Namens-/Sachregister

Frauenbios

Gertrud Meyer

(geb.: 21.1.1898 in Köln - gest.: 21.12.1975 in Hamburg)
Stadtverordnete, Mitglied der Bästlein-Jacob-Abshagen-Widerstandsgruppe, Gründerin eines Archivs für antifaschistischen Widerstand, Mitbegründerin des Komitees ehemaliger politischer Gefangener
Fuhlsbüttler Straße 756, Ohlsdorfer Friedhof: Grab-Nr.: Bn 73, 225 (Geschwister-Scholl-Stiftung)
Maria-Louisen-Straße 65 (Wohnadresse)
Gertrud Meyer, Foto aus: Gertrud Meyer die Frau mit den grünen Haaren / Erinnerungen von und an G. Meyer. Mathijs C. Wiessing (Hrsg.). Hamburg 1978.
Gertrud Meyer, die den größten Teil ihres Lebens in Hamburg verbrachte, war eine überzeugte Kommunistin und wurde von den Nationalsozialisten verfolgt und inhaftiert - doch trotz oder gerade wegen der erlittenen Qualen gründete sie gleich nach Kriegsende ein Archiv für antifaschistischen Widerstand.
Am 21. Januar 1898 wurde Gertrud Meyer in Köln als Tochter eines engagierten sozialdemokratischen Handwerkerehepaares geboren. Als Gertrud Meyer zwölf Jahre alt war, starb ihr Vater an Schwindsucht. Die Familie zog nach Hamburg. "Schon dieser erste Schicksalsschlag (der Tod des Vaters und die daraus resultierende Verarmung der Familie) hatte sie tief verwundet, zugleich aber ihr Bedürfnis nach Selbstbehauptung, ihren Widerstand und ihre Energie ungemein gesteigert. So fand sie den Weg zur aktiven Teilnahme an der sozialistischen Jugendbewegung," (Mathijs C. Wiessing (Hrsg.): Getrud Meyer - Die Frau mit grünen Haaren. Erinnerungen von und an G. Meyer. Hamburg 1978.) schreibt die Herausgeberin von Gertrud Meyers Autobiographie.
Gertrud Meyer war begabt, sie besuchte die Selekta, was nur den besten Schülerinnen aus den letzten Volksschulklassen Hamburgs erlaubt wurde. Ihr Wunsch, Lehrerin zu werden, wurde jedoch von der Gemeinde mit einer unglaublichen Begründung abgelehnt: "Ich war damals vierzehn Jahre alt (...). Aus der Selekta konnten zu jener Zeit Volksschülerinnen ein Stipendium bekommen und konnten eine höhere Lehranstalt besuchen, entweder ein Lehrerseminar oder ein Lyzeum und hatten damit die Möglichkeit eines qualifizierten Berufes. Bei mir gab es zwei Möglichkeiten. Ich zeichnete sehr gut, meine Zeichnungen wurden ausgestellt in der Kunstgewerbeschule am Lerchenfeld (...). Ich konnte Zeichenlehrerin oder Lehrerin werden. Auf alle Fälle mußte ich dazu das Lehrerseminar besuchen und nebenbei die Kunstgewerbeschule im Lerchenfeld. (...) Nun ging die Verhandlung, ob ich aufs Lehrerseminar soll. Da schaltete sich die Armenverwaltung bzw. die Gemeinde ein und bestimmte: wenn die Gertrud nicht Dienstmädchen wird, wörtlich: `Dann ziehen wir die milde Hand zurück und Frau Meyer bekommt ihre fünf Mark nicht mehr.` So mußte ich Dienstmädchen werden und mich auch konfirmieren lassen." (ebenda.)
Nach einiger Zeit kündigte Gertrud Meyer ihre Dienstmädchenstelle und begann eine Tätigkeit in einer Schraubenfabrik im Hamburger Stadtteil Hammerbrook, wo sie sehr anstrengende Arbeiten verrichten musste. Sie berichtet darüber: "Im September 1914, nach Kriegsbeginn, fiel mit Hilfe der Gewerkschaften das Frauen - und Jugendschutzgesetz, und wir hatten eine zehnstündige Arbeitszeit (...). Nachher wurde der Arbeitstag weiter verlängert, von morgens um sechs bis abends um acht Uhr, das heißt, wir waren vierzehn Stunden im Betrieb mit einer Stunde Mittagspause, einer Viertelstunde Früstückszeit und einer Viertelstunde Nachmittagsruhe. Das war wahnsinnig anstrengend, und da habe ich den ersten gesundheitlichen Zusammenbruch erlebt." (ebenda.)
