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Frauenbios

Renate Strübing-Wagner

( Renate Strübing-Wagner, geb. Renate Wagner )
(30.8.1908 – 23.11.1973 Hamburg)
Reformpädagogin, Widerstandskämpferin
Wirkungsstätten: Seminar- bzw. Staatliche Aufbau-Schule, Hohe Weide 12-16 (Schulbesuch)
Wohnadressen: Tornquiststraße 44 (Wohnadresse unter „Strübing, Karl, Kfm.“ 1950er Jahre in HHer Adressbuch, frdl. Info Dr. H.-P. de Lorent); Wiebischenkamp 18, Eidelstedt (Wohnadresse, z.B. Amtl. Fernspr. Buch 2 Hamburg + Nord-Niedersachsen 1965, II, S. 1214); Große Elbstraße 133, Halle 1, priv. Wiebischenkamp 18 (eingetragen ist Karl Strübing, Fischgroßhandlung, in: HHer Adressbuch 1965, Bad II, S. 1839)
Renate Strübings lebenslange Freundin und Kampfgefährtin, Anita Sellenschloh (vgl. Kurzbio in dieser Datenbank) erinnerte sich: „Wir waren ganz stolz, dass dieses attraktive und strahlende Mädchen aus bürgerlichem Elternhaus nun zu uns gehörte. Wir schätzten sie ihrer Bescheidenheit, Begeisterungs- und Liebesfähigkeit wegen. Sie, die Gymnasiastin und Studentin, war unser Vorbild, die wir aus dem proletarischen Milieu stammten. Sie hielt für uns Kurse in politischer Ökonomie ab. Sie war ne Wucht.“ [1]
„Renate Strübing, geb. Wagner, kam im Jahre 1908 zur Welt und ist im Jahre 1973 im Alter von 65 Jahren gestorben. Sie entstammte einem gebildeten und kultivierten Elternhaus mit betont politischem, gewerkschaftlichem und schulischem Engagement. Die Eltern wie auch die beiden Töchter waren Lehrer bzw. Lehrerinnen. Die Mutter wie auch die einzige ältere Schwester gehörten als sozialdemokratische Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft an. Die Mutter stritt mit besonderem Engagement für die Verbesserung des Frauenrechts und die Frauenemanzipation [2]. Mit anderen aus ihrer Verwandtschaft stammenden Pädagogen gehörten die Wagners gewissermaßen der hamburgischen ‚Lehreraristokratie’ an“ ( [1], Seite 296).
Renate Wagner verlebte eine glückliche Kindheit. „Die Eltern erzogen ihre Töchter mit pädagogischer Weitsicht; vertraut mit den Strömungen der Zeit, vermittelten sie den Kindern gesellige Freuden, Reisen, Opern- und Theaterbesuche sowie Freiheiten, die Vertrauen und Einsicht seitens der Eltern voraussetzten, ein Verhalten, das in seiner Liberalität über die geltenden Erziehungsnormen deutlich hinausging“ [1].
Die junge Renate schloss sich zunächst der bürgerlichen Jugendbewegung an und trat in den „Wandervogel“ ein (Wurzel der Jugend- und Lebensreform-Bewegung, Reformpädagogik). Die politischen und wirtschaftlichen Erschütterungen während ihrer Kindheit und Jugend – erster Weltkrieg, Sturz der Monarchie, die Kämpfe um die Weimarer Republik und die Inflationsnöte –, „die den im Elternhaus gewonnenen Idealvorstellungen in keiner Weise entsprachen, mögen jenen moralischen und ideologischen Prozess ausgelöst haben, der sie über sozialdemokratisch orientierte Schüler- bzw. Jugendverbände in den Kommunistischen Jugendverband Deutschlands führte, und in späteren Jahren, als Studentin der Pädagogik, in die Kommunistische Studentenfraktion und schließlich in die Kommunistische Partei Deutschlands“ [1].
Renate Wagner besuchte in den Jahren 1915 bis 1921 die Seminarschule Hohe Weide und von 1921 bis 1929 die Staatliche Aufbauschule, an der sie das Abitur ablegte. „lnflation, ein kurzer ökonomischer Aufstieg und eine erneute Wirtschaftskrise bildeten den Hintergrund in diesem Lebensabschnitt. Darauf studierte sie neben Philosophie und Pädagogik Volkswirtschaft von 1929 bis 1932 an der Universität Hamburg. Vom Studium her eröffneten sich der jungen Studentin unerwartete Einsichten in die nationalen und internationalen ökonomischen Entwicklungen, die durch die täglichen, sich überstürzenden Ereignisse mehr als bestätigt wurden. ‚Hitler bedeutet Krieg’, das wussten seine Gegner, das wusste auch Renate, und sie wussten auch, dass er auf das anachronistische Unternehmen eines Krieges gegen die