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Frauenbios

Emmy Püttjer

(10.2.1905 Hamburg - 22.2.1964)
Geschäftsfrau, leitete von 1940-1947 als 1. Vorsitzende den Farmsener Turnverein von 1926 e.V.
August-Krogmann-Straße 18 (Heißmangelbetrieb)
August-Krogmann-Straße 13 (Wohnadresse)
Namensgeberin für: Emmy-Püttjer-Straße, Farmsen-Berne (seit 2017). Die Straße wurde 2022 umbenannt in Dorothea-Buck-Straße.
Im Amtlichen Anzeiger vom 3.6.2022 gibt dazu folgende Begründung: „Die Wegefläche der derzeitigen Emmy-Püttjer-Straße befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen sogenannten Pflege- und Versorgungsheims Farmsen und führt direkt zum sogenannten Arbeitshaus. Hier wurden in der NS Zeit Menschen zwangsinterniert, zwangssterilisiert und in weitere Anstalten zur Euthanasie deportiert.
Es liegt bei Emmy Püttjer zwar keine formale NSDAP-Mitgliedschaft vor – bisher ist die NSDAP-Parteimitgliedschaft alleiniges Ausschlusskriterium bei der Benennung nach möglicherweise NS-belasteten Personen - , so dass das damalige Prüfungsergebnis durch Bezirk und Staatsarchiv bei der Benennung im Jahre 2017 als richtig anzusehen ist. Dennoch kann Emmy Püttjer als belastet angesehen werden, weil sie in leitender Funktion zwischen 1940-1947 im Turnverein Farmsen tätig war.
Die räumliche Nähe der nach Püttjer benannten Straße zu einem NS-Gedenkort erfordert eine Umbenennung.
Anwohner sind nach Angaben des Bezirks von der Umbenennung nicht betroffen. (…).“
Emmy Püttjer war Geschäftsfrau. Sie hatte einen Heißmangelbetrieb in August-Krogmann-Straße 18 in der Nähe des Farmsener Bahnhofes.
Bevor sie sich im Februar 1938 mit ihrem kleinen Heißmangelbetrieb selbstständig gemacht hatte, war sie zwischen 1930 und 1932 teils mittellos gewesen, teils hatte sie als Wanderdekorateurin versucht, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Von 1932 bis 1938 war sie dann als Arbeiterin in der Firma Langnese beschäftigt gewesen. [1]
Emmy Püttjer, die ledig und kinderlos blieb, widmete sich in ihrer Freizeit dem Farmsener Turnverein von 1926. Als sie 1940 als 1. Vorsitzende die Vereinsführung übernahm [2] – sie selbst gibt in ihrem Entnazifizierungsfragebogen an, dass sie bereits 1939 Vereinsführerin gewesen sei [3] -, „konnte sie schon nicht mehr wirksam die Schrumpfung der Mitgliederzahlen verhindern. Als maßgebliche Gründe werden die staatspolitisch bedingte Bevormundungen durch die Nationalsozialisten benannt. Diese sollen die sportlichen Aktivitäten im Verein stark behindert haben. Durch zwangsweise Mitgliedschaften der jungen Männer in den NS-Organisationen kamen die Aktivitäten in politisch unabhängigen Sportvereinen wie dem FTV zu kurz.“ [4]
Über die Verflechtung des Sports in der Zeit des NS-Regimes mit der Ideologie des Nationalsozialismus schreibt Wolf-Dieter Mattausch: „Der Prozeß der ‚Neuordnung des deutschen Sports‘ im Dritten Reich begann (…) mit der Zerschlagung der sozialistischen Arbeiter-Turn- und Sportbewegung (…) und der mehr oder weniger erzwungenen Selbstauflösung der Dachverbände des bürgerlichen Sports in Deutschland. Gleichzeitig wurden die Sportverbände im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie indoktriniert und der Ausschluß der jüdischen Sportler aus den meisten Sportverbänden vollzogen, ohne daß die politische Führung dies hätte nachdrücklich fordern müssen. (…)
Der in sich widersprüchliche Prozeß der ‚Neuordnung‘ des deutschen Sports durch die Nationalsozialisten dauerte bis 1936 an. Sportverbände, die nicht in Einklang mit der nationalsozialistischen Ideologie zu bringen waren, wurden verboten. (…).
Die Hitler- Jugend (HJ betrieb im Rahmen der nationalsozialistischen Erziehung intensive körperliche Ausbildung (…). Das Gesetz über die HJ aus dem Jahre 1936 erklärte sie zur ‚Staatsjugend‘ und übertrug ihr die körperliche, geistige und charakterliche Erziehung der gesamten deutschen Jugend. Das bedeutete, daß die Vereine des NSRL [Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen, siehe dazu weiter unten] keine Jugendlichen unter 14 Jahren betreuen durften. (…) Nur die freiwillige Sportbetätigung von HJ-Mitgliedern oberhalb dieses Alters verblieb bei den Vereinen (…). Gleiche Regelungen galten für den Bund Deutscher Mädel (BDM) (…).“ [5]
