Suche nach Namen, Straßen, Bezirken etc.

Frauenbios

Ihre Suche

Fronerei

Eine Art Untersuchungsgefängnis und Folterort
Bergstraße/ Schmiedestraße in der Hamburger Altstadt
Siehe auch unter: Hexenverbrennung
Siehe auch unter: Catharina Dieckmann
Siehe auch unter: Kindesmord
Siehe auch unter: Babyklappe
Schild, das draußen an der Tür zur Fronerei hing; Bildquelle: Museum für Hamburgische Geschichte
Die Fronerei befand sich in früheren Jahrhunderten am ältesten Markt der Hamburger Altstadt dem „der Berg“. 1842 brannte sie ab. Bis 1811 stand hier auch neben der Fronerei ein 1741 errichteter Pranger.
Die Fronerei diente hauptsächlich dazu, Gefangene bis zu ihrer endgültigen Verurteilung festzuhalten. Im Erdgeschoss befand sich ein Zimmer mit einem vergitterten Vorplatz. Darin hielten sich die Gefangenen tagsüber auf. Es war durch ein Gitter in eine Männer- und eine Frauenabteilung getrennt. In jeder Abteilung stand ein festverankerter Tisch, an welchem die Gefangenen mit Ketten angeschlossen wurden. Im oberen Stockwerk befanden sich neun kleine dunkle Kojen. Diese waren aus eichenen Bohlen mittels Eisen fest zusammengefügt. In den Kojen lagen des nachts ein bis drei Gefangene auf Stroh und waren an Ketten angeschlossen, die an der Wand befestigt waren. In der „Herrenstube“ saßen die Richter zum Verhör und in der „Rendsburg“ wurden die Gestäupten (die öffentlich Ausgepeitschten) und Gebrandmarkten bevor sie der Stadt verwiesen wurden, eingesperrt. Im Keller der Fronerei befand sich die Folterkammer, in der die Marterbank und andere Folterwerkzeuge bereitstanden.
Bevor gefoltert wurde, wurden die Gefangenen entkleidet. Es gab verschiedene Folterstufen: Als erstes wurden Daumenschrauben angewandt, während der 2. Folterstufe wurden die Armschnüre benutzt, dann folgte das Anziehen der Spanischen Stiefel und als letzte Folterstufe die Folterbank.
Einzelfälle aus den Akten des 18. Jahrhunderts:
Zwischen 1703 und 1720 wurden fünf Kindesmörderinnen enthauptet, nachdem sie zuvor gefoltert worden waren.
1724 wurde Anna Ilsabe Dittmers gerädert, weil sie ihr Kind getötet hatte.
1747 wurde Maria Ausburns, die ihrem Kind die Kehle durchgeschnitten hatte, in eine haarene Decke gehüllt, das Mordmesser wurde ihr an ihre Brust geheftet und so wurde sie zum Richtplatz geführt, wo sie enthauptet wurde.
Ein weiterer authentischer Fall aus dem 18. Jahrhundert:
Anna Wessels war 20 Jahre alt, wohnte auf dem Eichholz zur Untermiete bei einer Familie und arbeitete in der Baumwollspinnerei und -weberei von G. G. Hannsen, wo sie mit Wollepflücken beschäftigt war.
Sie hatte einen Freund, der sich als Arzt ausgab und ihr nach jedem Geschlechtsverkehr einige schwarze Tropfen reichte, damit sie nicht schwanger würde. Nach einigen Monaten wurde Anna Wessels dennoch schwanger. Damit hatte sie nicht nur die moralische, sondern auch die strafrechtliche Verfolgung ihrer unehelichen Mutterschaft zu befürchten. Darüber hinaus geriet sie durch eine uneheliche Schwangerschaft und die Geburt eines unehelichen Kindes in größte finanzielle Schwierigkeiten. In ihrer Verzweiflung sah Anna Wessels nur den Ausweg in der Kindestötung. Zuerst einmal versuchte sie die Schwangerschaft zu verbergen, was ihr auch gelang. Als die Wehen einsetzten, begab sie sich in einen Schuppen, wo sie ohne Hilfe ihr Kind gebar. Psychisch aufgelöst, ständig auf der Hut, dass niemand etwas bemerkte, nahm sie, ohne lange zu überlegen, ihr Kind und warf es in den Kanal. Dabei wurde sie beobachtet. Sie wurde festgenommen und in die Fronerei gebracht. Dort wurde sie verurteilt. Als Straße wurde sie in eine haarene Decke gehüllt, mit fliegenen Haaren und blutigem Messer auf der Brust nach dem Gerichtsplatz geführt und dort mit dem Schwert getötet. [1]
Quelle:
1 Georg Walter: Hamburger Sittengeschichte. Hamburg 1931, S. 15f.
 