Gertrud Meyer kündigte und arbeitete eine zeitlang auf dem Gut des Barons von Olendorf. Nachdem sie auch diese Stellung verlassen hatte, versuchte sie eine neue Anstellung zu finden und sprach deshalb in Hamburg beim Vaterländischen Frauenverein vor, der als Arbeitsvermittlungsstelle fungierte. Diesem Verein: "gehörten u. a. die Damen Sieveking, Heydorn und Mönckeberg, also die Hautevolee von Hamburg [an]. Die machten auf diese Weise Vaterlandsverteidigung, indem sie uns Mädchen vershanghaiten. Ich wurde von ihnen nach Quickborn in Holstein, fünfzig Kilometer von Hamburg entfernt, vermittelt. Da war ein Komplex von Munitionsfabriken, der der Dynamit-Nobel-AG und der Norddeutschen Sprengstoff-AG gehörte. Dort habe ich an der Presse gearbeitet - Schwarzpulver -, wir haben Leuchtkörper hergestellt. Es gab keine Verbindung mit den Jugendorganisationen. In Quickborn, wo ich arbeitete war nicht eine Stelle, war kein Gewerkschafter, der sich darum kümmerte, daß wir Milch haben mußten, da wir doch dieses Gift schlucken mußten." (ebenda.)
Die Arbeit in der Munitionsfabrik machte Gertrud Meyer krank - sie brach zusammen - kehrte nach Hamburg zurück und musste sich einige Zeit auskurieren und: "nachher wiederum zum 'Vaterländischen Frauenverein'. Die feinen Damen mit den reingewaschenen Hälsen haben uns dann im Mai 1917 nach Leverkusen geschickt. In Leverkusen habe ich in einem Geschoßfüllwerk gearbeitet." (ebenda.) Dort lernte sie Mitglieder der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung kennen. 1917 trat sie der USPD bei, ab 1920 dann der KPD.
In der Munitionsfabrik in Leverkusen erkrankte sie durch ihre Arbeit mit Piktrinsäure, die Gertrud Meyers Haare grün und ihre Haut gelb werden ließ. "Es kam die Revolution vom November 1918 - die Munitionsarbeit war vorbei, und allmählich verschwand nicht nur Gertruds widerliche Färbung, sondern auch der damit verbundene Minderwertigkeitskomplex. Gertrud spielte eine wesentliche Rolle im Arbeiter- und Soldatenrat und später auch in der Kommunistischen Partei in Köln", (ebenda.) so Gertrud Meyers Biographin Mathijs C. Wiessing.
Nachdem Gertrud Meyer die Munitionsfabrik in Leverkusen verlassen hatte, zog sie zu Verwandten nach Köln. Dort lernte sie in ihrem politischen Umfeld Kurt Meyer kennen, einen Mann aus bürgerlichen Kreisen, Architekt von Beruf und Mitbegründer der Zeitung "Sozialistische Republik". Am 14. April 1920 heirateten die beiden. Zusammen mit ihrem Mann setzte Gertrud Meyer ihre politische Arbeit fort, so als Angestellte in der Expedition der "Sozialistischen Republik". Mit dieser Arbeit verdiente sie ihr Geld, nebenher war sie als Referentin der USPD, ab 1920 dann der KPD tätig. Außerdem wurde Gertrud Meyer in Köln Stadtverordnete, arbeitete in verschiedenen Ausschüssen, auch in der Bezirksleitung der KPD für die Frauenarbeit. Gleichzeitig hatte sie noch ihren kleinen Sohn zu versorgen. Da Gertrud Meyers Gesundheit bereits sehr angeschlagen war, stand sie diese Tätigkeiten nicht durch - neue Erkrankungen stellten sich ein: "Ich hatte eine ganze Zeit das Stadtverordnetenmandat, aber dann wurde meine Stirnhöhlenentzündung immer schlimmer. Das wurde dann so furchtbar, daß es passierte, daß ich während der Stadtverordnetenversammlung einfach zusammenbrach und diese entsetzlichen Kopfschmerzen hatte, an denen ich tagelang litt und mich wie ein todgeschlagener Hund fühlte. Es wurde so schlimm, daß ich gar keine Funktion mehr richtig ausüben konnte, weil ich einfach keine Termine einhalten konnte, so daß ich damals dann alle Funktionen niederlegen mußte, mit Ausnahme der Stadtteilleitung." (ebenda.) Ihr Mann war in dieser Zeit Stadtarchitekt. 