Sowjetunion hinarbeitete (...). Ein tiefer Riss ging nicht nur durch das ganze deutsche Volk, sondern auch durch die mächtigsten Gegner des Nationalsozialismus, die Sozialdemokraten und die Kommunisten, die sich gegenseitig bekämpften, während die Rechte sich weitgehend einig war. Dieser Riss ging auch durch die Familie Wagner. Hier die Eltern und die Schwester, da Renate. Auch in dieser Familie war ‚die Grundtorheit unserer Epoche’ (Thomas Mann), nämlich der Antikommunismus, tief verankert. Der Ausspruch ihres Vaters ‚Hoffentlich siegt Deutschland’, womit er ja schließlich das Fortbestehen des Nationalsozialismus dessen Überwindung vorzog, zeigt die Schwere des politischen Konflikts innerhalb dieser Familie. Angesichts der 50 Millionen Toten des zweiten Weltkrieges und des übrigen unermesslichen Leids, das durch den Nationalsozialismus über die Menschheit gekommen war, ist dieser Ausspruch nur noch jenen verständlich, die die Tragödie dieses Zerwürfnisses zwischen SPD und KPD in jenen Zeilen miterlitten haben. Im Bündnis miteinander hätte die Arbeiterbewegung (SPD, KPD, Gewerkschaften) mit einem hohen Wahrscheinlichkeitsgrad eines der grausamsten und dunkelsten Dramen der Menschheitsgeschichte abwehren können“. ( [1], Seite 296 f.)
Nach Beendigung ihres sechssemestrigen Studiums legte Renate Wagner im November 1932 ihre erste Lehrerinnenprüfung ab. „Ab 1933 hing die Anstellung der Lehrer von der politischen Einstellung ab. (...) Renate gelangte von der Universität nicht in die Schule, sondern ins KZ. Während der zwölf Jahre Hitlerdiktatur wurde (sie) insgesamt fünfmal in Haft genommen, in der Vorkriegszeit von Oktober 1933 bis Januar 1934 im Untersuchungsgefängnis Hamburg, von Februar 1935 bis Juni 1935, von März 1937 bis Juni 1937 und von Dezember 1938 bis Mai 1939 wurde sie von der Gestapo im Konzentrationslager Fuhlsbüttel festgehalten. Verhaftungen geschahen im ‚Dritten Reich’ oft willkürlich, ohne Begründung, mit dem Ziel der Einschüchterung, Verunsicherung oder gar Zermürbung. So wurde Renale Strübing 1933 ins KZ Fuhlsbüttel verbracht, allein ihres politischen Bekenntnisses wegen. Sie erlebte dort grausame Folterungen ihrer Parteifreunde. 1937 reichte die Teilnahme an einer Geburtstagsfeier für weitere Monate im KZ. Silvester 1938 wurden sie, Anita Sellenschloh und dreißig andere Gesinnungsfreunde ins KoLaFu (Konzentrationslager Fuhlsbüttel) eingewiesen, die mitverhaftete Lucie Suhling hat in ihren Memoiren über diesen Kreis berichtet [3]. Jeglicher Verkehr mit ihren Freunden war ihr unter Androhung strafrechtlicher Verfolgung verboten und ihre Freundschaften waren so gut wie ausschließlich politischen Ursprungs.
Zwölf Jahre lang gab es für Renate keinen Tag der Sicherheit, der Sorglosigkeit. Nur unter ihren Freunden und während der Arbeit gab es Augenblicke des Geborgenseins und der Ruhe. Zwischen den Zeiten im KZ oder Zuchthaus arbeitete sie zunächst als Fabrikarbeiterin, später im Buchhandel und schließlich in einem Hafenbüro.
Es zeugt von Renate Strübing-Wagners hoher Moral, ihrer Aufopferungsbereitschaft und ihrem ungebrochenen Widerstandsgeist, dass sie sich im Jahre 1941 der Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe [4] anschloss“, jener starken illegalen kommunistischen Widerstandsorganisation, die in der ersten Phase des Krieges in Hamburger Großbetrieben Widerstandszellen aufbaute und mit sozialdemokratischen und parteilosen Antifaschisten kooperierte – zur Abkürzung der unermesslichen Kriegsleiden und zur Begrenzung der Zerstörungen. Diese Organisation, der mehr als 300 Männer und Frauen angehörten, hatte Kontakte zur Schulze-Boysen/Harnack-Gruppe und einige ihrer Vertreter später auch zum Kreisauer Kreis, zu prominenten Widerstandskämpfern wie Dr. Julius Leber und Adolf Reichwein. Renate Strübing-Wagner wirkte in der Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe in der Weise mit, dass sie Verbindungen zwischen wichtigen Funktionären