Folgt man den wissenschaftlichen Ausführungen des Historikers Mattausch, dann fungierte Emmy Püttjer in einem "gleichgeschalteten" Sportverein als 1. Vorsitzende. Diese Funktion bekam sie, nachdem sie 1938 Mitglied des nationalsozialistischen Reichsbunds für Leibesübungen geworden war.
Emmy Püttjer trat in der NS-Zeit nicht der NSDAP bei. Sie war von 1934 bis 1938 Mitglied der DAF (Deutsche Arbeitsfront), von 1941 bis 1945 Mitglied der NSV (nationalsozialistische Volkswohlfahrt), bis 1942 Mitglied im Deutschen Frauenwerk und von 1938 bis 1945 Mitglied im nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen. [6]
Der Nationalsozialistische Reichsbund für Leibesübungen wurde 1938 „zur totalen Gleichschaltung des Dachverbandes des dt. Sports (…) als Nachfolgeorganisation des Dt. Reichsbundes für Leibesübungen“ [7] geschaffen. Er stand „unter politischer Verantwortung der NSDAP (…). So wurde der NSRL von einer durch die NSDAP ‚betreuten‘ zu einer von ihr kontrollierten Organisation. Gleichzeitig entfiel damit auch die juristische Selbständigkeit der Vereine, deren Vermögen in das Eigentum der NSDAP überging. Die Gründung des NSRL beseitigte außerdem das ohnehin nur noch formale Recht, die Vereinsführer zu wählen.“ [8]
Aus diesem Zitat wird deutlich, dass es keine demokratische Wahl der VereinsführerInnen mehr gab. Demnach muss E. Püttjer von den Verantwortlichen des NS- Sport-Systems als unverfänglich und systemkonform angesehen worden sein, ansonsten hätte sie diesen Vorsitz wohl nicht bekommen. Diese Annahme ergibt sich m. E. auch aus dem folgenden Zitat des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages, der sich mit der Entwicklung der Deutschen Turnerschaft beschäftigt hat, dem Dachverband der bürgerlichen Turnvereine in Deutschland. Aus dem Zitat geht nicht nur hervor, dass es keine demokratischen Wahlen der Vereinsvorsitzenden mehr gab, sondern es wird auch verdeutlicht, dass die Vorsitzenden mit dem NS-Regime konform gehen mussten. Nach 1933 wählten die Vereine "ihre Vorsitzer, die jedoch der Bestätigung durch die Gauvertreter bedürfen. Die von dem Gauvertreter bestätigten Vereinsvorsitzer bilden selbständig ihre Vereinsvorstände. Alle diejenigen, die Führer berufen oder bestätigen, tragen die Verantwortung dafür, dass sie nur solche Turner berufen und bestätigen, die vollkommene Gewähr dafür bieten, dass sie sich dem neuen nationalen Einheitswillen freudig und aus innerem Drange einzuordnen vermögen."
"Marxisten", nach dem Verständnis der Deutschen Turnerschaft in der NS-Zeit waren das Kommunisten und Sozialdemokraten: "durften nur noch eingeschränkt Mitglieder der Deutschen Turnerschaft bleiben Ferner wurden alle Männer und Frauen, 'die nach ihrem bisherigen öffentlichen Auftreten für diese neue nationale Regierung nicht tragbar sind' von der Ämterübernahme in der Deutschen Turnerschaft ausgeschlossen" ( Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages zum Thema: Die Entwicklung der Deutschen Turnerschaft von 1933 bis 1936. 2005, S. 19.). Außerdem mussten die Turnvereine ihre jüdischen Mitglieder ausschließen. Selbst wenn der Farmsener Turnverein keine jüdischen Mitglieder hatte, galt die Vorgabe, sie auszuschließen bzw. keine aufzunehmen.
