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Maria Elisabeth Kielmannsegg

( Maria Elisabeth Kielmannsegg, geb. v. Ahlefeld )
(1643 Gelting – 23.9.1709)
Namensgeberin für Marienthaler Straße
Die offizielle Begründung für die 1899 im Stadtteil Hamm-Nord benannte Straße lautet: „benannt nach dem Stadtteil Marienthal. Ein von der Baronin von Kielmannsegg als Witwensitz erbautes Haus gab dem Ort den Namen“.
Nach neuesten Forschungen erklärt sich der Ursprung des Namens für den Stadtteil Marienthal wohl anders: zwar heißt es unter Wikipedia zum Stadtteil Marienthal: „1857 erwarb der Grundstücksspekulant Johann Anton Wilhelm von Carstenn das Gut Wandsbeck von Schimmelmanns Nachfahren. Carstenn ließ 1861 das intakte Schloss abreißen und parzellierte das gesamte Gebiet, um die Grundstücke gewinnbringend zu verkaufen. Auf diese Weise wurde der Bereich erschlossen, es entstand eine Villenbebauung, ein Villenvorort Wandsbeks. Ebenfalls 1861 beantragte Carstenn, das gesamte Gebiet Marienthal zu benennen. Er erhielt die Genehmigung und der Ort den gewünschten, neuen amtlichen Namen. Er geht auf die Freifrau Maria von Kielmannsegg (1643-1709) zurück, deren Ehemann Friedrich Christian von Kielmannsegg 1684 ganz in der Nähe, am Wandsbeker Mühlenteich, einen Witwensitz für seine Ehefrau errichten ließ.“ [1] Der Autor Alfred Pohlmann dagegen argumentiert: „Über das Haus Marienthal schrieb im Jahre 1773 der Gutsverwalter Richter: ,Das Haus Marienthal allda war an Gastwirte vermietet, welche ein heilloses Handwerk daraus machten, jungen unbändigen Leuten Gelegenheiten zu geben, Gesundheit, Vermögen und Ehre bei liederlichen Metzen aufzuopfern.‘“ [2] Nach Pohlmann soll der „heutige Ortsteil Marienthal (...) mit diesem Haus Marienthal nicht das geringste zu tun“ haben.
In dem von Michael Pommerening verfassten Buch „Wandsbek. Ein historischer Rundgang“ aus dem Jahre 2000 heißt es, „dass die Namensgebung zumindest offiziell [Antrag Carstenns zur Namensänderung vom 18. März 1861: ‚Unter diesen Umständen und da ich selbst statt der Bewohnung des Schlosses schon im vorigen Jahre den Neubau eines bürgerlichen Wohngebäudes für mich vorgezogen habe, glaube ich meinen Wunsch wohl motiviert zu haben, indem ich für den neuen und völlig umgeschaffenen sogenannten Privat Antheil eine neue Benennung untertänigst vorschlage und solche nach dem Namen meines ältesten Kindes wähle.‘] nach der ältesten Tochter Carstenns [Marie Henriette Martin, geb. Carstenn] erfolgte. (…) Vermutlich liegt aber dennoch eine Anlehnung an den in Wandsbek wohlbekannten Namen des Witwensitzes vor.“ [3]
Wer war Maria Elisabeth Kielmannsegg? Die Tochter des königlich dänischen Feldmarschalls Nikolaus von Ahlefeld und dessen Frau Anna Hedwig, geb. von Rantzau wurde 1666 im Alter von 24 Jahren mit dem vier Jahre älteren Friedrich Christian Kielmannsegg (1.2.1639 Schleswig – 25.9.1714 Hamburg) verheiratet – eine standesgemäße Heirat, denn er war Diplomat „in herzoglich Schleswig-Holstein-Gottorfschen und königlich dänischen Diensten, Dompropst in Hamburg und Domherr in Lübeck“ [1], sowie Gutsbesitzer des Gutes Wandsbek. Nachdem er 1679 Gut und Schloss Wandsbek erworben hatte, ließ er um 1680 für seine Frau ein Anwesen (Haus Marienthal) am Ufer des Wandsbeker Mühlenteiches als Witwensitz erbauen. Dieses Haus hat sie nie als Witwensitz genutzt, da sie vor ihrem Ehemann verstarb. Mit ihrem Ehemann hatte Marie Elisabeth Kielmannsegg 11 Kinder, von denen fünf Kinder im Kleinkindalter verstarben. Maria Elisabeths Schwangerschaften und die Geburt ihrer Kinder erfolgten in kurzen Zeitabständen: 1667; 1668; 1671; 1673; 1674; 1675; 1676; 1678; 1679; 1680; 1681. Ob zwischen den Geburten noch Fehlgeburten lagen, so z. B. in der Zeit zwischen der Geburt eines Kindes im Jahre 1668 und der des nächsten Kindes im Jahre 1671, ist nicht bekannt.
Dass Maria Elisabeth, die zwischen 1667 und 1681 fast jedes Jahr ein Kind gebar, im Jahr 1677 nicht schwanger wurde, ist wohl der Tatsache geschuldet, dass ihr Ehemann im Frühjahr 1676 von den Dänen gefangen genommen worden war und erst 1677 wieder freikam. Zum Zeitpunkt seiner Gefangennahme war seine Gattin bereits schwanger und gebar im Dezember 1676 einen Sohn. Ebenfalls während seiner Gefangenschaft verstarb im September 1676 die gerade ein Jahr alte Tochter Marie Elisabeth. Gleich nach seiner Freilassung aus der Haft muss Marie Elisabeth wieder schwanger geworden sein, denn sie gebar ihr nächstes Kind am 30. Januar 1678. Einen Monat zuvor – am 1. Dezember 1677 war ihr Sohn Christian im Alter von einem Jahr gestorben.
Text: Rita Bake
Quellen:
1 Wikipedia: Eintrag: Marienthal de.wikipedia.org/wiki/Hamburg-Marienthal, abgerufen 15.8.2016.
2 Alfred Pohlmann: Unser Wandsbek. Hamburg 1975, S. 41.
3 Michael Pommerening: Wandsbek. Ein historischer Rundgang. 2. erweiterte u. vollständig überarbeitete Auflage. Hamburg (1. Auflage 2000), 2. Aufl. o. J., S.66.
 

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(Datenbank Stand: März 2021) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

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Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2545 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 441, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

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Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

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