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Margareta Gröwel

( Dr. Margareta Gröwel )
(14.8.1899 Hamburg – 20.1.1979 Salzburg)
Politikerin (CDU); Mitglied des Deutschen Bundestages (1949-1953); erste Konsulin der Bundesrepublik Deutschland; Vorsitzende des Büchereibeirates
Pulverteich 12 (Wohnadresse)
Alsterkamp 43 (Wohnadresse)
Bibliothek des Völkerkundemuseums, Rothenbaumchaussee (Wirkungsstätte)
Dr. Margareta Gröwel; Quelle: CDU (CC BY-SA 3.0 de https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)
Margareta Gröwel, Tochter eines Hamburger Kunstgewerbeschullehrers, war von Beruf Lehrerin und seit 1921 im Hamburger Stadtteil St. Georg an der katholischen Knabenrealschule und an der Mädchenschule St. Marien tätig.
Politisch gehörte sie seit 1924 der Zentrumspartei an. Es gibt für Margareta Gröwel einen Wikipedia-Eintrag. Darin heißt es: „Gröwel war bis 1933 für das Zentrum, den Verein für das Deutschtum im Ausland VDA, den Windthorstbund [Jugendorganisation der Zentrums-Partei] und den Verein der katholischen deutschen Lehrerinnen VKDL in Hamburg aktiv.“ [1] Im Verein der katholischen deutschen Lehrerinnen, in dem sie seit 1924 Mitglied war, hatte sie bis in die NS-Zeit hinein den Hamburger Vorsitz.
Helmut Stubbe da Luz schreibt in seinem Portrait über Margareta Gröwel: „Nach der Auflösung dieser weiterführenden katholischen Schulen wechselte sie 1934 an eine der katholischen Gemeindeschulen. Parallel studierte sie seit 1931 an der Hamburger Universität Völkerkunde, austronesische Sprachen, Germanistik und Anglistik.“ [2]
1937 promovierte sie zum Dr. phil mit ihrer Dissertation über die Erziehungsprobleme der Indianerkinder in den Vereinigten Staaten
„1936 grenzte sich der Nationalsozialistische Lehrerbund durch eine Unvereinbarkeitsklausel vom Verein der katholischen deutschen Lehrerinnen ab, obgleich dieser eine regierungskonforme Position einnahm. Mit den seit 1933 von vielen Mitgliedern unterhaltenen Doppelmitgliedschaften war es jetzt vorbei. Während ungefähr drei Viertel der organisierten katholischen Lehrerinnen ihrem Verband treu blieben, wechselte Margareta Gröwel zum Nationalsozialistischen Lehrerbund. Das Motiv dafür dürfte die Aussicht gewesen sein, nach ihrem akademischen Studium in das höhere staatliche Schulwesen wechseln zu können. Dies geschah 1939, obwohl sie seit ihrer Teilnahme an einem Londoner ‚Sozialen Kongress für christliche Pädagogen‘ unter der Schirmherrschaft des Erzbischofs von Westminster 1936 wegen ihrer Auslandskontakte von der Gestapo überwacht wurde. Margareta Gröwel unterrichtete fortan an mehreren Volksschulen für Mädchen (…).“ [3]
Laut ihrer Entnazifizierungsakte war Margareta Gröwel bereits 1934 dem NS-Lehrerbund beigetreten. Auch war sie seit 1939 Mitglied in der NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) und dort von 1942 bis 1943 Helferin in der Jugendpflege. [4]
Ab Ende 1944 arbeitete Margareta Gröwel in der Bibliothek des Völkerkundemuseums.
Nach dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 wurde sie im Rahmen der „Aktion Gewitter“, einer Verhaftungswelle, bei der viele Politikerinnen und Politiker verhaftet wurden, „die sich während der zwanziger Jahre in den Parteien der Weimarer Koalition (SPD, Deutsche Demokratische Partei, Zentrumspartei) profiliert hatten und bislang vom NS-Staat mehr oder weniger unbehelligt geblieben waren,“ [5] für fünf Tage im Konzentrationslager Fuhlsbüttel festgehalten.
Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus arbeitete Margareta Gröwel in der Bibliothek des Hamburger Völkerkundemuseums, wurde Mitbegründerin der CDU Hamburg und gehörte bis 1953 dem CDU-Landesvorstand an.
Auch war sie Gründungsmitglied des Hamburger Frauenrings und Mitglied des Vereins der katholischen deutschen Lehrerinnen.
Helmut Stubbe da Luz schreibt weiter über Margareta Gröwel: „Zu Konrad Adenauer, der bei seinen mehrfachen Aufenthalten in Hamburg gelegentlich bei den Schwestern Margareta und Franziska Gröwel zu Gast war, entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis. Wohl auch dank dieser Verbindung gehörte Margareta Gröwel seit 1948 dem CDU-Zonenvorstand an.
Nicht nur im Wahlkampf der unmittelbaren Nachkriegszeit, sondern auch noch auf dem Hamburger CDU-Parteitag 1950 hat Margareta Gröwel mit zeittypischem Pathos verkündet: ‚Weil der weibliche Geist sich mehr vor der Weisheit Gottes neigt und mehr aus dieser Weisheit lebt als aus eigenem Wissen und Erkennen, sind wir Frauen in der Politik verantwortlich, daß ein Hauch des Irrationalen, des Göttlichen in unserer rationalen und materialistischen Zeit verspürt werde.‘ In solchen Worten lag zugleich eine Herausforderung für die seit Sommer 1946 die Hamburger CDU dominierenden großbürgerlich-liberalkonservativ-prostestantischen Kreise. Von ihnen verlangte Gröwel auch einen maßgeblichen weiblichen Einfluss in der Wirtschaftspolitik.“ [6]
1950 wurde Margareta Gröwel auf dem Bundesparteitag der CDU in den Vorstand der CDU Deutschland gewählt.
„Bei der ersten Bundestagswahl 1949 wurde sie aufgrund eines Wahlabkommens als gemeinsame Kandidatin von CDU und FDP im Wahlkreis Hamburg IV ins Parlament gewählt, wo sie sich insbesondere den Frauenfragen zuwandte und Vorsitzende des Büchereiausschusses des Bundestages war. Sie stand dem Frauenarbeitskreis der CDU vor und war Beiratsmitglied der Deutschland-Zentrale der Weltorganisation der Mütter aller Nationen (WOMAN). Am Ende der Legislaturperiode [ 1953] schied sie sowohl aus dem Bundestag als auch aus dem CDU-Bundesvorstand aus, um als Konsulin in die Vereinigten Staaten zu gehen.“ [7]
„1953 wurde sie als erste Frau im deutschen Konsulardienst Konsulin in Houston. [Im selben Jahr heiratete sie den österreichischen Ingenieur Maximilian Sztollar und führte fortan den Nachnamen Sztollar-Gröwel] Sie versuchte die Handelsbeziehungen zwischen Westdeutschland und dem amerikanischen Südwesten zu fördern. Nach ihrer Zeit in Houston war sie von 1962 bis 1964 in gleicher Funktion in Lüttich tätig.“ [8]
Später kehrte sie nach Hamburg zurück, war Witwe und verbrachte ihren Ruhestand in der Hansestadt.
Text: Rita Bake
Quellen:
1 Wikipedia: Margareta Gröwel, abgerufen 13.1.2018.
2 Helmut Stubbe da Luz: Margareta Gröwel, in: Hamburgische Biografie: Personenlexikon. Hrsg. von Franklin Kopitzsch und Dirk Brietzke. Bd. 5. Hamburg 2010, S. 155.
3 Ebenda.
4 Staatsarchiv Hamburg 221-11 ED 2376
5 Helmut Stubbe da Luz: Margareta Gröwel, in: Hamburgische Biografie: Personenlexikon. Hrsg. von Franklin Kopitzsch und Dirk Brietzke. Bd. 5. Hamburg 2010, S. 155.
6 Helmut Stubbe da Luz, a. a. O., S. 155f.
7 Wikipedia: Margareta Gröwel, abgerufen 13.1.2018.
8 Ebenda.
 