In der Festschrift des Farmsener Turnverein heißt es, dass der Verein während der NS-Zeit beim Turnfest in Breslau teilgenommen hat. Daran zeigt sich u. a. die Verflechtung mit der NS-Ideologie. Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages schreibt zum Turnfest in Breslau: "Die in Breslau stattfindende Veranstaltung, deren Träger die DRL und Reichssportführer von Tschammer und Osten waren, stand unter der Losung 'Ein Volk in Leibesübungen'. Mit den bisherigen Traditionen der Turnerfeste der Deutschen Turnerschaft wurde bewusst gebrochen. Die ganze Veranstaltung war von nationalistischen Inhalten und Insignien durchdrungen, bei der auch SA, SS, Reichswehr und Hitlerjugend ihren Programmbeitrag beisteuerten." (S. 19) In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach den anderen Auftritten des Farmsener Turnvereins während der NS-Zeit - so bei den Farmsener Heimatwochen. Wer war hier Veranstalter? Zu welchem Zweck wurden in der NS-Zeit solche Heimatwochen durchgeführt?
Die Festschrift des Farmsener Turnvereins geht auch auf das Frauenturnens ab 1935 ein, welches – wie es in der Festschrift heißt: "wieder einen Aufschwung [erhielt], Zwar geriet das Geräteturnen sehr ins Hintertreffen. Frau M... machte nämlich bühnenreife Gymnastik, die beim Gauturnfest in Coventgarten und bei den Farmsener Heimatwochen vorgeführt wurden." In der NS-Zeit wurde Gymnastik für Frauen favorisiert. Damit sollten Frauen die freie und natürliche Beherrschung des Körpers und graziöse Bewegungen erlernen Auch wurde in der NS-Zeit der Gymnastik ein metaphysischer Rassebegriff eingeschrieben. "Nur der rassisch Einwandfreie kann Gymnastik einwandfrei ausführen." Vor diesem Hintergrund avancierte die Gymnastik in der NS-Zeit zu einer bevorzugten Betätigung.
In all dieses war E. Püttjer in ihrer Funktion als erste Vorsitzende involviert und hatte es mitzutragen. Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages kommt zum Aspekt des "Mitmachens im Sinne der NS- Ideologie" zum folgenden Ergebnis: "In der Deutschen Turnerschaft hat es in der Zeit bis zur ihrer Auflösung 1936 keine Formen des aktiven oder passiven Widerstandes gegen die neuen Machthaber gegeben. Die einst größte Organisation der bürgerlichen Sport- und Turnbewegung in Deutschland äußerte keinen Einspruch oder Widerspruch zur Politik der Nationalsozialisten. Das betraf sowohl den Umgang der Nationalsozialisten mit anderen Verbänden, wie zum Beispiel die Ausschaltung der Sport- und Turnverbände der Arbeiterbewegung, als auch das Verhalten der eigenen Organisation in Bezug auf die Nationalsozialisten. Wie andere Verbände der deutschen Sport- und Turnwesens hat die Deutsche Turnerschaft ihre frühe und aus Eigeninitiative gestartete Angleichung an die nationalsozialistischen Machthaber, wie zum Beispiel die schnelle Einführung des 'Arierparagraphen' und des 'Führerprinzips', mit der eigenen Auflösung 'quittiert' bekommen, auch wenn die Spitze der Deutschen Turnerschaft sich von der politischen Machtübertragung an die Nationalsozialisten im Jahr 1933 grundlegend andere Perspektiven für die eigene Organisation erhofft hatte. Die Verbände und Vereine der Sport- und Turnbewegung insgesamt haben keinen erkennbaren Widerstand gegen die aktive Annäherung ihrer Verbandsspitze an die Nationalsozialisten geleistet. Zum Teil hat es Fälle gegeben, in denen die von der Verbandsspitze geforderte Austrittsaufforderung an jüdische Mitglieder bedauert wurde. (...) Mit ihrem Verhalten gegenüber den Nationalsozialisten und ihrer eigenen Mitgliedschaft hat die Deutsche Turnerschaft nicht nur Menschen geschadet, sondern sich auch eine schwere Hypothek für den Wiederaufbau des Sports nach 1945 auferlegt. ( Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages aus dem Jahre 2005. Thema: Die Entwicklung der Deutschen Turnerschaft von 1933 bis 1936. unter: https://www.bundestag.de/resource/blob/413386/5ad88ced90fc07192ae73a142bec492f/WD-1-212-05-pdf-data.pdf
. E. Püttjer konnte als Funktionsträgerin nur im Sinne des NS-Regimes wirken. Denn wie im obigen Zitat des Sporthistorikers Mattausch deutlich wird, gab es keine politisch unabhängigen Sportvereine mehr. Das NS-System funktionierte auch in diesem Bereich flächenübergreifend "perfekt". Dass E. Püttjer noch bis 1947, also auch nach der Befreiung vom Nationalsozialismus, als 1. Vorsitzende fungierte, ist angesichts der angewandten Verfahren bei der Entnazifizierung kein Indiz dafür, in Opposition zum NS-Regime gestanden zu haben.
