Behörde für Schule und Berufsbildung

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Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Max Pauly

(1. Juni 1907 Wesselburen/ Dithmarschen - 8. Oktober 1946 Hameln)
KZ-Kommandant und SS-Obersturmbannführer
Adresse und Wirkungsstätte: KZ Neuengamme ((heute: KZ Gedenkstätte, Jean-Dolidier-Weg 75)

Nach einer abgeschlossenen kaufmännischen Ausbildung übernahm Max Pauly 1927 den elterlichen Gemischtwarenladen. 1928 wurde er Mitglied der NSDAP und engagierte sich zudem bei der SA. Zwei Jahre später wechselte er zur SS und führte den Sturmbann I/53 in Rendsburg an. 1932 wurde er wegen Landfriedensbruch verurteilt und musste für sieben Monate ins Gefängnis. 1936 übergab Pauly das Geschäft seinem Bruder und wurde hauptamtlich für die SS tätig.

Er wurde u.a. an der SS-Unterführerschule Dachau „ausgebildet“ und führte danach die 71. SS Standarte in der Freien Stadt Danzig. Im November 1937 wurde er zum SS-Obersturmbannführer ernannt. Von Sommer bis Herbst 1939 war Pauly Stabsführer im kurzzeitig bestehenden SS-Wachsturmbann Eimann, benannt nach Kurt Eimann, der in Danzig agierte und u.a. für die Ermordung von 1.400 Psychiatriepatienten verantwortlich ist. Zudem war der SS-Wachsturmbann für den Aufbau von sogenannten Zivilgefangenenlagern zuständig. Pauly übernahm die Leitung des Lager Stutthof, das ab Anfang 1942 als Konzentrationslager geführt wurde. Im August 1942 wechselte er als Kommandant in das KZ Neuengamme, das er bis Anfang Mai 1945 leitete. "Zu Beginn seiner Neuengammer Tätigkeit befanden sich 6000 Häftlinge in seinem Zuständigkeitsbereich, im Januar 1945 waren es etwa 49.000. Die Todesrate stieg ständig an. (...) Anfang 1945 hatte Pauly seine Kinder und seine Schwägerin Leni Hilgenstock, die sich seit dem Tod seiner Frau um die Kinder kümmerte, aus Danzig nach Neuengamme kommen lassen und mit ihnen das neu errichtete Kommandantenhaus auf dem Lagergelände bezogen. Im April 1945 schickte er seine Familie zu Verwandten in seinen Heimatort." [1]

Während seiner Zeit als Kommandant des KZ Neuengamme fallen zahlreiche Kriegsverbrechen, wie die Ermordung der Kinder vom Bullenhuser Damm und die Exekution von 58 Männern und 13 Frauen aus dem KZ Fuhlsbüttel.

Nach Kriegsende wurde Pauly zusammen mit dreizehn weiteren Verantwortlichen für das Konzentrationslager Neuengamme im Curio-Haus-Prozess (Neuengamme-Hauptprozess) vor ein britisches Militärgericht gestellt. Pauly wurde am 3. Mai 1946 zum Tode verurteilt, die Hinrichtung erfolgte am 8. Oktober 1946 im Zuchthaus Hameln.

Text: Katharina Tenti

Quellen:
Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945, 3. Aufl., Frankfurt a.M. 2011; Iris Groschek u. Kristina Vagt: „…Dass du weißt, was hier passiert ist“. Medizinische Experimente im KZ Neuengammen und die Morde am Bullenhuser Damm , Bremen 2012; Karin Orth: Die Konzentrationslager-SS, München 2004; http://media.offenes-archiv.de/ss2_1_2_bio_1962.pdf (11.3.2015)
1 Reimer Möller: Max Pauly. In: Franklin Kopitzsch, Dirk Brietzke (Hrsg.): Hamburgische Biografie. Personenlexikon. Bd. 6. Hamburg 2012, S. 244f.
 

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