1929 zogen sie von Deutz nach Köln. Nachdem es Gertrud Meyer gesundheitlich wieder ein wenig besser ging, übernahm sie die "Rote Hilfe" und die Frauenarbeit der KPD. Als ihr Mann 1930 zum Städtebaudirektor befördert werden sollte, ließ Adenauer ihn zu sich kommen und forderte ihn und seine Frau auf, aus der KPD auszutreten - ansonsten könne er die Beförderung nicht unterschreiben. Kurt Meyer bat um Bedenkzeit, um sich mit seinen Genossen zu beraten. Bei diesen handelte es sich um Vertreter von der Sowjetischen Handelsgesellschaft und um Vertreter vom Obersten Volkswirtschaftsrat. Sie rieten ihm, sich für mindestens zwei Jahre beurlauben zu lassen und nach Moskau zu gehen - um sich somit Adenauers Forderung elegant zu entziehen.
1930 ging das Ehepaar mit ihrem 9jährigen Sohn nach Moskau. Dort arbeitete Gertrud Meyer in einem Dynamowerk, wollte aber eigentlich Biologie studieren. Man schlug ihr jedoch vor, ein Politikstudium aufzunehmen, und zwar an der Westuniversität, einer Hochschule für ausländische Studentinnen und Studenten, die auch einen deutschen Sektor besaß. Kurt Meyer wurde zum Leiter eines der Moskauer Bezirksämter ernannt und erhielt die Einbürgerung.
Doch auch in der Sowjetunion waren der Familie nur knapp neun Jahre gegönnt, denn in die politischen Auseinandersetzungen innerhalb der KPDSU, die sich ab 1934 zuspitzten, wurden auch die Emigranten einbezogen. Gertrud Meyers Biographin schreibt zu den politischen Ereignissen: "Kirow, Parteisekretär von Leningrad, seit dem XI. Parteitag 1922 Kandidat des ZK der KPdSU, seit 1927 Mitglied des Politbüros, wird am 1. Dezember 1934 ermordet. Noch am Abend des Mordtages gibt Stalin, ohne Konsultation des Politbüros, eine Verordnung zur beschleunigten Aburteilung sogenannter Terroristen und zur unverzüglichen Hinrichtung aller bislang zum Tode verurteilter Oppositioneller heraus. Die Ermordung Kirows wird so zum Auftakt einer immensen Repressionswelle, in deren Verlauf tausende Kommunisten verhaftet und verschleppt werden." (ebenda.) Von diesen politischen Spannungen war auch das Ehepaar Meyer betroffen. Gertrud und Kurt Meyer wurden 1936 aus der Partei ausgeschlossen, Kurt Meyer am 26.11.1936 verhaftet. Er starb 1942 und wurde später posthum in der Sowjetunion rehabilitiert. Weil Gertrud Meyer deutsche Staatsbürgerin war und zu den Kadern der Komintern gehörte, erfolgte 1938 ihre Ausweisung aus der SU. Ihr Sohn blieb zurück und wuchs in einem Kinderheim auf. Die beiden sollten sich erst nach dem Krieg wieder sehen.
So kehrte Gertrud Meyer 1938 in ein Deutschland zurück, in dem die Nationalsozialisten regierten. Als sie über Polen kommend Berlin erreichte, wurde sie in Gestapo-Haft genommen und mehrere Tage verhört. Im Oktober 1938 kam sie ins Gefängnis Moabit in "Schutzhaft". Im März 1939 wurde sie zu zwei Jahren Zuchthaus wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" verurteilt. Die Strafe saß sie in Cottbus ab und kam, da die Untersuchungshaft angerechnet worden war, endlich Ende September 1940 nach Hamburg zu ihrer Mutter und Schwester.
Kurz nach ihrer Ankunft in Hamburg nahm Gertrud Meyer Kontakt zur illegalen Organisation der KPD auf, deren Angehörige sie zum Teil von früher kannte. Sie wurde Mitglied der Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe, der illegalen Bezirksleitung der KPD Hamburg und begann als Laborantin in der Rüstungsfabrik des Valvo-Werkes in Hamburg-Lokstedt tätig zu werden. Hier arbeiteten auch viele "Ost"-Arbeiterinnen aus besetzten Gebieten. Sie waren unterernährt, unter primitivsten Umständen untergebracht, und ihr Lohn war meist geringer als ein Taschengeld. Da sich Gertrud Meyer wegen ihrer Labortätigkeit relativ frei in den Valvo-Werken bewegen konnte, wurde sie von ihrer Partei zur Kontaktperson für die Zwangsarbeiterinnen und - arbeiter gewählt. Gertrud Meyer setzte sich für diese ein und überzeugte die restliche Belegschaft der Valvo-Werke, sich solidarisch mit den "Ost"-Arbeitern und -arbeiterinnen zu zeigen. So wurde mehr oder weniger offen den "Ost"-Arbeiterinnen und -arbeitern geholfen. Gleichzeitig versuchte Gertrud Meyer ihre Kolleginnen und Kollegen zum Widerstand gegen das NS-Regime aufzurufen.