Emmy Püttjer war auch Mitglied der Deutschen Arbeitsfront. Die Deutsche Arbeitsfront wurde im Mai 1935 gegründet und war ein rechtlich der NSDAP angeschlossener Verband „mit ca. 23 Mio. Mitgliedern (1938) die größte NS-Massenorganisation. Als Einheitsgebilde ‚aller schaffenden Deutschen‘ konzipiert, schuf ihr Reichsleiter Robert Ley ein vielgliedriges, bürokratisch aufgeblähtes Organisationsimperium, mit dem er nahezu alle Felder der nat.soz. Wirtschafts- und Sozialpolitik einzudringen trachtete. Entscheidender Einfluß auf materielle Belange in diesem Bereich blieb der DAF jedoch verwehrt, vielmehr musste sie sich auf die allgemeine Betreuung und weltanschauliche Schulung ihrer Mitglieder beschränken.“ [9].
Das Deutsche Frauenwerk: „Zusätzlich zu der streng nat.soz. ausgerichteten NS-Frauenschaft wurde im Oktober 1933 das Dt. Frauenwerk (DFW) geschaffen, das als Sammelbecken für gleichgeschaltete bürgerliche Frauenbewegungen und einzelne Mitglieder diente. Obwohl das DFW als eingetragener Verein mit eigenem Vermögen über einen anderen Status als die NS-Frauenschaft verfügte, waren beide Organisationen v. a. personell eng miteinander verflochten. An der Spitze des hierarchischen Aufbaus beider stand seit 1934 die Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink. (…).“ [10]
Die NS-Volkswohlfahrt (NSV) war mit „17 Mio. Mitgliedern (1943) nach der Dt. Arbeitsfront die größte (…) NS-Massenorganisation.(…) Ihren Anspruch auf Monopolisierung der gesamten freien und öffentlichen Wohlfahrt konnte die N. zwar nicht realisieren, doch gelang es ihr, die in der freien Wohlfahrtspflege tätigen Verbände zurückzudrängen bzw. gleichzuschalten (…). Angesichts der ihr zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel (Mitgliedsbeiträge, Spenden, staatliche Zuwendungen) war es ihr n möglich, in alle Bereiche der Wohlfahrt zu expandieren (…). Aufgrund ihrer scheinbaren Ideologieferne war die Arbeit der N. populär und die Mitgliedschaft erschien auch für diejenigen, die dem Regime eher zögernd oder kritisch gegenüberstanden, aber aus Opportunitätsgründen in eine Parteiorganisation eintreten wollten, akzeptabel. Tatsächlich war die Arbeit der N. von rasse- und erbbiologischen Selektionskriterien bestimmt (…).“ [11]
Emmy Püttjer konnte nach der Befreiung vom Nationalsozialismus die Mitgliederzahl wieder steigern. Noch bis 1947 fungierte sie als dessen 1. Vorsitzende.
Quelle.
1 Staatsarchiv Hamburg, 221-11 C 13423
2 Schriftverkehr zwischen Bezirksamt Wandsbek und Präsidium des Farmsener Turnvereins.
3 Staatsarchiv Hamburg 221-11C 13423
4 Schriftverkehr zwischen Bezirksamt Wandsbek und Präsidium des Farmsener Turnvereins
5 Wolf-Dieter Mattausch: Sport, in: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß (hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. 2. Aufl. , München 1998, S.253f. Siehe auch die neuesten Forschungen zu den deutschen Sportvereinen: Lorenz Pfeiffer: Sport im Nationalsozialismus. Zum aktuellen Stand der sporthistorischen Forschung. Eine kommentierte Bibliographie. 3. ergänzte u. bearbeitete Aufl., Göttingen 2015.
6 Staatsarchiv Hamburg, 221-11 C 13423
7 Kurt Schilde: Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen, in: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß (hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. 2. Aufl. , München 1998, S.609.
8 Wolf-Dieter Mattausch: Sport, a.a.O.,S. 254f.
9 Marie- Luise Recker: Deutsche Arbeitsfront, in: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß (hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. 2. Aufl. , München 1998, S.418f..
10 Anja von Cysewski: NS-Frauenschaft, in: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß (hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. 2. Aufl. , München 1998, S.617.
11 Marie- Luise Recker: NS-Volkswohlfahrt, in: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß (hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. 2. Aufl. , München 1998, S. 619.
 

