Namens-/Sachregister

Frauenbios

Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen

( Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) )
Seit weit über 100 Jahren kämpfen die SPD-Frauen für die Gleichstellung von Frau und Mann. (Siehe dazu auch unter: sozialdemokratische Frauenbewegung) Ende der 1960-er Jahre, als die Neue Frauenbewegung ihren Aufschwung nahm, riss auch SPD-Frauen der Geduldsfaden. Deshalb gründeten sie die unabhängige „Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen“ (AsF) (Mitglied der ahf/des Landesfrauenrats.) Die AsF ist eine analog zur Partei der SPD gegliederte Organisationsform mit selbstgewähltem Vorstand, selbstbestimmter Programmatik und eigenständiger politischer Willensbildung mit dem Ziel, diese in die Gesamtpartei einfließen zu lassen. Weibliche Mitglieder der SPD gehören automatisch der AsF an.
Einige Beispiele aus ihrer Arbeit in den 1970-er bis 1990-er Jahren:
1971 setzte sich auch die AsF Hamburg für die Fristenlösung (§ 218) ein und versuchte über die Lancierung von Zeitungsanzeigen, ein Meinungsbild unter der Hamburger Bevölkerung zum Thema: Änderung des §218 herzustellen. Innerhalb von 14 Tagen gingen mehr als 2300 Stellungnahmen ein, die der Bundestagsabgeordneten Helga Timm (SPD) übergeben wurden.
1974 initiierte die AsF einen Antrag des Landesparteitages an die SPD-Bürgerschaftsfraktion, der zur Erarbeitung eines „Frauenreports“ aufforderte. In diesem sollte umfassend die Lage der Frauen, ihre sozialen Probleme und die Konzeption der staatlichen Maßnahmen dargestellt werden. Der Bericht lag 1978 als Bürgerschaftsdrucksache 8/3582 vor.
1976 lud die AsF erstmals Vertreterinnen der autonomen Frauenbewegung F.R.A.U. zu einem Kontaktgespräch ein.
1977 forderte die AsF die Einführung eines „Elternurlaubs“, den sich das erwerbstätige Paar (Vater/Mutter) untereinander aufteilen könne. Bis dahin war es nur erwerbstätigen Müttern erlaubt, zur Erziehung ihres Kindes einen sogenannten Mütterurlaub zu nehmen. Sechs Jahre später brachte Hamburg dann auf Vorschlag der „ Leitstelle für die Gleichstellung der Frau“ einen Entwurf eines Kinderbetreuungs„urlaubs“gesetzes für erwerbstätige Mütter und Väter in den Bundesrat ein. Er wurde vom Bundesrat abgelehnt. Erst 1986 wurde ein Gesetz zum Erziehungs„urlaub“ verabschiedet, das Mütter wie Väter gleichberechtigt berücksichtigt.
1979 beschloss auf Initiative der AsF der Landesparteitag der SPD, für die in Hamburg bestehenden Frauenhäuser im Haushalt 1980 eigene Titel einzuwerben.
1982 setzte sich die AsF für die Bestrafung von Vergewaltigung in der Ehe ein. 1983 reichte Hamburg einen entsprechenden Gesetzesentwurf beim Bundesrat ein. Aber erst 1996 wurde ein entsprechendes Gesetz verabschiedet.
1987 wurde dem Anliegen der AsF nach Frauenförderung in Öffentlichen Unternehmen dadurch entsprochen, indem der Senat die Öffentlichen Unternehmen aufforderte, Frauenförderpläne zu erarbeiten.
1988 forderte die AsF zum wiederholtem Male die Einführung der Quote zur Durchsetzung des gleichberechtigten Zugangs zu parteipolitischen Ämtern. Auf dem Bundesparteitag der SPD in Münster wurde die Frauenquote durchgesetzt.
1988 stellte die AsF auf dem Hamburger Parteitag der SPD den Antrag auf ein Frauenfördergesetz für den Bereich des öffentlichen Dienstes.
1992 forderte die AsF den Hamburger Senat auf, besonders dem Grundsatz „Hilfe statt Strafe“ zu folgen und denjenigen Frauen, die durch die von der Bonner Regierung 1992 erfolgte „Reform“ des §218 in Bedrängnis geraten waren, Hilfe anzubieten. Hamburg half daraufhin durch Soforthilfemaßnahmen.
Einladung zu einer Veranstaltung zum Thema §218 am 16.6.1994, Quelle: Staatsarchiv Hamburg
Im August 1995 beschloss der Hamburger Senat die vom Senatsamt für die Gleichstellung eingebrachte Drucksache für eine geschlechtergerechte Amts- und Verwaltungssprache. Diesem Beschluss vorausgegangen war ein Antrag der AsF zur „Gleichbehandlung der Geschlechter in der Amtssprache“, der vom SPD-Landesparteitag verabschiedet wurde und dazu führte, dass Senat und Bürgerschaft entsprechende Richtlinien beschlossen.