Namen und Zeitepochen

Personensuche

  • (am besten nur Vor- ODER Nachname)

Historisch

 

Geografische Spuren

Meine Straße

Geografisch

 

Schlagworte und freie Suche

Thematische Suche

  • (z.B. Berufe, Gebäude, spezielle Ort)

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Datenbank Hamburger Frauenbiografien

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: November 2020) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand November 2020: 1200 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

Quiz

Ihre Mitarbeit ist gern gesehen

Haben Sie Anregungen, Neuigkeiten, Ergänzungen?
Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Dr. Rita Bake,
Rita.Bake@hamburg.de

Zuletzt eingetragene Namen

Januar 2020: Ursula Nölle, Christa Hoffmann-Riem, Angelika Mertens, Bertha Keyser

Februar 2020: Audrey Motaung, Semra Ertan, Beate Hasenau, Elfriede Kneiphoff, Johanna Harry, Recha Lübke, Helene Flörsheim, Catharina Goldenstede, Elsa Friede, Julie Gayen

März 2020: Theodore von Axen, Betty Francken, Elisabeth Rosenkranz, Senta Dohme, Gesa Schneider, Vilma Prochownik

April 2020: Hygieia-Brunnen, Mädchenschule der israelitischen Gemeinde, Verein Heim für junge Mädchen, Siechenhaus Salem, Wohnhaus für Frauen, Witwenkommission der Exekutive des Notstandskomitees, Mädchenherberge, Häuslicher Hilfsdienst des Bundes Hamburgischer Hausfrauen, Eva Lessing, Hild Lennartz, Dörte Helm, Gertrud Weiberlen, Paula Gans, Elisabeth Schultz, Bernhardine Romberg, Johanna Christine Henriette Müller, Hökerinnen, Hamburgische Bürgerschaft, Diakonissenheim am St. Anscharplatz, Stadttheater, Gänsemarktoper, Comödienhaus, Pranger, Fronerei

Mai 2020: Dorothea Buck, Allgemeine Armenanstalt, Fürsorge für sittlich gefährdete Frauen und Mädchen, Weibliche Kriminalpolizei, Thalia Theater, Trostbrücke, Altes Rathaus, St. Jakobi Kirche, Evakatrin Sieveking, Wöchnerinnenheim in Hamburg, Toni Engel; Marion Pein, Maria Gleiss, Elke Acimovic, Elke Thomas, Irene Knickrehm, Spinnschule, Zeichenschule für Mädchen, Mädchenfortbildungsschule, Elisabeth Meyer, Mieken Rieck, Gerhild Halfmeier, Miriam Gilles-Carlebach; Grete Albrecht; Lucille Eichengreen

Juni 2020: Grete Albrecht, Charlotte Thiede Eisler-Rodewald, Hannelore Borchers, Eleonara Witonska, Cilly Levisohn, Gerda Freise

Juli 2020: Hannelore-Maria Santl

August 2020: Elisabeth von Dücker, Astrid Kirchherr

September 2020: Hilde Marchwitza, Rena Vahlefeld

Oktober 2020: Eva Maria von Dumreicher, Nina Müller, Elisabeth Polach, Lili Wertheimer, Hella Beer, Jenny Behrens, Henny Hansen, Bertha Katzenstein, Marion Krauthamer, Edith Schloss, Anna Weinstein, Franziska Simon, Gerda Wittkowsky, Toni Neufeld

November 2020: Emilija Mitrović, Gerda Aldermann, Renate Hauschild-Thiessen, Lonny Beese, Andrea Manga Bell, Toni Pergelt

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2544 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 440, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

  • Sie kennen den Namen einer Frau – und möchten mehr wissen?
    Dann geben Sie den Namen ein. Sie finden: Wohn- bzw. Wirkungsstätte und mehr oder weniger ausführlich biografische Daten, ggf. mit Hinweisen auf weitere Veröffentlichungen, Webseiten.
  • Sie möchten wissen, wer in einer bestimmten Straße oder einem bestimmten Stadtteil/Bezirk gewohnt hat? Dann geben Sie den Straßennamen ein oder wählen einen Stadtteil oder Bezirk aus.
  • Sie interessieren sich für bestimmte Themen, Berufsgruppen, Orte/Gebäude, Vereine oder Institutionen, die im Zusammenhang mit Frauen eine Rolle spielen? Dann nutzen Sie das Schlagwortregister, die freie Suche oder das Namens-/Sachregister.

Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

rechte spalte

 Teaserbild Kontakt

Ansprechpartnerin Kontakt

Haben Sie Anregungen, Neuigkeiten, Ergänzungen? Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gern Kontakt auf:
Dr. Rita Bake
rita.bake@hamburg.de

Themenübersicht auf hamburg.de

Service-Angebote im Überblick