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Frauenbios

Paula Gans

(9.5.1863 Hronow/Prag – 7.11.1941 einen Tag vor ihrer Deportation Suizid)
Malerin
Eppendorfer Baum Nr. 10 (Wohnadresse) Stolperstein vor dem Wohnhaus
Heinrich-Barth-Straße 12 (Wohnadresse)
Gemälde "Im Gebet beim Laubhüttenfest" von Paula Gans, Bild: via Wikimedia Commons, Museum für Hamburgische Geschichte / gemeinfrei
„Paula Gans: Eine Spurensuche
Paula Gans wurde am 9. Mai 1883 als Tochter des Ignaz Gans und seiner Frau Johanna, geb. Goldberg, in Hronow b. Prag geboren.
Über die Kinder- und Jugendjahre von Paula Gans konnten wir nichts in Erfahrung bringen. 1920 kam sie mit ihrem sechs Jahre älteren Bruder Richard nach Hamburg. Dort wohnten sie in einem gut bürgerlichen Haus in der Heinrich-Barth-Strasse 12, welches der Bruder zuvor gekauft hatte. Richard Gans, Im- und Exportkaufmann, handelte mit Textilien aus der/in die (?) Tschechoslowakei.
Paula Gans hatte zwar in Wien eine Staatsprüfung für englische Sprachen (?) abgelegt, aber es gibt keinen Hinweis dafür, dass sie sich in Hamburg ihren Lebensunterhalt als Fremdsprachenkorrespondentin verdiente. Tatsächlich schlug sie einen ganz anderen Lebensweg ein. Sie wurde Malerin. Das bezeugen ihre Bilder, die im Nachlass der Malerin Hertha Spielberg (1890–1977) nach deren Tod gefunden wurden. Paula Gans hatte sich bald nach ihrer Ankunft in Hamburg mit dieser angefreundet und benutzte mit ihr zusammen ein Atelier in der Rothenbaumchaussee 15.
Hertha Spielberg hatte eine solide Ausbildung als Malerin unter der Anleitung von Arthur Illies an der Altonaer Kunst-Gewerbe Schule erhalten, bevor sie 1910 für drei Jahre nach Paris an die Académie de la Grande Chaumière ging. Diese Académie war in der damaligen Zeit sehr beliebt bei den jungen deutschen Künstlerinnen, da sie dort den Stil des expressiven Realismus in der Tradition in der von Frankreich ausgehenden Avantgarde Kunst kennenlernen und sich darin üben konnten. Frauen war es zu dieser Zeit nicht erlaubt, an der Kunsthochschule zu studieren. (…)
Es gibt keinen Hinweis darauf, dass auch Paula Gans sich zu Studienzwecken in Paris aufgehalten hat.
Durch Hertha Spielberg lernte Paula Gans auch andere Hamburger Künstlerinnen kennen, u.a. die Malerin Gertrud Schaeffer (1892–1960) und die Fotografin Charlotte Rudolf (1896–1983), die sich beide zeitweise das Atelier an der Rothenbaumchaussee mit ihr und Hertha Spielberg teilten. (…)
Die Freundschaft mit diesen Künstlerinnen wirkte sich durchaus schöpferisch auf die Arbeit von Paula Gans aus. Durch die gemeinsame Nutzung des Ateliers lag es nahe, dass sich die Frauen gegenseitig befruchteten; (…).
Die Landschaftsbilder und Stillleben, die im Nachlass Spielberg gefunden wurden, zeigen, dass Paula Gans sich stark an den französischen Impressionisten orientierte. Dazu mögen auch die Reisen (1932) nach Paris und Südfrankreich beigetragen haben, die sie gemeinsam mit Hertha Spielberg unternommen hatte.
Sie entwickelte sich in dieser Zeit auch zu einer gefragten Porträtistin in Hamburg und Umgebung, wie die Bilder bezeugen, die ebenfalls im Nachlass gefunden wurden, darunter mehrere Porträts des Pianisten Wilhelm Barg, mit dem sie befreundet war, und seines Vaters. Auch ein Porträt der Künstlerin Gertrud Schaeffer befindet sich darunter. Diese Porträts sind in einer realistischen Malweise gemalt und von neusachlicher Klarheit. Etliche Bilder stellen einen weiblichen, realistisch gemalten Akt dar.
Das Bild eines Rabbi, 1920 gemalt, das diesen bei der Laubhüttenfeierzeremonie zeigt, beeindruckt durch seine Authenzität und Qualität. Das asketische Gesicht mit dem starken Vollbart, der Gebetsmantel und das aufgeschlagene Gebetbuch charakterisieren die Situation konzentrierter Versenkung in das Gebet. Es ist das einzige Bild, das auf die jüdisch-orthodoxe Herkunft Paula Gans’ hinweist. Dieses Bild hängt heute im Hamburg Museum.