In ihrer Selbstdarstellung für das Mitgliederverzeichnis der Arbeitsgemeinschaft Hamburger Frauenorganisationen (ahf) aus dem Jahre 1979 heißt es über die AsF: „Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen organisiert die Frauen in der SPD. Sie versteht sich als eine Art Ombudsfrau für Fraueninteressen innerhalb und außerhalb der SPD. (…) Die Gleichstellung von Männern und Frauen kann nicht durchgesetzt werden, solange es Männer- und Frauenberufe gibt, solange Ausbildungsplätze für Mädchen fehlen und gutausgebildete Frauen im Beruf nicht die gleichen Chancen wie Männer haben. Deswegen hat die AsF durchgesetzt, daß öffentliche Arbeitgeber Stellen für Männer und Frauen ausschreiben. Deswegen hat die von der AsF veranstaltete Werbeaktion zugunsten einer Öffnung neuer Berufe für Mädchen dazu geführt, daß die SPD geführten Regierungen in Bonn und Hamburg Modellprojekte für die Ausbildung von Mädchen in gewerblich-technischen Berufen gefördert werden. Darum wird ein Anfang zur Umsetzung der AsF-Forderung nach gleichem Lohn- und Berufschancen von Frauen mit den von der SPD finanzierten Prozessen zur Durchsetzung des Rechts auf gleiche Entlohnung und der Vorlage eines Gesetzes zur Gleichbehandlung der Frau in der Arbeitswelt gemacht. Die AsF tritt, wie die gesamte Partei seit 1977, ferner u. a. ein:
• für die Berufsausbildungspflicht für Mädchen und Jungen,
• für die Aufhebung des geteilten Arbeitsmarktes auch bei den privaten Arbeitgebern,
• für die Humanisierung der Arbeitswelt und die Überprüfung der Arbeitsschutzbestimmungen,
• für die Steigerung des Angebots (qualitativ und quantitativ) an gesellschaftlichen Hilfen zur Betreuung von Kindern, von kranken oder pflegebedürftigen Familienangehörigen.
Einladung zu einer Veranstaltung zum Thema „Frauen vernetzt?!“ am 19.9.1996, Quelle: Staatsarchiv Hamburg
Diese Voraussetzungen zum Abbau der Benachteiligung von Frauen müssen ergänzt werden durch die Einführung eines Elternurlaubs, der zwischen Vater und Mutter aufzuteilen ist und durch die Verkürzung der täglichen Arbeitszeit. Die praktische Gleichstellung von Mann und Frau in Haus und Beruf hat dann mehr Chancen, Wirklichkeit zu werden. Die partnerschaftliche Regelung von Familienangelegenheiten, über das neue Ehe- und Familienrecht genauso wie über den Versorgungsausgleich, die Aufteilung der während der Ehe erworbenen Renten- oder Pensionsansprüche oder die bezahlte Freistellung von Mutter und Vater zur Pflege von kranken Kindern, kann nur dann zugunsten von Frauen entschieden werden, wenn diese Schritte in Richtung auf eine Aufteilung der traditionellen Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau gegangen werden. Hinzu kommen muß auch die eigenständige soziale Sicherung der Frau über einen Grundrentenanspruch. Dabei müssen Zeiten der Kindererziehung in der Rentenversicherung als Beitragszeiten anerkannt werden. Zur Erfüllung des verfassungsrechtlichen Gleichheitsgebots entschied sich die AsF für einen politischen Ansatz zur ‚Lösung‘ der Frauenfrage und setzte in Bonn und Hamburg die Einrichtung einer ‚Gleichstellungsstelle‘ bei der Bundesregierung und beim Ersten Bürgermeister durch.“
Über die Ziele der AsF heißt es heute auf ihrer Website: „In einem sind wir uns alle einig: Unser Ziel ist die Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Bereichen. Nur wenn sich viele Frauen in politischen und gesellschaftlichen Gremien engagieren, werden ihre Interessen und Lebensumstände berücksichtigt.
Wofür wir stehen
• Gleiche Chancen bei Bildung, Ausbildung und auf dem Arbeitsmarkt
• Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
• Gleiche Karrierechancen
Wir fordern, dass Frauen der Weg in Beruf, Politik, Selbständigkeit und Interessenvertretung ebenso offensteht wie Männern.
Wir wollen erreichen, dass Familie sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht allein als Sache der Frauen, sondern auch die der Männer betrachtet wird. Wir setzen uns für angemessene Kinderbetreuung von klein-auf bis hin zur Ganztagsschule ein.“ www.asf-hamburg.de/ueber-uns/
Text: Rita Bake
 