Als Hamburg im Sommer schwer bombardiert wurde, entwarf Gertrud Meyer ein Flugblatt, das in den Betrieben Hamburgs verteilt werden sollte. Es lautete:
"An die Bevölkerung der Stadt Hamburg!
Das vierte Kriegsjahr nimmt seinen Lauf.
Es begann mit der Niederlage von Stalingrad.
Mehr als hunderttausend deutsche Männer
und Söhne mußten dort elend für eine
verlorene Sache zugrunde gehen.
Unaufhaltsam folgen die Rückschläge
an allen Fronten.
Jeder kann jetzt erkennen:
Dieser Krieg ist nicht mehr zu gewinnen!
Verbreitet die Wahrheit über diesen Krieg!
Arbeitet langsamer! Macht keine Überstunden!
Blockiert die Lieferungstermine!
Alles, was Ihr tut, um den Krieg zu beenden, dient der Rettung der Heimat und unzähliger
Menschenleben!"
Für die Verteilung des Flugblattes blieb jedoch keine Zeit mehr. Die Gestapo war der Widerstandsgruppe auf den Fersen. Im Jahre 1944 begannen die Verhaftungswellen. Gertrud Meyer wurde am 25. Februar 1944 in ihrem Betrieb verhaftet, nachdem sie noch einige Freunde hatte warnen können. Weil sie keine Freunde und Genossen verriet, wurde sie gefoltert. Ihr Prozess sollte im März 1945 vor dem Volksgerichtshof stattfinden. Da sich ihr Prozess jedoch immer wieder durch Bombenangriffe und andere Umstände z. B. durch den Tod des Vorsitzenden des Volksgerichtshofes verzögerte, wurde Gertrud Meyer der Prozess nicht mehr gemacht. Am 1. Mai 1945 wurde Hamburg den Engländern übergeben, Gertrud Meyer aber erst am 26. Mai aus dem Gefängnis entlassen.
Trotz dieser schweren Erlebnisse baute Gertrud Meyer gleich einen Monat nach ihrer Entlassung aus der Haft zusammen mit anderen früheren Widerstandskämpferinnen und -kämpfern das Komitee ehemaliger politischer Gefangener auf, das der britischen Militärregierung bei der Entnazifizierung half. Außerdem hatte das Komitee die Aufgaben, sich um ehemals Verfolgte und ihre Familienangehörigen zu kümmern, bei der Arbeitssuche zu helfen, Trümmeraufräumarbeiten zu organisieren und andere soziale Hilfe zu leisten. Außerdem sammelte Gertrud Meyer Berichte und Dokumente über die Verfolgung in der NS-Zeit und war maßgeblich an den Kriegsverbrecherprozessen in Hamburg beteiligt.
In der Zeit des kalten Krieges wurde das Komitee verboten. Aber nicht nur das war ein harter Schlag für Gertrud Meyer. Ihr und ihrem neuen Lebensgefährten, dem österreichischen Sozialdemokraten und ersten Sekretär des Komitees, Hans Schwarz, wurde von den eigenen Genossen vorgeworfen, dass sie mit den Engländern, den ehemaligen Verbündeten, die nun zu Feinden geworden waren, zusammengearbeitet hatten. Gertrud Meyer wurde aus der KPD ausgeschlossen. Kurze Zeit später wurde die KPD verboten und Gertrud Meyer vom ZK der nun illegalen KPD wieder aufgenommen. Gertrud Meyer organisierte nun die Parteiarbeit in der Illegalität, erstellte ein neues Archiv des Widerstandes und half beim Aufbau des KZ Neuengamme als Gedenkstätte. Außerdem schrieb sie mehrere Bücher über die NS-Zeit, z. B. "Nacht über Hamburg", "Frauen gegen Hitler" und "Streiflichter aus dem Hamburger Widerstand".
Gesundheitlich war Gertrud Meyer sehr angeschlagen. Aufgrund der erlittenen Qualen unter der Folter und während der Haft hatte sie sich ein schweres Herzleiden zugezogen. Gertrud Meyer starb am 21. Dezember 1975 in ihrer Hamburger Wohnung in der Maria-Louisen Str. 65 im Stadtteil Winterhude.
Text: Anja Bögner
 

