plätze in Betrieb genommen. Gleichzeitig wurden ca. 2.200 Plätze aus vertraglichen und baulichen Gründen abgebaut, damit wurden im Saldo rd. 2.500 neue Plätze geschaffen. Es stehen somit an nunmehr 128 Standorten ca. 34.200 Plätze zur Verfügung, 4.950 davon nutzten Wohnungslose. Bei den neun Standorten der Perspektive Wohnen handelt es sich um Folgeunterkünfte, die im Standard des sozialen Wohnungsbaus errichtet werden. Diese werden zunächst als öffentlich-rechtliche Unterbringung genutzt und später in normale Sozialwohnungen für alle anspruchsberechtigten Hamburgerinnen und Hamburger umgewandelt.

Flüchtlingskoordinator Anselm Sprandel: „Bei der Schaffung neuer Einrichtungen hat sich die Stadt weiter an den Vorgaben der Bürgerverträge orientiert. So wurde der Standort Perspektive Wohnen Oliver-Lißy-Straße (ehem. Hörgensweg) mit rd. 300 Plätzen statt der ursprünglich geplanten 1.400 Plätze in Betrieb genommen. Damit stehen 291 Wohneinheiten, die nicht mehr als Flüchtlingsunterkünfte genutzt werden, allen Hamburgerinnen und Hamburgern als öffentlich geförderte Wohnungen direkt zur Anmietung zur Verfügung. Für die Standorte Butterbauernstieg (ehem. Rehagen) in Hummelsbüttel, Suurheid in Rissen, Duvenacker in Eidelstedt und Raja-Ilinauk-Straße in Jenfeld wurden ebenfalls Reduzierungen von Plätzen konkret - bzw. in Jenfeld als Option - vereinbart.“

Letztes Jahr wurden außerdem acht Einrichtungen der Erstaufnahme geschlossen und auf diese Weise konnten rd. 4.600 nicht mehr benötigte Plätze abgebaut werden.

3.000 Neuzugänge für 2019 erwartet: Platzanpassung im Bereich der Erstaufnahme

Für dieses Jahr geht der ZKF davon aus, dass monatlich durchschnittlich 250 Geflüchtete mit Unterbringungsbedarf nach Hamburg kommen werden. Diese Prognose ergibt sich maßgeblich aus den monatlichen Mittelwerten des Jahres 2018. Insgesamt wird erwartet, dass die Anzahl der unterzubringenden Personen in 2019 rückläufig ist und sich bis Ende des Jahres auf rd. 31.200 reduzieren wird. Aus diesem Grund werden die Plätze in der Erstaufnahme von derzeit rd. 1.200 auf ca. 990 angepasst, folgende fünf Standorte werden bis Ende 2019 verbleiben:

Standort

Bezirk

Kapazität

Sportallee

Hamburg-Nord

320

Harburger Poststraße

Harburg

372

Kaltenkirchener Straße

Altona

150

Amalie Sieveking Krankenhaus*

Wandsbek

80

Oskar-Schlemmer-Straße*

Hamburg-Mitte

70

*Für Geflüchtete mit besonderem Unterbringungsbedarf, z. B. pflegebedürftige Personen.

Aufgegeben wird der Standort Nostorf/Horst mit 200 Plätzen, weil hier im Herbst 2019 der Vertrag mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern ausläuft.

Damit die Stadt Hamburg im Falle eines erneuten Anstiegs der Flüchtlingszahlen gewappnet ist, werden zudem im Bereich der Erstaufnahme insgesamt 2.110 Plätze in fünf Reserve- und Notfallstandorten vorgehalten:

Standort

Bezirk

Kapazität

Schmiedekoppel (Wiesenfläche)

Eimsbüttel

450

Neuer Höltigbaum

Wandsbek

560

Bredowstraße (Feuerwehrhalle)

Hamburg-Mitte

300

Geutensweg (voraussichtlich bis 1.7.2019)

Harburg

400

Hellmesbergerweg (voraussichtlich bis 1.1.2020)

Wandsbek

400

Es ist unabhängig vom Status der EA Schmiedekoppel geplant, dort wieder eine halboffene Kinderbetreuung anzubieten, um die Bedarfe für Kinder aus dem Umfeld der Einrichtung zu decken. Sollte im Verlauf des Jahres ein zusätzlicher Bedarf an Plätzen in der Erstaufnahme entstehen, können in den o. g. Reservestandorten bedarfsgerecht Plätze in Betrieb genommen werden.