Auffallend ist, dass die 37 Bilder, die im Nachlass Spielberg gefunden wurden, die Signatur Paula Gans nur bis zum Jahre 1932 tragen. Alle späteren Arbeiten blieben unsigniert. War dies vorausschauende Vorsicht?
Die Kunstszene im Hamburg der Zwanziger Jahre war über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt und berühmt. Parallel zu einer, in der Weimarer Republik etablierten Künstlergruppe (Hamburger Künstlerverein), hatten sich Künstler wie Maler, Grafiker, Bildhauer und Architekten zusammengeschlossen, die sich konsequent an der Avantgarde orientierten. Ihr Ziel war die interdisziplinäre Vernetzung. Auch Musiker, Tänzer und Fotografen gehörten zu dieser Vereinigung, aus der später die ‚Hamburger Sezession‘ hervorging. (1919–1933). (…).
Eine strenge und auf Qualität bedachte Jury begrenzte die Aufnahme neuer Mitglieder.
Die ‚Hamburger Sezession‘ veranstaltete nicht nur Ausstellungen zu verschiedenen Künstlern, sie lud auch zu Lesungen, Konzerten und Künstlerfesten ein. Mit Satire und beißendem Spott kommentierten die Künstler in ihren Darbietungen den Aufstieg der Nationalsozialisten und ließen keinen Zweifel an der antidemokratischen Gesinnung dieser Partei aufkommen.
Auf Künstlerfesten, die oftmals mehrere Tage dauerten, feierten Künstler und brave Bürger ausgelassen miteinander, wenn auch das traditionelle Hamburger Bürgertum diesem Treiben mit einer gewissen Skepsis gegenüberstand. Diese Feste standen häufig unter einem Motto; die Festräume im Curiohaus wurden zu diesem Anlass kunstvoll geschmückt, und die Gäste erschienen in fantastischen Kostümen, deren Anfertigung oftmals Wochen gedauert hatte.
Es sollte das letzte Künstlerfest sein, das am 30. Januar 1933 im Curiohaus gefeiert wurde. Unter dem Motto: ‚Himmel auf Zeit‘ feierten die Künstler und ihre Freunde mehrere Tage und Nächte, in denen ein letztes Mal ausgelassen getanzt, getrunken, musiziert und geschauspielert wurde. Als sie am nächsten Morgen aufwachten, war Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt worden.
Die ‚Hamburgische Künstlerschaft‘ wurde von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet, die jüdischen Mitglieder – darunter Paula Gans – ausgeschlossen.
Die Nationalsozialisten beendeten im selben Jahr auch die 12. Ausstellung der ‚Hamburgischen Sezession‘ und forderten den Verein auf, alle jüdischen Mitglieder auszuschließen. Die ‚Hamburgische Sezession‘ weigerte sich und löste sich selber auf. (…).
Am Himmel über Deutschland ziehen bedrohliche Wolken auf. Am 27.Februar 1933 brennt der Reichstag. Einen Tag später wird die Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat erlassen. Damit werden wesentliche Grundrechte außer Kraft gesetzt. Am 23. März 1933 tritt das Ermächtigungsgesetz in Kraft, womit die Reichsregierung ohne parlamentarische Beteiligung Gesetze verabschieden kann. Die im September 1933 gegründete Reichskulturkammer hat die Gleichschaltung aller Bereiche des Kulturlebens in Deutschland zum Ziel. Wollten jüdische Künstler weiterarbeiten, mussten sie dem Kulturbund deutscher Juden (1935 gezwungenermaßen in Jüdischen Kulturbund umbenannt) beitreten. (…).
Verfolgung und Diskriminierung jüdischer Künstler nahmen zu. Nach der Verabschiedung der ‚Nürnberger Gesetze‘ im September 1935, wurde jüdischen Künstlern das Ausstellen ihrer Kunstwerke im öffentlichen Raum verboten. Sie durften nur noch in rein jüdischen Kulturorganisationen ihre Kunst ausstellen. Diese Maßnahme kam einem Berufsverbot für jüdische Künstler gleich.
Es gibt Anzeichen dafür, dass Paula Gans von nun ab vermehrt Personen der jüdischen Gemeinde porträtierte und bei Veranstaltungen in der jüdischen Gemeinde ihre Bilder ausstellte. Paula Gans und ihr Bruder waren jüdisch-orthodoxen Glaubens. Zwar geht aus ihrer Kultussteuerkarte hervor, dass die Geschwister ‚fernerhin konfessionslos bleiben wollen‘, doch waren sie Mitglieder der Jüdischen Gemeinde in Hamburg.