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Datenbank Hamburger Frauenbiografien

Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: November 2019) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand November 2019: 1123 Kurzprofile von Frauen und 389 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

Ihre Mitarbeit ist gern gesehen

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Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Dr. Rita Bake,
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Zuletzt eingetragene Namen

Januar 2019: Erika Woisin, Christine Färber, Aracy Moebius de Carvalho, Charlotte Tauterat, Caroline Umlauff, Elvira Unglaube, Schwestern-Verein der Hamburgischen Staatskrankenanstalten, Clara Goldschmidt, Elsa Hopf,
Dora Wenneker-Iven

Februar 2019: Demoiselle Conradi, Christine Reinhard, Erna Martens

März 2019: Klara Laser, Frieda Cordes, Johanne Günther, Eliza Wille

April 2019: Liselotte Strelow, Ruth Held

Mai 2019: Sozialverband VdK, Mädchentreff Schanzenviertel, Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur, Vera Jürs, Johanna Renate Wöhlke

Juni 2019: pro familia, Celly de Rheidt

Juli 2019: Rosa Bartl

September 2019: Mabel Wulff

Oktober 2019: Annelinde Töpel

November 2019: Betty Heine, geb. Goldschmidt

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2526 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 422, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

  • Sie kennen den Namen einer Frau – und möchten mehr wissen?
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  • Sie möchten wissen, wer in einer bestimmten Straße oder einem bestimmten Stadtteil/Bezirk gewohnt hat? Dann geben Sie den Straßennamen ein oder wählen einen Stadtteil oder Bezirk aus.
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Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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