Für besonders schutzbedürftige Asylsuchende, die derzeit in der EA Kaltenkirchener Straße (Altona) untergebracht sind, wird zukünftig die Folgeunterkunft Loogestraße (Eppendorf) vorbehalten sein. Die derzeit im Bau befindliche Einrichtung soll voraussichtlich Ende 2019 eröffnet werden. Die EA Kaltenkirchener Straße wird anschließend als normale Erstaufnahme fortgeführt.

Weniger neue Plätze in der Folgeunterbringung für 2019

In der Folgeunterbringung wird die Gesamtplatzzahl ebenfalls leicht zurückgehen, von derzeit 34.200 auf 33.400. In die Planung zur Unterbringung fließen neben den o. g. 250 Geflüchteten mit Unterbringungsbedarf noch sonstige Zugänge (u. a. Familienzusammenführung und Geburten) und Auszüge aus den Einrichtungen ein.

Im Rahmen der diesjährigen Kapazitätssteuerung werden voraussichtlich 1.462 Plätze in drei neuen Folgeunterkünften in Betrieb gestellt:

Standort

Bezirk

Kapazität

Haferblöcken 1. und 2. Bauabschnitt (Perspektive Wohnen)

Hamburg-Mitte

66

Haferblöcken 3. Bauabschnitt (Perspektive Wohnen)

Hamburg-Mitte

216

Haferblöcken 4. Bauabschnitt (Perspektive Wohnen)

Hamburg-Mitte

336

Eiffestraße (Perspektive Wohnen)

Hamburg-Mitte

740

Loogestraße (Für besonders schutzbedürftige Asylsuchende)

Hamburg-Nord

104

Voraussichtlich 1.369 Plätze werden aus rechtlichen, vertraglichen und baulichen Gründen außer Betrieb genommen:

Standort

Bezirk

Kapazität

Eimsbütteler Straße

Altona

129

Grünewaldstraße

Altona

18

Waidmannstraße

Altona

98

Borselstraße

Altona

7

Kanalplatz (Wohnschiff Transit)

Harburg

216

Grüner Deich

Hamburg-Mitte

172

Wendenstraße

Hamburg-Mitte

164

Hufnerstraße*

Hamburg-Nord

231

Moosrosenweg*

Wandsbek

96

Flughafenstraße*

Wandsbek

238

*Die Einrichtungen Hufnerstraße, Moosrosenweg und Flughafenstraße werden außer Betrieb genommen, weil an den Standorten neue Wohnungen gebaut werden.

Außerdem sollen 924 weitere Plätze aus vertraglichen Gründen - z. B. zur Einhaltung der Bürgerverträge - an vier Standorten der Perspektive Wohnen reduziert werden:

Standort

Bezirk

Kapazität

2018

Reduzierung

2019

Zukünftige Kapazität

Am Gleisdreieck (ehem. Mittlerer Landweg)

Bergedorf

2500

550

1950

Duvenacker

Eimsbüttel

380

114

266

Butterbauernstieg (ehem. Rehagen)

Wandsbek

360

60

300

Ohlendiekshöhe (ehem. Poppenbüttler Berg)

Wandsbek

500

200

300

Damit stehen im Bereich der Folgeunterbringung durch die o. g. Anpassungen für 2019 im Saldo rd. 800 Plätze weniger zur Verfügung.

Anselm Sprandel: „Wir möchten dieses Jahr möglichst vielen Bewohnerinnen und Bewohnern aus der öffentlichen Unterbringung - mit Unterstützung der Fachstellen für Wohnungsnotfälle, der Wohnbrücke und den Ehrenamtlichen - eine Perspektive in einer eigenen Wohnung ermöglichen. Unser Ziel ist der Umzug von mindestens 4.300 Zuwanderinnen und Zuwanderern in Wohnraum.“

Rückfragen der Medien
Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF)
Daniel Posselt
Pressesprecher
Telefon: 040/42863-2775
E-Mail: daniel.posselt@zkf.hamburg.de