Ziele für 2017 Neue Folgeunterkünfte, weniger Erstaufnahmen und mehr Plätze für Wohnungslose

Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) stellt Jahresplanung vor

Für das Jahr 2017 geht der ZKF davon aus, dass monatlich durchschnittlich 400 Geflüchtete nach Hamburg kommen, die untergebracht werden müssen.  Zusätzlich werden in diesem Jahr rund 3.000 Personen im Rahmen des Familiennachzuges erwartet. Darüber hinaus werden 4.500 Wohnungsnotfällen Unterkünfte zur Verfügung gestellt, 1.500 mehr als bisher. Zwölf Erstaufnahmen werden geschlossen, 19 Folgeunterkünfte neu gebaut oder erweitert.

Wohnunterkunft für Geflüchtete in Heimfeld Die Folgeunterkunft für Geflüchtete "Am Radeland", Bezirk Harburg, hat eine Kapazität von 168 Plätzen und wurde im Dezember 2015 in Betrieb genommen.

Pressemitteilung ZKF Hamburg

Rund 400 Menschen werden monatlich nach Hamburg kommen und eine Bleibe benötigen, um hier Schutz vor Krieg und Gewalt zu finden. Diese Prognose ergibt sich aus den monatlichen Mittelwerten der Monate März bis Dezember 2016, plus eines Risikoaufschlages. In Hamburg werden demnach 2017 rund 4.800 Neuzugänge erwartet. Insgesamt wird die Hansestadt im Jahr 2017 rund 35.000 Frauen, Männer und Kinder unterbringen müssen.

In die aktuelle Kapazitätsplanung fließt auch ein erhöhter Bedarf an Unterkünften für Wohnungslose ein. Rund 1.500 Plätze werden zusätzlich zu den gegenwärtig bestehenden rund 3.000 Plätzen geschaffen. Dadurch können wohnungsberechtigte Personen  aus dem Winternotprogramm, aus der Unterbringung in Hotels und aus Wartelisten der Fachstellen untergebracht werden.

Die Plätze für Familiennachzügler werden von 2.500 Plätzen einmalig um 500 Plätze auf 3.000 Plätze erhöht.

Anselm Sprandel, Leiter Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge: „2017 wird das Jahr der Folgeunterkünfte. Noch immer leben mehr als 6.300 Menschen zu lange in Erstaufnahmen, obwohl sie einen Anspruch auf einen Platz in einer Folgeeinrichtung oder eigenen Wohnraum haben. Selbstbestimmt zu wohnen, zu arbeiten und zu lernen sind Grundvoraussetzungen für eine gute Integration. Deshalb muss es uns gelingen, für diese sogenannten Überresidenten ausreichend Plätze in Folgeunterkünften zu schaffen.“

19 Folgeeinrichtungen werden gebaut oder erweitert:

  • im Bezirk Altona: Albert-Einstein-Ring (450 Plätze); Blomkamp (312 Plätze);
  • im Bezirk Bergedorf: Kurt-A.-Körber-Chaussee (40 Plätze); Binnenfeldredder (264 Plätze);
  • im Bezirk Eimsbüttel; Hagendeel Baufeld A und B (288 und 240 Plätze); Holsteiner Chaussee (168 Plätze);
  • im Bezirk Harburg; Rönneburger Stieg (260 Plätze); Sinstorfer Kirchweg (300 Plätze);
  • im Bezirk Nord: Maienweg (200 Plätze); Krausestraße (40 Plätze); Averhoffstraße (311 Plätze); Tessenowweg Erweiterung (112); Hufnerstraße Erweiterung (84 Plätze); 80 Plätze in Eppendorf; geprüft werden alternativ Seelemannpark sowie Loogestraße;
  • im Bezirk Wandsbek: Meilerstraße (348 Plätze); Grunewaldstraße Erweiterung (168 Plätze); Am Stadtrand (688 Plätze); Kelloggstraße (148 Plätze); August-Krogmann-Straße Haus M (93 Plätze).

Gleichzeitig müssen rund 1.500 Plätze der öffentlich-rechtlichen Unterbringung aus rechtlichen, vertraglichen und baulichen Gründen abgebaut werden. Dazu gehören unter anderem die P+R-Parkplätze am Niendorfer Markt, der P+R Parkplatz Mittlerer Landweg und der P+R Parkplatz Friedrich-Frank-Bogen.

In Flüchtlingsunterkünften mit der Perspektive Wohnen werden in 2017 an insgesamt sechs Standorten rund 4.500 Plätze im Standard des Wohnungsbaus bereitgestellt. An vier Standorten – dazu gehören Suurheid (Altona); Duvenacker (Eimsbüttel), Haferblöcken (Mitte), Poppenbütteler Berg/Ohlendieck (Wandsbek) – werden in diesem Jahr die ersten Plätze bezugsfähig. Am Mittleren Landweg (Bergedorf) und Elfsaal (Wandsbek) wurden die ersten Plätze bereits im vergangenen Jahr bezogen.

2017 werden so in Folgeunterkünften und Festbauten mit der Perspektive Wohnen mehr als 7.000 Plätze entstehen.

Bei den Erstaufnahmen steht die Schließung von zwölf der insgesamt 32 Einrichtungen bereits fest. Damit können 2017 alle sogenannten prekären Plätze, also Plätze in Baumärkten und Gewerbehallen, abgebaut werden. Folgende Standorte werden dabei aufgegeben:

  • im Bezirk Altona: Albert-Einstein-Ring (550 Plätze);
  • im Bezirk Bergedorf: Osterrade (420 Plätze);
  • im Bezirk Eimsbüttel: Niendorfer Straße (240 Plätze); Kieler Straße - ehem. Medimaxx-Halle (350 Plätze);
  • im Bezirk Harburg: Schwarzenberg-Festplatz (400 Plätze); Neuland 2 (900 Plätze); Geutensweg - ehem. OBI Baumarkt (500 Plätze);
  • im Bezirk Mitte: Wendenstraße (130 Plätze); Kurdamm (130 Plätze) Karl-Arnold-Ring (160 Plätze);
  • im Bezirk Wandsbek: Jenfelder Moorpark (400 Plätze); Hellmesbergerweg (400 Plätze).

Ziel ist es, dass es bis Ende 2017 nur noch knapp 5.000 Plätze in Erstaufnahmen gibt (derzeit sind es rund 13.000). Weitere Schließungen werden deshalb geprüft.

In Folgeunterkünften sollen bis Ende des Jahres mehr als 34.000 Plätze (derzeit rund 27.000) zur Verfügung stehen.

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Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF)
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