Behörde für Schule und Berufsbildung

Frauenbios

Amalie Sieveking Stiftung

Stiftstraße 65: Erstes Amalien-Stift
Brennerstraße 77, Amalie Sieveking Stiftung
Über dem Eingang befindet sich die Inschrift: „Vertraget einander in der Liebe und seid fleissig zu halten stellt noch die Einigkeit im Geist. Durch das Band des Friedens.” EPH IV 2,3.
1832 gründete Amalie Sieveking den „Weiblichen Verein für Armen- und Krankenpflege, den sie bis zu ihrem Tode leitete.
Vereinszweck waren persönliche Besuche bei den Armen in deren Wohnungen. „Mit ihnen in nähere Berührung treten und ihnen so viel möglich, leiblich und geistig aufzuhelfen. Es beschränkt sich seine Thätigkeit aber vornämlich auf die rechtliche Classe der Armen, daher die zur Aufnahme sich Meldenden ein achtbares Zeugniss in dieser Hinsicht vorzeigen müssen. Die Empfehlungen der Herren Armenärzte werden besonders berücksichtigt. Der Verein geht in seinem Wirken von dem Grundsatz aus, dass Liebe ohne Ernst und Weisheit ihres Zweckes gewöhnlich verfehle, dass mit dem blossen Geben dem Armen selten wahrhaft geholfen werde, und dass die wahre Wohltätigkeit sich vorzüglich eine moralische Einwirkung als Ziel ihres Strebens vorsetzen müsse. Als ein Hauptmittel solcher Einwirkung wird die Beschäftigung der Leute angesehen, und sucht man diesen Zweck zu erreichen durch Spinnarbeit, durch Empfehlungen, und dadurch, dass man den Bedürfnissen der Armen durch andere Arme abhilft, indem man z. B. dem verlassenen Kranken eine Wärterin zuschickt, von armen Schustern und Schneidern die nöthigen Kleidungsstücke verfertigen lässt. Schwer Kranke werden wöchentlich zweimal, gesunde alle 8 bis 14 Tage besucht. Alle Unterstützung geschieht in Naturalien.” (Hamburger Adressbuch von 1842).
1840 ließ Amalie Sieveking das 1. Amalienstift mit neun Wohnungen und einem Krankensaal für Kleinkinder errichten. Bis 1914 Bau wurden weitere Gebäude für bedürftige Menschen, die „ Amalienstift“ genannt wurden, erbaut.
Erstes Amalienstift: Stiftstraße 65;
Zweites Amalienstift: Minenstraße 11;
Drittes Amalienstift: Stiftstraße 67;
Viertes Amalienstift: Brennerstraße 77;
Fünftes Amalienstift: Alexanderstraße 24;
Pauline-Mariannen-Stift: Brennerstraße 79;
Hermann Sieveking-Haus: Minenstraße 7;
Arthur Röding-Haus: Alexanderstraße 28.
Heute unterhält die Stiftung acht Häuser im Stadtteil St. Georg mit insgesamt 157 Wohnungen, die teilweise in den ursprünglichen, modernisierten Stifts-Gebäuden oder in neu errichteten Häusern errichtet wurden. In den Wohnungen leben überwiegend allein lebende Frauen ab dem 60. Lebensjahr. Einige Unterkünfte sind auch von Paaren oder allein lebenden Männern bewohnt. Alle müssen einen Wohnberechtigungsschein haben.
Bis 1978 hieß die Stiftung “Weibliche (Sieveking’sche)Verein für Armen- und Krankenpflege”. Als Begründung für die Namensänderung heißt es 1982 in der Festschrift zum 150- jährigen Bestehen der Stiftung: „ Die in den siebziger Jahren offenbar gewordene Wandlung der Begriffe erforderte auch eine Anpassung unserer Satzung an die heutigen Gegebenheiten. Dabei kamen wir zu der Einsicht, dass ein Name wie ‚Der weibliche (Sieveking’sche Verein für Armen- und Krankenpflege’ der heutigen Generation wenig oder nichts mehr sagt (...). Wir hatten auch Schwierigkeiten durch Missdeutung des Namens als Pflegeheim oder Altenheim (was wir nicht sind); unter ‘Armen’ werden heute oft nur asoziale Elemente verstanden, deren Aufnahme und Rehabilitation schon Amalie Sieveking strikt abgelehnt und ausdrücklich nicht als Aufgabe des Vereins bestimmt hat. Der Vorstand beschloss eine Namens-Änderung, die der Gründerin und der von ihr über alle Zeiten hinweg gestellten Aufgabe gerecht werden und keinen Missdeutungen mehr ausgesetzt sein sollte.”
Text: Rita Bake
 

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