Behörde für Schule und Berufsbildung

Frauenbios

Maria Agatha Alberti

(14.11.1767 Hamburg - 1.2.1812 Münster)
Portraitistin, Malerin von biblischen und religiösen Motiven, Nonne, Mitbegründerin der Barmherzigen Schwestern
Katharinenkirche (Wirkungsstätte des Vaters)
Katharinenkirchhof 35 (Wohnadresse)
Maria Agatha Alberti war die Tochter des Pastors Julius Gustav Alberti (1723-1772). Dieser predigte an der St. Katharinen Kirche und geriet durch seine Schrift „Anleitung zum Gespräch über die Religion“ in heftigen Streit mit Johann Melchior Goeze, mit dem er das Seelsorgeamt an der Katharinen Kirche teilte. Alberti galt als das Idol der jungen Leute des Hamburger Bürgertums, die sich mit den Ideen der Aufklärung auseinandersetzten.
Alberti war seit 1753 verheiratet mit Dorothea Charlotte Offeney, mit der er 13 Kinder bekam.
Eine seiner Töchter, Maria Agatha Alberti trat vom protestantischen zum katholischen Glauben über. Sie hatte zwischen 1801 und 1803 in Dresden Malerei studiert und dort auch 1803 ihre erste Ausstellung gehabt. Sie war Kopistin von Madonnen, stand der Gedankenwelt der Frühromantiker nahe und war befreundet mit Novalis und u. a. auch mit August Wilhelm Schlegel und Dorothea Schlegel. Als Novalis erkrankte, übernahm sie seine Pflege. Zwischen 1806 und 1808 weilte sie bei ihrer Mutter in Hamburg. Hier soll sie durch ihre Familie gehindert worden sein, sich ihrer Malkunst in Ruhe zu widmen. Maria Alberti pflegte ihre kranke Mutter, ihre schwerkranke Schwester und deren kränkelnden Ehemann. Sie fühlte sich zur Krankenpflege berufen, sorgte sich um die Kinder ihrer Schwester, übernahm deren Erziehung und auch die Erziehung einer weiteren Verwandten. 1807 wandte sich die Mutter von ihr ab. Als einzigen Freund in Hamburg hatte Maria Alberti nur noch ihren kranken Bruder Arnold, den sie auch pflegte. Als die Mutter 1808 plante, aus Hamburg wegzuziehen, musste auch Maria Alberti sich entschließen nun eigene Wege zu gehen. Sie überlegte zu der mit ihr befreundeten Familie v. Hardenberg als Erzieherin zu ziehen. Diese Überlegungen waren überschattet von einem Zwiespalt, in dem sich Maria Alberi befand. Sie hatte ihrem verwitweten Schwager Waagen aus dessen Drängen und aus Mitleid das Jawort zur Ehe gegeben, doch nur unter der Voraussetzung, dass er zum katholischen Glauben übergehe, so wie sie es bereits getan hatte. Doch sie musste erkennen, dass Waagen nur um der zukünftigen Ehe willen zum katholischen Glauben konvertieren würde, nicht aus Glaubensüberzeugung. Doch solches Ansinnen widerstrebte der überzeugten Katholikin, gleichzeitig stand sie aber zu ihrem Versprechen. In diesem Dilemma zeigte sich im Wegzug Waagens nach Waltwasser bei Waldenburg ein Ausweg fur Maria Alberti. Nachdem sie ihre Mutter und ihren kranken Bruder nach Berlin zu einem dort lebenden weiteren Bruder gebracht hatte, zog sie 1808 von Hamburg nach Münster zu einer dort wohnenden befreundeten Familie. Hier konnte sie sich von den Strapazen der Krankenpflege erholen, kam wieder zum Malen und zu ihrer, wie sie es selbst für sich empfunden hatte, eigentlichen Bestimmung: zur Krankenpflege. Deshalb trat sie 1808 in die Ordensgenossenschaft der barmherzigen Schwestern ein, die sich der Krankenpflege verschrieben hatten, und wurde ihre erste Oberin.
Text: Rita Bake
 

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