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(Datenbank Stand: September 2022) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

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Stand September 2022: 1273 Kurzprofile von Frauen und 436 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

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Januar 2022: Anna Jozefowicz, Zwangsarbeiterinnen für Fischräucherei Eduard Ehlers & Sohn; wesentliche aktualisiert Lola Zahn

März 2022: Anne Willkomm, Ursula Suhling

April 2022: Antonia Kozlova

Juni 2022: Elisabeth Will

August: Ilse Siem

September: Nina Grunenberg-Lüst, Bettina Schmudde, Irene Vorwerk, Katja Husen

Was erwartet Sie in der Frauenbiografie-Datenbank?

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: 2695 Verkehrsflächen sind nach Männern und Jungen (8) benannt (darin enthalten: Roman-, Märchen- und Sagengestalten (72), frei gewählte männliche Vornamen (12) sowie nach Familien benannte Straßen (176). Letztere wurden zu den Männerstraßennamen zugezählt, weil hier in erster Linie die männlichen Familienangehörigen gemeint sind, die in vielen Fällen mit Namen genannt werden bzw. ihre Berufe aufgezählt werden).
Nur 452 Straßen sind nach Frauen benannt. (Das sind 14,2% der nach Personen benannten Straßen. Darin enthalten sind: Roman,- Märchen- und Sagengestalten (36), frei gewählte weibliche Vornamen (18) sowie nach Frauen und Männern benannte Straßen (52). Bei Letzteren handelt es sich in erster Linie um nachträglich nach Frauen mitbenannte Straßen, die ehemals nur nach den Nachnamen von bedeutenden männlichen Familienangehörigen benannt worden waren) (Stand: Juni 2022).

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

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Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

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