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Datenbank Hamburger Frauenbiografien

Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: November 2019) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand November 2019: 1123 Kurzprofile von Frauen und 389 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

Ihre Mitarbeit ist gern gesehen

Haben Sie Anregungen, Neuigkeiten, Ergänzungen?
Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Dr. Rita Bake,
Rita.Bake@hamburg.de

Zuletzt eingetragene Namen

Januar 2019: Erika Woisin, Christine Färber, Aracy Moebius de Carvalho, Charlotte Tauterat, Caroline Umlauff, Elvira Unglaube, Schwestern-Verein der Hamburgischen Staatskrankenanstalten, Clara Goldschmidt, Elsa Hopf,
Dora Wenneker-Iven

Februar 2019: Demoiselle Conradi, Christine Reinhard, Erna Martens

März 2019: Klara Laser, Frieda Cordes, Johanne Günther, Eliza Wille

April 2019: Liselotte Strelow, Ruth Held

Mai 2019: Sozialverband VdK, Mädchentreff Schanzenviertel, Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur, Vera Jürs, Johanna Renate Wöhlke

Juni 2019: pro familia, Celly de Rheidt

Juli 2019: Rosa Bartl

September 2019: Mabel Wulff

Oktober 2019: Annelinde Töpel

November 2019: Betty Heine, geb. Goldschmidt

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2526 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 422, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

  • Sie kennen den Namen einer Frau – und möchten mehr wissen?
    Dann geben Sie den Namen ein. Sie finden: Wohn- bzw. Wirkungsstätte und mehr oder weniger ausführlich biografische Daten, ggf. mit Hinweisen auf weitere Veröffentlichungen, Webseiten.
  • Sie möchten wissen, wer in einer bestimmten Straße oder einem bestimmten Stadtteil/Bezirk gewohnt hat? Dann geben Sie den Straßennamen ein oder wählen einen Stadtteil oder Bezirk aus.
  • Sie interessieren sich für bestimmte Themen, Berufsgruppen, Orte/Gebäude, Vereine oder Institutionen, die im Zusammenhang mit Frauen eine Rolle spielen? Dann nutzen Sie das Schlagwortregister, die freie Suche oder das Namens-/Sachregister.

Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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Ansprechpartnerin Kontakt

Haben Sie Anregungen, Neuigkeiten, Ergänzungen? Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gern Kontakt auf:
Dr. Rita Bake
rita.bake@hamburg.de

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