herstellte. In einem Erinnerungsbericht von 1954 sagte Renate Strübing: ‚Ich war 1941/42 Verbindungsmann von Franz Jacob zu den Blohm-&-Voss-Gruppen über Hans Hornberger (der dort Schlosser und einer der Organisatoren der illegalen Arbeit war). Jeden Morgen ging ich mit dem Arbeiterstrom durch den Elbtunnel, – ich arbeitete im Freihafen bei Wehlen [5]. Blohm & Voss war das Glanzstück unserer Widerstandsarbeit. Die Werft hatte damals wohl 1500 Arbeiter und an die 50 waren in konspirativen Fünfergruppen organisiert. U. a. arbeiteten wir mit ausländischen >Fremdarbeitern< zusammen. Besonders enge Verbindung gab es zu polnischen Kriegsgefangenen und Zivilarbeitern, mit denen die Nazis sich verrechnet hatten. Vor allem denke ich an Michal Pozywilek, der im Lager Jungiusstraße wohnte. Mischa war Jungkommunist und hatte eine Gruppe von 10-20 Weißrussen und Polen um sich, die im Lager und im Betrieb politisch arbeiteten. Mit uns organisierten sie eine regelmäßige Brot-Geld-Zigaretten-Sammlung für sowjetische Kriegsgefangene, denen es am schlechtesten ging. Bei Blohm & Voss hing eine große Russlandkarte, auf der Fähnchen die Frontlinie anzeigten; später wurde dafür gesorgt, dass dort immer sofort der Rückzug der faschistischen Armee abzulesen war’.
Die Gestapo deckte die Tätigkeit der Hamburger Widerstandsgruppe schließlich auf, und Renate Strübing-Wagner wurde im Januar 1943 erneut verhaftet. Angeklagt wegen ‚Hochverrats und Feindbegünstigung’ und zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, verbrachte sie ihre längste Haftstrafe von Januar 1943 bis Mai 1945 nacheinander im Konzentrationslager Fuhlsbüttel und im Untersuchungsgefängnis Hamburg, im Zuchthaus Lübeck-Lauerhof und zuletzt im Zuchthaus Witten a. d. Ruhr. Am 6 Mai 1945 wurde sie dort befreit.
(...) Das also war die Situation, in der sich Renate Strübing, nunmehr 37 Jahre alt, nach ihrer Befreiung befand:
– hoffend auf Wiedergutmachung des ihr Zugefügten,
-– physisch und psychisch geschwächt, aber erfüllt von Idealvorstellungen über die Möglichkeiten, eine gerechtere und bessere Welt zu schaffen, gewachsen in den Jahren des Schweigenmüssens und der kulturellen Leere. Nun galt es, dort zu beginnen, wo sie vor zwölf Jahren gezwungen worden war, aufzuhören [1].
Am 1. Oktober 1945 trat sie in den Schuldienst ein und übernahm in der Volksschule Hirtenweg 12 (Othmarschen) eine zweite Klasse. Im Jahre 1954 legte sie die zweite Lehrerprüfung ab. Schon im März 1950 wurde sie von ihrem Kollegium einstimmig zur Stellvertretenden Schulleiterin gewählt. Nach 24jähriger Tätigkeit als Lehrerin schied sie –gesundheitlich total erschöpft – im Herbst 1969 wieder aus dem Schuldienst aus. Renate Strübing schied aus ohne behördliche Anerkennung als Beamtin“ ( [1], Seite 299). Ein Widerspruchsverfahren, in dem nicht nur Kollegen, Vorgesetzte und Eltern ihrer Schüler_innen ihr außergewöhnlichen Einsatz im Beruf bescheinigten und eine Verbeamtung auf Lebenszeit – als einen Akt der Wiedergutmachung – lebhaft empfahlen, sondern auch ihr langjähriger Hausarzt attestierte, dass sie sich ihre schwere Herzerkrankung im Zuge der Haftbedingungen erworben habe, wurde negativ beschieden.
Der Biograf Rudolf Haun fuhr fort: „Die Nazigeschädigten wissen ein Lied zu singen von den armseligen Renten, die sie wegen Minderung der Erwerbsfähigkeit beziehen, oder von den beleidigend niedrigen Haftentschädigungen, die man ihnen für die verlorenen qualvollen Jahre ihres Lebens gewährt. Da ist es den Kriegsgerichtsräten beim Volksgerichtshof und den Richtern bei den Oberlandesgerichten mit ihren Pensionen, die in die Tausende gehen, besser ergangen.
