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  • Motivgruppe / Kategorie :  Politik

Gertrud Bäumer

(12.9.1873 Hohenlimburg – 25.3.1954 Bethel)
Frauenrechtlerin, Politikerin
Scheffelstraße 30 (Wohnadresse)
Klärchenstraße 22 (Wohnadresse)
Oberstraße 88 (Wohnadresse)
Namensgeberin für: Gertrud-Bäumer-Stieg
Gerdrud Bäumer, Quelle: aus: Agnes von Zahn-Harnack: Die Frauenbewegung. Berlin 1928, S. 24.
Gertrud Bäumer entstammte einer protestantischen Theologenfamilie. Nach dem Tod des Vaters geriet die Familie in finanzielle Schwierigkeiten. Gertrud Bäumer wurde Lehrerin und unterrichtete ab 1892 an Mädchenvolksschulen. Sie engagierte sich daraufhin im Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenverein und kam durch ihn mit der bürgerlichen Frauenbewegung in Kontakt. 1900 bestand sie die Oberlehrerinnenprüfung und studierte dann Philosophie und Theologie. Gleichzeitig arbeitete sie sehr eng mit Helene Lange zusammen. Daraus entwickelte sich eine lebenslange Arbeits- und Lebensgemeinschaft. 1904 promovierte Gertrud Bäumer. In dieser Zeit schrieb sie für die von Helene Lange herausgegebene Zeitschrift „Die Frau“. 1907 übernahm sie die Redaktion der Zeitschrift „Neue Bahnen“. 1910 wurde Gertrud Bäumer Vorsitzende des Bundes Deutscher Frauenvereine. Unter Gertrud Bäumers Führung wurde gleich nach der Mobilmachung 1914 der Nationale Frauendienst gegründet. Selbst noch zu Kriegsende im Jahre 1918 verfasste Gertrud Bäumer für die in den Frauenverbänden organisierten Frauen Durchhalteparolen.
Als 1917 in Hamburg die Doppelinstitution Soziale Frauenschule und sozialpädagogisches Institut gegründet wurde, wurde Gertrud Bäumer als Leiterin eingesetzt. Die Frauenschule bot eine zweijährige allgemeine soziale Ausbildung, das Institut eine fachliche Ausbildung für Sozialarbeiterinnen. Neben Gertrud Bäumer unterrichtete am Sozialpädagogischen Institut auch ihre Freundin Helene Lange. (Siehe auch unter Marie Baum)
1918 gründete Gertrud Bäumer mit Friedrich Naumann die Deutsche Demokratische Partei (DDP). 1920 wurde Gertrud Bäumer die erste Ministerialrätin Deutschlands und betreute im Reichsinnenministerium das Schulreferat. Von 1919 bis 1933 war Gertrud Bäumer Abgeordnete (DDP) des deutschen Reichstages. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verlor sie ihre Stelle als Ministerialrätin. Während der Zeit Nationalsozialismus publizierte sie weiter, schrieb Romane über mittelalterliche Gestalten und Artikel für die Zeitschrift „Die Frau“, die die Frauen während des Krieges moralisch unterstützen sollten. Sie trat in der NS-Zeit keiner NS-Organisation bei. (Staatsarchiv Hamburg 221-11 Misc 14012). 1939 erhielt sie Redeverbot. 1949 wurde sie Mitbegründerin der CSU.
Seit 1984 gibt es im Hamburger Stadtteil Bergedorf den Gertrud-Bäumer-Stieg.
Text: Rita Bake
 

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Datenbank Hamburger Frauenbiografien

Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: September 2019) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand September 2019: 1123 Kurzprofile von Frauen und 389 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

Zuletzt eingetragene Namen
Januar 2019 Erika Woisin, Christine Färber, Aracy Moebius de Carvalho, Charlotte Tauterat, Caroline Umlauff, Elvira Unglaube, Schwestern-Verein der Hamburgischen Staatskrankenanstalten, Clara Goldschmidt, Elsa Hopf, Dora Wenneker-Iven
Februar 2019 Demoiselle Conradi, Christine Reinhard, Erna Martens
März 2019 Klara Laser, Frieda Cordes, Johanne Günther, Eliza Wille
April 2019 Liselotte Strelow, Ruth Held
Mai 2019 Sozialverband VdK, Mädchentreff Schanzenviertel, Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur, Vera Jürs, Johanna Renate Wöhlke
Juni 2019 pro familia, Celly de Rheidt
Juli 2019 Rosa Bartl
September 2019 Mabel Wulff

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2526 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 420, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

  • Sie kennen den Namen einer Frau – und möchten mehr wissen?
    Dann geben Sie den Namen ein. Sie finden: Wohn- bzw. Wirkungsstätte und mehr oder weniger ausführlich biografische Daten, ggf. mit Hinweisen auf weitere Veröffentlichungen, Webseiten.
  • Sie möchten wissen, wer in einer bestimmten Straße oder einem bestimmten Stadtteil/Bezirk gewohnt hat? Dann geben Sie den Straßennamen ein oder wählen einen Stadtteil oder Bezirk aus.
  • Sie interessieren sich für bestimmte Themen, Berufsgruppen, Orte/Gebäude, Vereine oder Institutionen, die im Zusammenhang mit Frauen eine Rolle spielen? Dann nutzen Sie das Schlagwortregister, die freie Suche oder das Namens-/Sachregister.

Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Ihre Mitarbeit ist gern gesehen

Haben Sie Anregungen, Neuigkeiten, Ergänzungen?
Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Dr. Rita Bake,
Rita.Bake@hamburg.de

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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