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Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: März 2021) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

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Stand April 2021: 1238 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

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Januar 2021: Katherina Hanen, Ingeborg Hecht

Februar 2021: Anita Horz

März 2021: Gertrud Bing, Ilse Hirschbiegel, Hilde David, Aenne Bohne-Lucko, Hildegard Stromberger, Angela Bernhardt, Emilie Rücker, Adele Will, Dora und Claudine Staack, Andrea Karsten,
wesentlich aktualisiert: Zwangsarbeiterinnen für Valvo Radioröhrenfabrik und der Hamburger Batterie-Fabrik Otto Gross, Käthe Strutz

wesentliche Ergänzungen im April 2021: Anna Andersch-Marcus; Tatiana Ahlers-Hestermann; Marie Anne Lippert; Marienkrankenhaus; Annemarie Marks-Rocke; Katharina Mayberg; Erna Mayer; Ottilie Metzger-Lattermann; Else Mögelin; Molckenbuhr'sche Stiftung für alte weibliche Dienstboten; Erna Mros; Nanny-Jonas Stift; Martha Naujoks; Anna Maria Pyrker; Charlotte Ida Popert; Adele Reiche; Minna Rist; Martha Rauert; Vierländerin Brunnen; Rosemarie Sacke; Sophie Albrecht

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Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2545 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 441, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

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Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Diverse Frauenbiografien sind von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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