Dennoch, in der Schule erfüllte sich Renate Strübings Leben. Sie war Lehrerin aus Leidenschaft zu ihren humanistischen und politischen Idealen. Aufopferungsvoll, ausdauernd, hingebend, ihren Kindern in Liebe verbunden, besonders den schwachen, von den Eltern und Kollegen gleichermaßen geschätzt, durchbrach sie jede normale Schranke, arbeitete bis in die Nächte hinein, sich einem Verschleißprozess aussetzend, der ihren gesundheitlichen Verfall rapide beschleunigte und sie zwang, sich wegen Arbeitsunfähigkeit pensionieren zu lassen. Doch selbst danach förderte sie schwache Kinder ihrer Schule und noch ganz zuletzt Kinder ihrer Nachbarschaft.
(...) So gab es noch eine zweite Ebene. auf der sich ihr Leben voll erfüllte. Das war ihre Ehe mit Karl Strübing, welche erst nach 1945 geschlossen wurde. Auch war sie überschattet und durch die schwere Krankheit ihres Mannes, die er sich in elfeinhalb KZ- und Zuchthausjahren zugezogen hatte. (...) Der frühe Verlust dieses ihres Mannes war unersetzlich. Sie folgte ihm am 23. November 1973. Renate Strübing war ein tapferer, kämpfender, liebender, politischer Mensch, zähe und von einem starken Lebenswillen beseelt, mit einem erfrischenden Humor ausgestaltet, ohne Hang nach oben, gradlinig gegenüber der Obrigkeit, aufrichtig, unbestechlich, spröde vielleicht in ihrer tiefen Herzlichkeit und empfindlich gegen jedes falsche Pathos.“ ( [1], S. 300).
Text: Dr. Cornelia Göksu
Quellen:
1 Rudolf Haun: Renate Strübing. Gradlinig gegenüber der Obrigkeit In: Ursel Hochmuth
und Hans-Peter de Lorent (Hg.): Hamburg: Schule unterm Hakenkreuz. Beiträge der hamburger Lehrerzeitung (Organ der GEW = Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) und der Landesgeschichtskommission der VVN = Verein der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten e.V. Mit einem Geleitwort von Professor Joist Grolle. Hamburg 1985, S. 296 – 300 (das Inhaltsverzeichnis dieser Buchpublikation steht online unter d-nb.info/860351017/04, abgerufen am 4.5.2017 CG).
2 Es gab eine Erna Wagner (2.10.1903 - 1982, Lehrerin, Mitglied der SPD Bürgerschaftsfraktion von Oktober 1949 bis 1970; vor 1933 Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend, ab 1921 Mitglied der SPD, bis 1933 Mitarbeit in der Frauenorganisation und im Bildungswesen. Eintritt in die NSDAP am 1.5.1937. Nach 1945 Mitarbeit in der Gesellschaft der Freunde des Vaterländischen Schul- und Erziehungswesens (Vorgänger-Organisation der GEW), Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW, ab 1950 dort im Vorstand, ab 1946 Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Lehrer; ab 1926 Lehrerin, von 1948 bis 1953 Schulleiterin, zwischen 1953 und 1966 wieder als Lehrerin tätig, 1966 pensioniert. Möglicherweise war sie die ältere Schwester von Renate Strübing, geb. Wagner ?
3 Lucie Suhling: Der unbekannte Widerstand. Erinnerungen. Köln 1980
4 Die Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe war eine Widerstandsorganisation um die KPD-Mitglieder Bernhard Bästlein, Franz Jacob und Robert Abshagen, die von 1940 bis zum Kriegsende 1945 gegen das nationalsozialistische Regime kämpfte. Sie war mit etwa 300 Mitgliedern in über dreißig Hamburger Betrieben die größte regionale Widerstandsgruppe in Hamburg. Erklärte Ziele waren die Mobilisierung der Arbeiterschaft, die Unterstützung ausländischer Zwangsarbeiter und sowjetischer Kriegsgefangener und die Sabotage der Rüstungsproduktion.
Im Oktober 1942 wurden die Aktivitäten der Gruppe durch die Staatspolizeileitstelle Hamburg aufgedeckt, mehr als 100 ihrer zu dieser Zeit etwa 200 Mitglieder wurden festgenommen. In den sogenannten Hamburger Kommunistenprozessen ab Mai 1944 wurden zahlreiche Todesurteile verhängt. Insgesamt wurden 70 Mitglieder der Gruppe zwischen 1942 und 1945 hingerichtet. Dennoch gelang es der Gruppe, ihre Aktivitäten bis in die letzten Kriegstage aufrechtzuerhalten und für die kampflose Übergabe der Stadt Hamburg an die Alliierten einzutreten.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe
(5) Gemeint war vielleicht die Holzhandlung Ernst Wehlen in Steinwerder, Ellerholzdamm 4, vgl. Adress-Verzeichnis unter agora.sub.uni-hamburg.de/subhh-adress/cntmng;jsessionid=29985AF73C638D42E37CCDF1967023CB.agora11?type=pdf&did=c1:1429018
 