In dem Israelitischen Familienblatt vom 10. Dez. 1936 wird von einer Veranstaltung des Jüdischen Kulturbundes zum jüdischen Lichtfest berichtet, worin Paula Gans lobend erwähnt wird.
Da es ihr verboten war, ihre Bilder öffentlich auszustellen, sie aber dringend Geld für ihren Lebensunterhalt benötigte, gab sie Zeichen- und Malunterricht. Ihre Schüler kamen zu einem überwiegendem Teil aus der jüdischen Gemeinde.
Und obwohl die politische Lage in Deutschland von Tag zu Tag bedrohlicher wurde und die Repressionen gegen die jüdische Bevölkerung zunahmen, reiste Paula Gans noch nach Italien (1936) und Amsterdam (1939), wo sie Ruth Fischer besuchte.
Ruth Fischer war ‚Halbjüdin‘ und durch ihren aus Prag stammenden Vater besaß sie die tschechische Staatsangehörigkeit, so wie Paula Gans.
Es ist gut möglich, dass sich Paula Gans bei Ruth Fischer Rat holen wollte, denn die Lebensbedingungen in Hamburg wurden immer unerträglicher für sie und ihren Bruder. Der Handel mit Waren zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei war fast zum Erliegen gekommen, seit der Annexion der Tschechoslowakei im Jahre 1939.
Das Einkommen der Geschwister verringerte sich zusehends und Richard sah sich schließlich gezwungen, das Haus, in welchem er und seine Schwester wohnten, zu verkaufen. Einen Käufer gab es auch schon. Der Inhaber des Elektrofachgeschäftes Stahl hatte Richard Gans schon im Jahr zuvor ein Kaufangebot gemacht. Aber Richard Gans hatte es für zu gering erachtet und verworfen. Doch das Haus war mit hohen Hypotheken belastet, die Richard Gans nicht mehr bedienen konnte. Nun zwingen ihn die Umstände zum Verkauf des Hauses. Der Kaufpreis war so niedrig, dass nur ein geringer Überschuss nach Tilgung der Hypotheken übrigblieb. Auch dieser Betrag wurde ihm nicht ausbezahlt, sondern kam auf ein Sperrkonto, über welches Richard Gans nur beschränkt verfügen durfte. Im Kaufvertrag ist vermerkt: ‚Der Käufer ist bemüht, baldmöglichst auszuwandern. Bis zu diesem Zeitpunkt, längstens aber bis zum 31.12.39 ist er berechtigt, mietefrei zu wohnen.‘
Im Frühjahr des selben Jahres hatte Paula Gans ihre Vermögensverhältnisse offenlegen müssen. Aus einem Briefwechsel der Oberfinanzdirektion Hamburg mit dem Polizeipräsidium Hamburg geht hervor, dass diese sie und ihren Bruder der Kapitalflucht verdächtigte. Man vermutete, dass die Geschwister heimlich Deutschland verlassen wollten: ‚Mir ist bekannt geworden, dass der Jude Richard Gans, wohnhaft Hbg 13, Heinrich-Barth-Str. 12 möglicherweise die Absicht hat, auszuwandern. Ich prüfe daher zur Zeit, ob Sicherungsmaßnahmen nach §37a Devisengesetz vom 4.2.35 erforderlich sind. Ich bitte, dem Genannten vorläufig bis zum Abschluß meiner Prüfung den Pass zu entziehen, ohne jedoch davon Kenntnis zu geben, dass die Entziehung des Passes auf meine Veranlassung erfolgt ist.‘
Ein weiterer Brief an den Polizeipräsidenten folgte wenige Tage später: ‚Der Kaufmann R. Gans wohnt nach wie vor in der Heinrich-Barth-Str. 12. Die Wohnung ist noch voll mit eigenen Möbeln ausgestattet. Auswanderungsabsichten dürften nicht bestehen.‘
Richard Gans teilte erst sehr viel später – zu spät! – im Jahre 1941 in einem Schreiben an die Oberfinanzdirektion seine Absicht auszuwandern mit.
Nach dem Verkauf des Hauses in der Heinrich-Barth-Str. Im März 1939 zogen Paula und Richard Gans am 9. Juni 1939 in eine kleine Wohnung am Eppendorfer Baum 10.
Das Haus am Eppendorfer Baum 10 hatte zuvor der Familie Levy gehört. Ernst Alfred Heinrich Levy, seine Frau, sein Sohn Gustav und die Großmutter mütterlicherseits hatten Deutschland am 8. Juli 1939 an Bord des norwegischen Dampfers Kong Ring verlassen können, nachdem sie horrende Abgaben bezahlt hatten. (…)
