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Laura Beit

( Laura Caroline Beit, geb. Hahn )
(28.10.1824 Hamburg – 30.4.1918 Hamburg)
Stifterin
Mittelweg 113 (Wohnadresse)
Laura Beit, Bildnachweis: Museum für Hamburgische Geschichte: Gisela Jaacks: Gesichter und Persönlichkeiten, Hamburg 1992, S. 124.
Tochter des Hamburger Kaufmanns Heymann Hahn und seiner Frau Susanne Lazarus; verheiratet seit 1851 mit dem Hamburger Kaufmann Siegfried Beit (1818-1861). Laura Caroline Beit stiftete das Olgaheim am Timmendorfer Strand in Erinnerung an ihre früh verstorbene Tochter Olga (1859-1890), die im Alter von 31 Jahren an einem Lungenleiden verstarb. Dieses Schulheim für die Kinder des Paulsenstiftes wurde 1896 errichtet, ab 1946 diente es als Rathaus und wurde 1997 abgerissen, später nach alten Plänen wieder aufgebaut. Heute ist hier die Kurverwaltung untergebracht.
Laura Beit „stammte aus einer alteingesessenen und weit verzweigten Hamburger Familie jüdischen Glaubens. (…)·Im Jahr nach der Heirat entschieden sich Siegfried und Laura für einen tiefen Einschnitt in der Familiengeschichte: Am 6. September 1851 ließ sich das junge Paar in St. Petri taufen, keine zwei Monate nach Geburt des ersten Kindes, ihrer Tochter Bertha, und acht Monate nachdem beide Elternteile Siegfrieds im Januar verstorben waren. Die Gründe für ihren Übertritt zum protestantischen Glauben sind vermutlich weniger in persönlichen Überzeugungen zu suchen, als vielmehr in dem Wunsch, den eigenen Kindern eine weniger durch die Vorurteile anderer belastete Zukunft zu ermöglichen. Denn die Judenfeindschaft hatte auch vor den Toren der Freien und Hansestadt Hamburg keinen Halt gemacht.“ [1]
Laura Beit bekam sechs Kinder. Das erste Kind – eine Tochter - wurde ein Jahr nach der Hochzeit geboren. Zwei Jahre später kam der Sohn Alfred auf die Welt. Nach ihm ist der Alfred-Beit-Weg in Hamburg benannt. Ihm folgten 1854 eine Tochter, 1859 wieder eine Tochter, 1861 ein Sohn, 1865 ein weiterer Sohn
(Ausschnitt aus dem szenischen Rundgang: "Was glaubt Ihr denn wer wir sind? - Her mit dem Frauenwahlrecht", fiktive Szene. Sprecherinnen: Rita Bake, Herma Koehn, Hanka Schmidt)
Die Familie wohnte am Mittelweg 45. „Alfreds Vater scheint zeitlebens von angegriffener Gesundheit gewesen zu sein, (…).Siegfrieds Krankheit soll auch sein Erwerbsleben beeinträchtigt haben und so wuchsen seine Kinder unter weniger üppigen und sorglosen Verhältnissen auf als deren Cousins im Hause von Siegfrieds Bruder, Ferdinand. Es war wohl auch dem Geschick seiner Frau Laura zu verdanken, wenn die Familie finanziell über die Runden kam,“ [2] schreibt Henning Albrecht. Und weiter berichtet er in seiner Biographie über Laura Beits Sohn Alfred Beit: „Über Beits Privatleben ist wenig bekannt – er war auch in diesem Punkt von großer Diskretion. Beit war von ausgesprochen starkem Familiensinn. Die erhaltene Korrespondenz spiegelt diesen und noch mehr die starke Bindung Beits an seine Mutter, die sich trotz der räumlichen Trennung auch über die Jahre unvermindert erhielt. Vielfach wird sie als die Frau beschrieben, die Beit in seinem Leben am meisten geliebt habe. Während seiner Jahre in Südafrika zog er sich, inmitten aller geschäftlichen Beanspruchungen, einmal wöchentlich zurück, um seiner Mutter zu schreiben, obwohl er dafür keine rechte Begabung besaß. (…) Bei seinem ersten Besuch aus Südafrika erfüllte Beit sich einen Kindertraum und schenkte seiner Mutter eine Kutsche und Pferde. Dann ließ er ihr am Mittelweg 113 ein prächtiges neues Haus bauen (…). Mosaikfußboden, Stuckdecken, Täfelungen aus Eichenholz, die in Bronze gegossenen Baluster des Treppengeländers, all dies verströmte die erdrückende Pracht der Gründerzeit. Die Wände des Windfangs wurden mit dunklem Marmor verkleidet, die Kassettendecke farbig bemalt und ein umlaufender Erotenfries mit Darstellungen vom Triumph des Merkur und der Gewinnung von Metallen erinnerte an den Triumph des Sohnes. Dass Beit unverheiratet blieb, hat in der zeitgenössischen Presse und in historiographischen Werken zu Spekulationen über eine etwaige Misogynie oder Homosexualität Beits geführt. Tatsächlich hatte er jedoch wohl eine langjährige Beziehung zu einer verheirateten Frau namens Eliza(beth) ‚Connie‘ Bennett, deren Mann in Kimberley ein Ladeninhaber gewesen sein soll. (…)“ [3]
Text: Rita Bake
Quellen:
1 Henning Albrecht: Alfred Beit. Hamburger und Diamantenkönig. Hamburg 2011, S. 16. (Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung)
2 Henning Albrecht, a. a. O., S. 19.
3 Henning Albrecht, a. a. O., S. 95ff.
 

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