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Datenbank Hamburger Frauenbiografien

Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: Oktober 2019) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand Oktober 2019: 1123 Kurzprofile von Frauen und 389 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

Zuletzt eingetragene Namen
Januar 2019 Erika Woisin, Christine Färber, Aracy Moebius de Carvalho, Charlotte Tauterat, Caroline Umlauff, Elvira Unglaube, Schwestern-Verein der Hamburgischen Staatskrankenanstalten, Clara Goldschmidt, Elsa Hopf, Dora Wenneker-Iven
Februar 2019 Demoiselle Conradi, Christine Reinhard, Erna Martens
März 2019 Klara Laser, Frieda Cordes, Johanne Günther, Eliza Wille
April 2019 Liselotte Strelow, Ruth Held
Mai 2019 Sozialverband VdK, Mädchentreff Schanzenviertel, Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur, Vera Jürs, Johanna Renate Wöhlke
Juni 2019 pro familia, Celly de Rheidt
Juli 2019 Rosa Bartl
September 2019 Mabel Wulff
Oktober 2019 Annelinde Töpel

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2526 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 420, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

  • Sie kennen den Namen einer Frau – und möchten mehr wissen?
    Dann geben Sie den Namen ein. Sie finden: Wohn- bzw. Wirkungsstätte und mehr oder weniger ausführlich biografische Daten, ggf. mit Hinweisen auf weitere Veröffentlichungen, Webseiten.
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  • Sie interessieren sich für bestimmte Themen, Berufsgruppen, Orte/Gebäude, Vereine oder Institutionen, die im Zusammenhang mit Frauen eine Rolle spielen? Dann nutzen Sie das Schlagwortregister, die freie Suche oder das Namens-/Sachregister.

Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

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Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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