In diesem großen gutbürgerlichen Haus am Eppendorfer Baum wohnten nun viele jüdische Familien, die aus ihren eigenen Häusern und Wohnungen vertrieben worden waren. Seit dem November Pogrom 1938 hatte sich die Lage der jüdischen Bevölkerung dramatisch verschlechtert. Viele Juden und politische Gegner des Nationalsozialismus waren verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt worden. Der Alltag derjenigen, die nicht hatten auswandern können, war von der Angst vor Verfolgung und Deportation bestimmt. Hinzu kamen große Armut und das Gefühl der Ausweglosigkeit.
Paula Gans schrieb am 9. April 1940 an den Oberfinanzpräsidenten: ‚Mit der Zuschrift vom 26.3.’40 wurde ich benachrichtigt, dass der bisher auf 460 RM festgesetzte Freibetrag für den Lebensunterhalt mit Wirkung vom 1.4.’40 auf 250.- herabgesetzt wurde. Ich gestatte mir, darauf hinzuweisen, dass schon die monatl. Aufwendungen für Miete, Gas + Licht, Gehalt Haushaltgehilfin, soz. Abgaben, Beköstigung einen Betrag von 290 erfordern.‘ Selbst wenn ihr Bruder einen angemessenen Beitrag zum Haushalt beisteuere, sei der Betrag von 250 RM nicht ausreichend, daher stelle sie den Antrag, den Betrag auf 350 RM zu erhöhen. Es folgt ein Zusatz, der von einer gewissen Courage ihrerseits zeugt: ‚Nachdem die letzte Zuschrift an ,Frau‘ Paula Gans gerichtet war, bitte ich zur Kenntnis zu nehmen, dass ich unverheiratet bin und Angehörige des Protektorats Böhmen bin.
Paula Gans‘
Der Brief endete ohne die üblichen Höflichkeitsformeln. Die Antwort der Devisenstelle traf schon wenige Tage später (16. April 1940) bei Paula Gans ein. Die Anrede lautet: An Fräulein Gans! Der Beamte teilte ihr mit, dass der Bescheid widerrufen wurde und sie mit monatlich 300 RM rechnen könne. Es folgten dann immer wieder Eingaben von Paula Gans, in denen sie um die Genehmigung bittet, kleinere Beträge von ihrem Vermögen freizugeben: mal geht es um 35 RM für eine Umänderung von Kleidern, mal um 25 RM für die Aufarbeitung eines Pelzkragens. Die Anträge wurden bewilligt.
Im September 1941 schrieb Richard Gans: ‚Ich bin Jude im Sinne der Nürnberger Gesetze und bitte um Auskunft in folgender Frage: ein in der Schweiz lebender Freund hat sich bereit erklärt, mir für den Fall meiner Auswanderung nach Shanghai das vorgeschriebene Vorzeigegeld in Höhe von USA 500 als Darlehen zur Verfügung zu stellen, wünscht aber, dass ich ihm von meinem hier befindlichen Vermögen eine Sicherheit in einer noch zu vereinbarenden Höhe stelle ...‘ Auf diesen Brief erhielt er keine Antwort.
Im Oktober 1941 wurde eine Verordnung erlassen, die Juden die Auswanderung verbietet. Am 15. September 1941 schrieb Richard Gans erneut an die Devisenstelle und bat darum, 7,80 RM für eine Schreibmaschinen-Reparatur ausgeben zu dürfen, was bewilligt wurde. Diesem Antrag wurde stattgegeben!
Im November 1941 erhielten Paula und Richard Gans den Bescheid zur Deportation in das Getto Minsk. Am 7.11.1941, einen Tag vor der Deportation, nahm sich Paula Gans das Leben. Aus den Aussagen ihres Bruders vor der Polizei geht hervor, dass seine Schwester in den Tagen vor der Deportation mehrfach geäußert habe, dass sie diesem Befehl zur Deportation nicht folgen werde. ‚Ich mach das nicht mit, ich mache Schluss!‘, habe sie wiederholt gesagt. Paula Gans hat sich die Freiheit genommen, selber aus dem Leben zu scheiden, wie viele ihrer Künstlerfreunde es vor ihr getan hatten. Paula Gans ist auf dem Jüdischen Friedhof Ilandkoppel begraben, einen Grabstein sucht man vergebens.
Die Geheime Staatspolizei plante einen weiteren Transport mit 420 Juden am 18.11.1941 von Hamburg nach Minsk. Auf der Namensliste stand der Name des Bruders: Richard Gans. Danach verliert sich seine Spur.
Vor dem Haus Eppendorfer Baum 10 liegen 2 Stolpersteine für Paula und Richard Gans.
Stand: Januar 2017
Text: Gabriele Nouveau, aus www.stolpersteine-hamburg.de
Quelle:
Maike Bruhns: Kunst in der Krise Bd.2. Künstlerlexikon Hamburg 1933-1945. Hamburg 2011, S. 148-149.
 

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(Datenbank Stand: Juli 2021) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

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Stand Juli 2021: 1251 Kurzprofile von Frauen und 434 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

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Mai 2021: Rosa Zinner

Juni 2021: Barbara Ossenkopp, Helga Schulz, Antonie Brandeis, Helga Mauersberger, Clara Stern

Juli 2021: Hildegard Cohen, Ingeborg Babatz, Ingeborg Danielsen, Inge Wulff, Eleonore Rudolph, Marianne Tidick

Was erwartet Sie in der Frauenbiografie-Datenbank?

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: 2694 Verkehrsflächen sind nach Männern und Jungen (8) benannt (darin enthalten: Roman-, Märchen- und Sagengestalten (72), frei gewählte männliche Vornamen (12) sowie nach Familien benannte Straßen (176). Letztere wurden zu den Männerstraßennamen zugezählt, weil hier in erster Linie die männlichen Familienangehörigen gemeint sind, die in vielen Fällen mit Namen genannt werden bzw. ihre Berufe aufgezählt werden).
Nur 442 Straßen sind nach Frauen und Mädchen (8) benannt (darin enthalten: Roman,- Märchen- und Sagengestalten (36), frei gewählte weibliche Vornamen (18) sowie nach Frauen und Männern benannte Straßen (46). Bei Letzteren handelt es sich in erster Linie um nachträglich nach Frauen mitbenannte Straßen, die ehemals nur nach den Nachnamen von bedeutenden männlichen Familienangehörigen benannt worden waren) (Stand: Mai 2021).

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

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Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

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Diverse Frauenbiografien sind von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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